Betroffene Stille im Kinosaal. Der Film "Die Lebenden reparieren" der französischen Regisseurin Katell Quillévéré stimmte nachdenklich. Er beleuchtete ein diskussionswürdiges Thema: Organspende. Ein schwerer Autounfall verändert auf Anhieb das Leben des Teenagers Simon. Seine Eltern sind daraufhin zu weitreichenden Entscheidungen gezwungen. Zugleich droht nämlich andernorts das schwache Herz der zweifachen Mutter Claire zu versagen.
Die "Weidener Filmgespräche" beschäftigten sich am Mittwoch im "Neue Welt Kinocenter" mit einem hochaktuellen Inhalt. Im Bundestag fand am selben Tag die Orientierungsdebatte zur Organspende statt. Diskussionsleiter Pfarrer Herbert Sörgel hatte für die Katholische Erwachsenenbildung und das Evangelische Bildungswerk im Kino eine sehr intensive Diskussionsrunde parat.
Als Experte stand Andreas Faltlhauser im Mittelpunkt, Facharzt für Intensivmedizin am Weidener Klinikum. Sein Urteil über den Film: "Ich bin sehr beeindruckt. Das wird den meisten so ergangen sein." Wenn man über Organspende rede, seien zwei Dinge wichtig: Die Fakten und Rechtslage sowie die Einstellung des Einzelnen. Eine kurze Umfrage im Foyer brachte ein deutliches Ergebnis: Die überwiegende Mehrheit war der Organspende gegenüber positiv eingestellt. Viele besaßen sogar einen Organspenderausweis, wie auch 30 bis 35 Prozent der Deutschen.
Als Organspender gebe es keine Altersgrenze, berichtete der Arzt. Der älteste Organspender Deutschlands sei 92 Jahre alt gewesen. Er selber habe in Weiden einer 86-Jährigen Organe entnommen. Schließlich gebe es dank der modernen Medizin immer mehr ältere Menschen, die auf Organspenden angewiesen seien. Es sei möglich, ältere Organe jungen Menschen einzupflanzen. "Man muss aber schon genau hinschauen." Und: "Wir wissen, dass auch Organe älterer Menschen in jungen Menschen sehr lange leben können." Ob sich ein Organ zur jeweiligen Transplantation eigne, entscheide der Chirurg letztendlich per Handabtastung. "Ein großes Herz kann man nicht in einem kleinen Brustkorb unterkriegen." Nieren oder Leber hingegen ließen sich verschieben oder teilen. Ein Organspender könne sieben Menschenleben retten, erklärte Faltlhauser. Transplantieren ließen sich Herz, Lunge, zwei Nieren, Leben, die geteilt werden könne, Bauchspeicheldrüse und Dünndarm. Unterstützt wurde der Abend vom Qualitätszirkel Organspende der Kliniken Nordoberpfalz.













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