12.08.2019 - 17:37 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Private Parkplatzüberwachung: Weidener Kaufland klärt auf

Die Überwachung von Supermarkt-Parkplätzen von Privatfirmen ist umstritten. Vor der Kauflandfiliale in der Unteren Bauscherstraße steht ein Schild, das den Einsatz privater Knöllchenschreiber vermuten lässt. Was hat es damit auf sich?

Rechts neben der Einfahrt der Weidener Kauflandfiliale steht das Schild, das laut Filialleiter Christoph Steinhauser nichts weiter als ein „höflicher Hinweis, das Gelände nicht als Dauerparker zu nutzen“, ist.
von Wolfgang Ruppert Kontakt Profil

Wer auf den Parkplatz der Weidener Kauflandfiliale in der Unteren Bauscherstraße fährt, dem könnte ein Schild ins Auge stechen, auf dem steht: "Privatgelände! Höchstparkdauer für Kunden 90 Minuten. Widerrechtlich parkende Fahrzeuge werden kostenpflichtig abgeschleppt." Zusätzlich weist das Schild darauf hin, dass Kunden eine Parkscheibe benutzen müssen. Was bedeutet das konkret? Immerhin sind momentan Privatfirmen, die Parkplätze vor Supermärkten überwachen und Knöllchen verteilen, ein vieldiskutiertes Thema.

Kaufland ahnungslos

Auf Anfrage von Oberpfalz-Medien ist Filialleiter Christoph Steinhauser zunächst überrascht. Er sagt, er wisse gar nichts von einem Schild vor der Einfahrt. Allerdings habe er auch schon die besondere Brisanz des Themas zu spüren bekommen. "Heute waren bereits zwei Kunden bei mir, die mich gefragt haben, ob sie sich vor einer Geldstrafe fürchten müssen, wenn sie auf dem Gelände parken." Steinhauser recherchiert und meldet sich wieder bei der Redaktion. Er teilt mit: Das Schild "ist ein Relikt aus vergangenen Zeiten. Das steht da schon immer".

Wer aber überwacht den Parkplatz? Die überraschende Antwort: "Niemand." Eine Privatfirma sei nicht im Einsatz. "Das ist nicht mehr als eine höfliche Aufforderung an die Nutzer, das Gelände nicht als Dauerparkplatz zu nutzen. Ob sie das auch tatsächlich machen, weiß keiner so genau." Einzig einem Dauerparker habe der Filialleiter einmal - nach zwei Wochen - einen Zettel in die Windschutzscheibe mit dem Hinweis gehängt, dass er auf einem Privatgelände stehe. Vom Einsatz privater Firmen zur Parkplatzüberwachung hält Steinhauser nichts. Denn: "So etwas ist absolut kundenunfreundliches Verhalten."

Die angegebene Höchstparkdauer von 90 Minuten ist Steinhauser zufolge nicht zu ernst zu nehmen. "Die Leute sollen in Ruhe einkaufen können. Da ist es mir auch egal, wenn sie drei Stunden dastehen." Der zeitliche Rahmen sei ohnehin unrealistisch. Wer im Haus einen Friseurtermin habe, danach einkaufen und Schuhe kaufen gehe, brauche länger. "Ich habe mitbekommen, dass die Leute immer wieder bei uns parken, die im Ärztehaus in der Nähe einen Termin haben. Auch da haben wir noch nie was gesagt."

Ein neues Geschäftsmodell füllt die Taschen privater Parküberwacher

Weiden in der Oberpfalz

Steinhauser erklärt auch, was es mit den Verkehrsschranken an jeder der Einfahrten auf sich hat: "Nachts sperren wir das Gelände ab, so dass kein Fahrzeug mehr darauf fahren kann." Das geschehe aus Sicherheitsgründen. "Wir wollen verhindern, dass Flaschen zerbrochen werden und Glassplitter herumliegen. Es geht auch darum, den Parkplatz sauber zu halten."

Was die Schilder an den Einfahrten angeht, möchte Steinhauser die Kunden nicht einschüchtern. Sein Angebot: "Wenn das für so viel Irritation sorgt, dann lasse ich die Schilder entfernen."

Schilder entfernen

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