Weiden in der Oberpfalz
23.07.2019 - 11:28 Uhr

Pflegepreis für Weidener Herbert Stich

Bereits zum 15. Mal wurden acht Preisträger aus Bayern für die langjährige und vorbildliche Pflege ihrer MS-betroffenen Angehörigen mit dem Pflegepreis der Bayerischen MS-Stiftung ausgezeichnet. Auch Herbert Stich aus Weiden war dabei.

Pflegepreisträger Herbert Stich kümmert sich um seine Frau Sonja. Bild: exb/Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft (DMSG) Landesverband Bayern e. V.
Pflegepreisträger Herbert Stich kümmert sich um seine Frau Sonja.

Preisträger sind Gabriele Schwebach aus Oberbayern, Ina Krebs aus Schwaben, Herbert Stich aus der Oberpfalz, Günter Raab aus Oberfranken, Thomas Krieg aus Mittelfranken und Monika Breunig aus Unterfranken. Sie alle eint, dass sie aufopferungsvoll ihre Lebenspartner bzw. Geschwister pflegen. Ihre Zuwendung geht weit über die reine Pflege hinaus: sei es die Organisation von Arzt- und Therapiebesuchen, die aufwendig organisierte Freizeitgestaltung, den barrierefreien Umbau der Wohnung oder den Streit mit Versicherungen – ohne die Unterstützung des engen Familienumfeldes geht es nicht.

Die Bayerische MS-Stiftung hatte zur feierlichen Preisverleihung ins „Haus der Begegnung“ in Kempfenhausen am Starnberger See eingeladen. Dr. Monika Himmighoffen, Vorsitzende der DMSG Bayern, und Dr. Nicolaus König, Vorsitzender der Bayerischen Multiple Sklerose-Stiftung, hielten die Laudatien.

Sonja Stich erhielt die Diagnose MS 1996 während der Schwangerschaft mit der zweiten Tochter. Der Verlauf der Krankheit entwickelte sich dramatisch: Im Alter von 35 Jahren fiel die Weidenerin nach einem schweren Schub ins Koma, und es ist einem letzten Behandlungsversuch mit einem neuen Medikament zu verdanken, dass die Frau ins Leben zurückkehren konnte, wobei eine starke Sehschwäche bestehen blieb. Die Kinder waren damals 8 und 12 Jahre alt.

Seit 13 Jahren pflegt Herbert Stich seine Frau. Auch um die beiden Töchter, den Haushalt und den barrierefreien Umbau des Eigenheims kümmerte sich Stich mit großem Engagement. Im November 2018 erkrankten er selbst sehr schwer. Auch dann versuchte er noch zu den Behandlungen in Regensburg zu pendeln. "Mit Ihrer Kraft und liebevollen Pflege haben Sie Ihrer Frau geholfen, ihre schwierige Situation zu meistern und nicht aufzugeben", betonten die Laudatoren.

 
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