09.02.2020 - 15:06 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Orthopädietag in der Max-Reger-Halle: Wenn der Tennisarm schmerzt

Menschen mit Schmerzen in Muskeln und Gliedern müssen immer weniger leiden. Die Orthopädie entwickelt ständig neue Methoden um ihnen zu helfen, wie am Orthopädietag klar wurde.

von Siegfried BühnerProfil

Mit den neuesten Behandlungsmöglichkeiten für Schmerzen in „Schulter, Arm und Hand“ beschäftigte sich der Orthopädietag der Kliniken Nordoberpfalz AG am Samstag. Bei Expertenvorträgen, Informationsständen und individuellen Gesprächen konnten die Besucher Antworten auf ihre ganz persönlichen Fragen erhalten. Und es gab zahlreiche Gelegenheiten selbst aktiv zu werden, zum Beispiel bei den Lockerungs-, und Gymnastik-, oder Kraftübungen.

Je später der Vormittag wurde, desto mehr Publikum strömte in die Max-Reger-Halle. Im Vortragsraum waren in der Mittagszeit fast alle Plätze besetzt. Was die Besucher in den Vorträgen in der Theorie hörte,n konnten sie später an den Ausstellungsständen konkret kennenlernen. So zum Beispiel stellte Oberarzt Volker Hartmann unter der Überschrift „Kleine Schnitte – große Wirkung“ die Vorteile der arthroskopischen Behandlungsmethoden vor. „Früher musste bei Schmerzen im Schultergelenk fast immer das gesamte Gelenk geöffnet werden“, berichtete der Mediziner. Heute gäbe es bessere Kameras, Monitore, Kaltlicht und Wasserpumpen. Bei fast allen Gelenken könne arthroskopisch operiert werden. An den Ausstellungsständen des Klinikums konnten die Besucher die Operationswerkzeuge der Arthroskopie selbst in die Hand nehmen oder in die Minikamera blicken.

Die Verbindung von Theorie im Vortrag und praktischer Anwendung im Ausstellungsbereich galt für fast alle Themen, die am Orthopädietag vorgestellt wurden. So unter anderem auch für das von Facharzt Dr. Gottfried Hör im Vortrag über Ellenbogenerkrankungen und ihre Therapiemöglichkeiten. Überbeanspruchung wie beim sogenannten Tennisarm lösten meist Entzündungen und kleine Einrisse am Ellbogengelenk aus, stellte der Experte fest. Oft ist auch eine schleichend sich entwickelnde Arthrose Anlass der Beschwerden. Fast alle konservativen Therapien und Hilfestellungen, die Dr. Hör vorstellte, konnten dann auch an den Ausstellungsständen konkret kennengelernt werden. Vorgeführt wurden unter anderem die Stoßwellen- und Lasertherapie und fast sämtliche Arten von Bandagen.

Bei den Bandagen macht die Medizintechnik rasante Fortschritte. Bernd Urban führte an seinem Ausstellungsstand die nach Einsatz eines Scanners individuell angefertigte und im 3D-Druck hergestellte „Handorthese“ vor. Oberarzt Robert Drechsel empfahl allerdings in seinem Vortrag „den OP-Zeitpunkt nicht zu verpassen“. Schmerzhafte knöcherne Vorsprünge müssten „arthroskopisch durchtrennt“ oder auch Kalkherde operativ „ausgeräumt“ werden. Dass es auch einen Gelenkersatz an der Schulter gibt, erläuterte Dr. Wolfgang Gruber.

Ausführlich wurde am Orthopädietag auch über Schmerzbehandlung gesprochen. Diese kann auch nach einer Operation notwendig werden. Chefärztin Dr. Susanne Neumeier informierte darüber am Beispiel der Therapie gegen den „Morbus Sudeck“, der meist nach einer Verletzung auftritt. Über Krankheitsbilder und Therapien der Hand informierte Leitender Oberarzt Ahmed Mestan und über die Radontherapie sprach Sibyllenbad-Leiter Gerharde Geiger. Begrüßt wurden die Besucher durch Vorstand Dr. Thomas Egginger. Moderatorin des Vortragsprogramms war Eva Gröninger.

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