03.02.2021 - 17:51 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Pestalozzischule: Tritt auf die Kostenbremse

Zwischen Kostenschätzung und neuer Kostenberechnung liegen gerademal 386.882 Euro. Dennoch will die Bauverwaltung beim Projekt Pestalozzischule schon jetzt die Zügel anziehen. Die Planer müssen nach Einsparungen suchen.

Bei der Generalsanierung und Erweiterung der Pestalozzischule mit Neubau einer Doppelturnhalle versucht die Stadt Weiden, die Kosten in einem klaren Rahmen zu halten. Auch deshalb muss der Bau- und Planungsausschuss über Kürzungen bei der Baumaßnahme diskutieren.
von Josef-Johann Wieder Kontakt Profil

Mit dem Vorschlag, kräftig auf die Kostenbremse zu treten, geht Baudezernent Oliver Seidel in die Sitzung des Bau- und Planungsausschusses. Mit Blick auf die Preisentwicklung schlägt er den Stadträten vor, einige Maßnahmen zu streichen. Denn allein aufgrund der Steigerung der Baupreissteigerung muss die Kostenschätzung für die Generalsanierung und Erweiterung der Pestalozzischule mit Neubau einer Doppelturnhalle um 437 409 Euro auf 37 054,818 Euro angehoben werden. In der nun vorliegenden Kostenberechnung, die die Zahlen konkretisiert, ist sogar von einer Bausumme von 37 441 700 Euro auszugehen - und das sind Mehrkosten von 386 882 Euro.

Neben bereits bei der Planung berücksichtigten Einsparungen wären nach Durchforstung der Ansätze weitere Streichungen von Maßnahmen im Umfang von 585 200 Euro möglich. Diese gingen jedoch teilweise zu Lasten der Qualität, Nachhaltigkeit und Nutzungsanspruch, warnt Seidel im Vorlagebericht. Über diese weiteren Einsparungen sollte deshalb der Bau- und Planungsausschuss entscheiden.

Das Baudezernat empfiehlt den Entfall der Photovoltaikanlage (372 000 Euro), die für den Betrieb der Schule nicht zwingend erforderlich sei. Bei der weiteren Planung könnte die Anlagen einer Wirtschaftlichkeitsbetrachtung unterzogen und später als eigenständige Maßnahme ausgeführt werden. Für die Bauausführung empfiehlt es den zeitlichen Zusammenhang mit der Hauptmaßnahme.

Der Rest sind vergleichsweise Kleinbeträge: Die Reduzierung der barrierefreien Toilettenräume in Schule und Turnhalle von acht auf vier bringt etwa 30 000 Euro, bei der Außenbeleuchtung sollen 15 000 Euro eingespart werden. Gestrichen ist die Heizung der Behinderten-Rampen, was zwar den Hausmeister zum Räumen und Streuen zwingt, aber das Budget um 13 000 Euro entlastet. Auch die Schulverwaltung muss ihren Beitrag leisten. Sie spart 30.000 Euro ein, wenn sie während der Bauphase lediglich in den Schul-Container zieht. Ursprünglich war die Unterbringung im Neubau vorgesehen, wo Umbauten nötig gewesen wären. In den Technikräumen wird auf Bodenbeläge verzichtet, was 6000 Euro einspart.

Nicht verzichten will das Baudezernat auf die Ziegelfassade (80.000 Euro), die bei der Rotstift-Aktion der Ersatz durch eine Zementplattenfassade und ein einfaches Wärmedämmverbundsystem drohte. Dies würde die Nachhaltigkeit und Haltbarkeit negativ beeinflussen und deutlich höhere Kosten im Unterhalt verursachen.

Mit den vorgeschlagenen Abstrichen sinken die Baukosten nun um 472.000 auf 36.969.700 Euro. Die entsprechenden Förderanträge sind bei der Regierung eingereicht. Die Stadt hofft, mit einem Eigenanteil von knapp 11 Millionen Euro das Projekt stemmen zu können.

Die Stadträte reagieren sensibel auf steigende Kosten

Weiden in der Oberpfalz

 

 

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.