24.02.2020 - 10:03 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Personalexperten Weidener Firmen geben Tipps: "Bewerber muss zum Betrieb passen"

Trotz sinkender Bewerberzahl insgesamt kann es schwierig sein, den Ausbildungsplatz im Wunschberuf zu finden. Tipps für Bewerber gibt es bei einer Podiumsdiskussion von Personalexperten.

Moderiert von den Berufsberaterinnen Martina Bieber und Anita Kersten (Sechste und Siebte von links) formulierten die Personalexperten (von links) Theo Zeitler, Cornelia Uschold, Thomas Kick, Stephan Thesing und Tanja von der Grün ihre Erwartungen an Bewerber.
von Siegfried BühnerProfil

Eltern und Schüler der achten und neunten Jahrgangsstufe der Sophie-und-Hans-Scholl-Realschulen waren zur Podiumsdiskussion „Was erwarten Betriebe von den Bewerbern?“ gekommen. Fünf leitende Personalverantwortliche von Betrieben gaben Tipps aus ihrem Unternehmensalltag. Eingeladen hatte die Berufsberatung der Arbeitsagentur Weiden. Namens beider Schulen begrüßte die Lehrerin Anja Schlosser von der Sophie-Scholl-Realschule die Zuhörer.

In vielen Punkten bestand unter den Experten weitgehende Einigkeit, sodass Eltern und Bewerber gesicherte Verhaltensempfehlungen zu hören bekamen. So sagte zum Beispiel der Personalleiter Theo Zeitler von Witron Logistik: „Wenn Bewerber zum Unternehmen passen, werden sie eingestellt.“ Im Zweifelsfalle bleibe auch einmal ein Ausbildungsplatz unbesetzt. Betrieb und Bewerber täten sich keinen Gefallen, wenn sie später feststellen müssten, dass die jeweiligen Interessenslagen auseinander liegen. Als „schreckliche Entwicklung“ bezeichnete es Zeitler, dass manche Bewerber trotz unterschriebenen Ausbildungsvertrags am Tag des Ausbildungsbeginns „einfach nicht kommen“. Auch eine Absage eine Woche vor diesem Termin sei viel zu spät, um rechtzeitigen Ersatz zu finden.

Personalberater Stephan Thesing stellte dazu fest: „Mit dem Ausbildungsvertrag geht man eine Beziehung ein, für die man sich mit Haut und Haar einsetzen muss“. Zur Frage, welche Zeugnisnoten von den Betrieben erwartet würden, bestand Einigkeit, dass die Noten zum angestrebten Beruf „passen“ müssten. Thomas Kick von Metallbau Korsche erklärte: „Wer Metallbauer lernen will, sollte schon im Hauptfach Mathematik eine gewisse Leistung bringen.“ Mindestens genauso wichtig sei es, „Freude am Umgang mit Metall zu haben“. Dass heutzutage „Englisch ein Muss“ sei, betonte Thesing.

Ausführlich beschäftigte sich die Gesprächsrunde mit dem Thema Praktikum. Alle Experten betrachten das Praktikum als das beste Instrument, sich über einen Beruf zu informieren und sich gegenseitig kennenzulernen. Unterschiedliche Praktika zu absolvieren sei durchaus legitim. Bei der schriftlichen Bewerbung sollten dann aber „berufsbezogene Praktika“ nachgewiesen werden, empfahl Personalreferentin Cornelia Uschold vom Unternehmen Constantia in Pirkmühle. Ein Praktikum bietet laut Uschold auch die Chance zu erkennen, „diesen Beruf möchte ich nicht“.

An die Eltern richtete Ausbildungsleiterin Tanja von der Grün von der Sparkasse Oberpfalz-Nord die Empfehlung: „Lassen Sie Ihre Kinder selbst anrufen, wenn diese ein Praktikum machen wollen.“ Die Ausbildungsleiterin bestätigte einen Trend zu immer frühzeitigeren Bewerbungsterminen, stellt aber für ihre Einrichtung fest: „Wir setzen keine Fristen mehr in die Anzeigen.“

Wichtig sind laut von der Grün in den Bewerbungen auch die Aussagen in der Zeugnisbemerkung. Denn „da steht oft etwas, das man zwischen den Zeilen lesen kann“. Moderiert wurde die Veranstaltung von den Berufsberaterinnen Martina Bieber und Anita Kersten.

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