06.07.2018 - 13:23 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

OWV-Strobelhütte in Weiden von Baustelle ausgebremst

Die Pächterin der Strobelhütte auf dem Fischerberg hört Ende September auf. Die Baustelle in Letzau und zu allem Unglück noch ein Wasserrohrbruch machen ihr das Leben schwer.

Für Marion Kick ist Ende September auf der Strobelhütte Schluss. Die fianziellen Sorgen sind zu groß. Sohn Fabian unterstützte seine Mutter oft im Service.
von Stephanie Hladik Kontakt Profil

(shl) "Zu euch findet man gar nicht hin" ist ein Satz, der an diesem Mittwoch öfter fällt. Anita und Josef Baumann aus Pfreimd besuchen immer wieder gerne die idyllisch gelegene Strobelhütte. Dass nun beide Zufahrtsstraßen gesperrt sind, hat sie mächtig irritiert. Den Feldweg, der aktuell als provisorische Zufahrt dient, trauen sie sich zuerst nicht zu befahren. Ein Umleitungsschild fehlt.

Marion Kick kennt die Klagen ihrer Gäste. Seit Februar wird in Letzau gebaggert. Dass aber Hochstraße und die Straße "Am Sonnenhang" jetzt gleichzeitig unpassierbar sind, findet die Pächterin mehr als unglücklich. Seit sieben Jahren schwingt Marion Kick (49) den Kochlöffel auf der Strobelhütte. Unterstützt von ihrem Mann Karlheinz (48) und den Söhnen Fabian (16) und Thomas (13), umsorgt sie Wanderer, Radfahrer und Stammtische an drei Tagen in der Woche (Mittwoch, Samstag und Sonntag). Kick ist mit Leib und Seele Wirtin und macht im Durchschnitt gute Umsätze.

"Klar, dass die Besucherzahlen mal schwanken," sagt sie im Gespräch mit Oberpfalz-Medien. Hüttenwirtin zu sein, ist auch ein wetterabhängiges Geschäft. "Zurzeit ist es fast zu schön. Da gehen die Leute lieber ins Freibad als auf den Berg." Das Personal ("Wenn ich eins finde") müsse trotzdem bezahlt werden. Seit die Baustelle da ist, kämen jedoch weniger Gäste. Mehrmals habe sie die Baufirma gebeten, Hinweisschilder aufzustellen.

Strobelhütte: Vier Wochen Plumpsklo

Zu allem Unglück kam noch ein Wasserrohrbruch im Keller dazu. "Wir haben ihn zu spät bemerkt. Monatelang hatte das Wasser Zeit, den Keller zu durchfeuchten." Der höhere Wasserverbrauch machte sie zwar stutzig, aber an einen Rohrbruch habe sie nicht gedacht, sagt Kick. Die "Hans Sperrer Stubm" ist zurzeit nicht benutzbar, die hölzere Wandverkleidung und der Boden wurden rausgerissen, ebenso die WC-Anlage. Vier Wochen mussten die Gäste mit mobilen Toiletten zurechtkommen. Entlüfter waren im Dauereinsatz. Mittlerweile sind die Toiletten saniert. Der Rest werde auch bald fertig, sagt Kick, und ist dennoch nicht glücklich. "Wir sind mit einem fünfstelligen Betrag im Minus. Da kam in den letzten Wochen einfach zu viel zusammen", bedauert die Wirtin.

Auch Alois Lukas vom Oberpfälzer Waldverein - Zweigverein Weiden schluckte, als er die Kündigung sah. Ausgerechnet im 30. Jubiläumsjahr der Hütte. "Schade, dass die Familie Kick aufhört. Wir haben miteinander immer ein gutes Einvernehmen gehabt. Ihr Umsatz ist Sicherheit für uns als Eigentümer der Hütte", sagt Lukas. Das sei jetzt "eine blöde Situation", und der OWV müsse schnellstens die Pachtstelle öffentlich ausschreiben. "Die Ferienzeit steht an, das Turmfest findet am 19. August statt. Wünschenswert wäre natürlich ein nahtloser Übergang."

Wirtin der Strobelhütte: "Baustelle ärgerlich"

Doch da ist auch noch der Wasserschaden. "Da kommen noch Kosten auf den OWV zu. Das müssen wir gemeinsam mit Frau Kick sauber aufarbeiten. Ich denke, die Versicherung wird auch einen Teil abdecken", sagt Lukas. Die Baustelle in Letzau sei ärgerlich. Mehrmals habe er Bürgermeisterin Marianne Rauh auf die Zufahrtsprobleme zur Hütte angesprochen. Nichts habe sich getan.

"Ich rufe die Baufirma gleich selbst nochmal an", verspricht die Bürgermeisterin auf Nachfrage von Oberpfalz-Medien. Warum es keine ausgeschilderte Umleitung gibt? Sie habe bereits mehrmals darum gebeten. "Ich weiß auch nicht, warum sich da nichts tut." Dass die Wirtin der Strobelhütte unter anderem jetzt deswegen das Handtuch wirft, findet Rauh schade. "Aber die Straßenbaumaßnahme war lange geplant und muss sein." Rauh hofft, dass zumindest die Hochstraße bis in einer Woche wieder frei sein wird.

"Ich habe hier sieben schöne Jahre gehabt", sagt Marion Kick. "Wir hatten tolle Feiern. Vor allem um die Stammgäste tut es mir leid. Aber die Entscheidung steht, Ende September ist Schluss."

Die Entscheidung der Pächterin wird es wohl nicht mehr beeinflussen, aber ihre Gäste dürfen sich freuen: Am Freitag Nachmittag wurde das fehlende Umleitungsschild doch noch aufgestellt.

Ein Wasserrohrbruch im Keller macht umfangreiche Sanierungsmaßnahmen notwendig, unter anderem erhält die "Hans Sperrer Stum" eine neue Wandverkleidung und einen neuen Boden.
Die Zufahrt zur Strobelhütte bleibt erschwert. Die Umleitung führt über einen holprigen Feldweg. Seit Freitag steht da endlich auch ein Hinweisschild.

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