27.02.2020 - 11:53 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Polizeibeamte weiterhin "am Limit"

Die Gewerkschaft der Polizei klagt: Es gibt zwar mehr Personal, aber noch mehr neue Aufgaben in den Dienststellen.

Heinrich Rewitzer von der Gewerkschaft der Polizei sorgt sich wegen der steigenden Gewalt gegen Beamte.
von Josef-Johann Wieder Kontakt Profil

Alte und neue Sorgen bei der Polizei: Die Personaldecke immer noch zu dünn, die Reißverschlüsse an der brandaktuellen Sommeruniform zu kurz, die Taschen zu klein. Doch jetzt wird alles besser, hofft Heinrich Rewitzer von der Gewerkschaft der Polizei.

Vor einigen Jahren startete Rewitzer bei der traditionellen Jahreskonferenz der Gewerkschaften in Weiden einen Hilferuf. Zu viele Dienstposten bei der Polizei blieben unbesetzt. Nun bestätigt er, dass er damals eine Stellungnahme an die vorgesetzte Dienststelle verfassen musste. Immerhin. Es habe sich viel getan: massiv wird Nachwuchs ausgebildet. Der Gipfel der Pensionsabgänge wurde 2018 überschritten. 2020 kommen 500 neue Beamte. Diese Zahl sei vom Landtag auch bis 2023 zugesagt. Zugleich gebe es mehr Beamte in den Bereichen IT, für den Kampf gegen Cyber- und Wirtschaftskriminalität. Dennoch sei nicht alles "multo bene", betont Rewitzer: Unterm Strich blieben nur 150 Beamte mehr, die in den Dienststellen "dringend erwartet und gebraucht werden".

Zugleich würden immer mehr Personalresourcen verschlungen von familienpolitischen Angeboten, begründeter Teilzeit aber auch erhöhten Anforderungen bei Spezialeinsätzen, etwa für Sportveranstaltungen oder Demonstrationen. Hinzu kommen Fortbildungen und Umschulen für die neue Dienstpistole, Bodycam und neue EDV-Programme. Die Polizei sei zudem bei normalen Kontroll- und neuen Überwachungsaufgaben gefordert.

Sorgen bereite der Gewerkschaft der Polizei die steigende Gewalt gegen Polizisten. "Wir hoffen, dass die Einführung der Bodycam wieder mehr Normalität und damit sinkende Widerstandszahlen bringt", so Rewitzer. Die Gewerkschaft der Polizei mahnt den Abbau des Beförderungstaus sowie Hilfen für Beamte in teuren Ballungszentren an.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Für Sie empfohlen

 

Videos aus der Region

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.