Jan Stehlík braucht keine große Ankündigung. Kaum steht der hünenhafte Gitarrist mit der Ballonmütze auf der „Live Stage“ im „Parapluie“, ist die Marschrichtung klar: Jump Blues mit Druck und Leidenschaft. Am Freitagabend war der Club bis auf den letzten Platz besetzt. Schnell verwandelte sich der Saal in ein Tanzlokal. Das Trio trat bereits als Vorgruppe für internationale Bluesgrößen wie Charlie Musselwhite, Lurrie Bell, Paul Lamb und Ana Popovic auf.
Rau die Stimme, präzise der Gesang, exzessiv das Gitarrenspiel. Der Sound des tschechischen Musikers erinnert an die 40er- und 50er-Jahre. Und dennoch wirkt er frisch. Mit seinem Prager Trio „St. Johnny“ setzte Stehlík vor allem auf eigene Songs. Texte aus dem Leben, direkt und unverstellt, getragen von energiegeladenen Rhythmen. Kamil Němec gab am Schlagzeug den Takt vor, Milan Schmidt sprang, wie schon vor zwei Jahren, am Bass ein und hielt das Fundament zusammen. Zwischendurch blitzten Elvis Presley und Johnny Cash auf. Allerdings im unverwechselbaren St.-Johnny-Gewand.













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