Weiden in der Oberpfalz
12.10.2018 - 15:51 Uhr

Parken über Bombentrichter

1945 ließen die US-Amerikaner auf dem jetzigen Parkplatz am Langen Steg noch ein paar Bomben fallen. Bei den Haushaltsberatungen am Mittwoch im Finanzausschuss kracht es deshalb ein weiteres Mal.

Der provisorische Parkplatz am Langen Steg wird gut genutzt. Aber die Stadt verdient bisher nur wenig damit. Jetzt stehen einem teueren Ausbau (1,2 Millionen Euro) auch noch Altlasten in Form von mit Restmüll gefüllten Bombentrichtern im Weg. Bild: Gabi Schönberger
Der provisorische Parkplatz am Langen Steg wird gut genutzt. Aber die Stadt verdient bisher nur wenig damit. Jetzt stehen einem teueren Ausbau (1,2 Millionen Euro) auch noch Altlasten in Form von mit Restmüll gefüllten Bombentrichtern im Weg.

(vok) Nach langen Jahren der Diskussion sollte im nächsten Jahr der bisher nur sehr provisorisch anmutende Parkplatz Am Langen Steg gegenüber der Mehrzweckhalle endlich richtig ausgebaut werden. 200000 Euro hatte die Verwaltung in den Entwurf des Haushalts eingestellt. "Wir brauchen die Parkplätze dort", forderte SPD-Fraktionschef Roland Richter. Er verwies auf Schulen, Behörden und Sporteinrichtungen, auf Klinikum und Friedhof. Man müsse den Platz ordentlich ausbauen und vernünftig bewirtschaften. Allerdings habe er jetzt gehört, das man bei Bodenuntersuchungen auf die Altlasten-Problematik gestoßen sei. "Und das kann sehr teuer werden." Immerhin habe das Grundstück der Stadt schon beim Kauf 750000 Euro gekostet.

Laut Baudezernent Oliver Seidel aber wird schon der normale Ausbau mit 1,2 Millionen Euro sehr teuer. "Noch ohne Altlasten." Davon gebe es jedoch eine bis zu zwei Meter dicke Schicht. Wie zu erfahren war, hätten die Anlieger nach dem Kriegsende die Bombentrichter mit ihrem Restmüll gefüllt.

Entrüstet reagierte Grünen-Fraktionschef Karl Bärnklau. "Nie und nimmer" könne man dort für einen Parkplatz 1,2 Millionen ausgeben. So viel Geld bereitzustellen, mache keinen Sinn, befand auch CSU-Kollege Wolfgang Pausch. "Riesig verärgert" zeigt sich bei dem Thema OB Kurt Seggewiß."Haben wir Bombenlöcher gekauft?" Er wolle eine Lösung mit Parkeinnahmen. Notfalls mit einfachsten Schranken. Es gehe doch nicht an, dass im Mai zu einem Haindling-Konzert über 1000 Leute kommen, "und die Stadt profitiert nicht einen Cent". Kämmerin Cornelia Taubmann wies darauf hin, dass der Vollausbau seit sieben Jahren diskutiert werde und die Kosten in der Zeit von 400000 Euro auf 1,2 Millionen gestiegen seien. Und: "Wir haben Altlasten statt einen Parkplatz gekauft." Sie schlug vor, eine einfache Schranke zu installieren, bei der man bei der Ausfahrt ein oder zwei Euro einwerfen muss. Matthias Loew (SPD) erinnerte an den Parkplatz auf dem ehemaligen Dänner-Eck, den ein Unternehmer mit einfachen Mittel installiert habe. Auch beim Festplatz werde die Parkfläche nur geschottert. Loew: "Wir müssen nicht immer die goldene Variante wählen."

Wegen der möglichen Altlastenproblematik im Untergrund des Parkplatzes verzichtete der Finanzausschuss voerst auf einen Beschluss über den vollständigen Ausbau. Anstelle der Tiefbaumaßnahmen wurde gegen die Stimme von Bärnklau der vorübergehende Erwerb einer Schrankenanlage beschlossen. Im Haushalt steht dafür ein Ansatz von 200000 Euro bereit, um den Parkplatz bis zur endgültigen Beschlussfassung über das weitere Vorgehen bewirtschaften zu können.

Zum provisorischen Parkplatz am Friedhof/Ecke Gabelsberger Straße teilte die Verwaltung mit, dass dort nach Allerheiligen mit dem Ausbau begonnen werden soll. Bisher sei die Baustelle Klinikum einem Start im Weg gestanden.

 
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