02.12.2020 - 12:37 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Prozess in Weiden: Vergewaltigung im Schlaf

Hätte ein 39-Jähriger gegenüber seiner Internet-Bekanntschaft nichts gesagt, dass er sie im Schlaf vergewaltigt hatte, wäre es wohl nie zu einem Prozess gekommen. So musste er sich nun am Dienstag in Weiden vor Gericht verantworten.

Eine Statue der Justitia.
von Autor RNSProfil

Vor der 1. großen Strafkammer in Weiden stand nun ein 39-Jähriger wegen eines sexuellen Übergriffs. Der Angeklagte hatte im Mai vergangenen Jahres über eine Chat-Plattform eine damals 34-Jährige aus dem östlichen Landkreis Neustadt/WN kennengelernt. Man traf sich bei ihm in Regensburg und kam sich auch intim näher. Im Juni verbrachte der Ledige ein Wochenende bei der Geschiedenen zuhause. Nachdem beide bei der Vermieterin und Nachbarin eines Abends „Kniffel“ gespielt und heftig dem Alkohol zugesprochen hatten, begaben sie sich gegen 2.30 Uhr zu Bett.

Die Frau schlief infolge des Alkoholkonsums tief und fest. Da näherte sich der Mann ihr von hinten und vollzog den Beischlaf mit ihr. Sie bemerkte nichts davon. Erst morgens klagte sie über heftige Schmerzen im Unterleib. Als ihr ihr Gast berichtete, dass er in der Nacht einige ungewöhnliche Sexualpraktiken mit ihr ausgeführt hatte, war die 34-Jährige schockiert und machte ihm klar, dass sie derartiges nicht wünsche und auch nicht toleriere. Sie ließ ihn trotzdem weiter bei ihr übernachten.

In einer darauffolgenden Nacht kam es wohl wieder zu einem sexuellen Übergriff. Nachdem die Frau den Regensburger zum Zug gebracht hatte, entspann sich umfangreicher Chat-Verkehr. Sie: „So was kann man nicht mehr gut machen!“ Er: „Dann zeig mich doch an!“ Das machte die junge Frau schließlich auch und es kam zur Verfolgung durch die Justiz.

Dank eines Geständnisses ersparte der Angeklagte der Geschädigten eine peinliche Zeugenaussage. Dies hielt ihm Staatsanwaltschafts-Gruppenleiter Peter Frischholz zugute, ebenso wie die alkoholbedingte Enthemmung bei der Tat. Frischolz forderte zwei Jahre Freiheitsstrafe, die jedoch wegen der besonderen Umstände des Falls zur Bewährung ausgesetzt werden könnten. Zudem sollte der psychisch schwer Angeschlagene für die Zeit von drei Jahren einem Bewährungshelfer unterstellt werden und jeden Monat 20 Euro Schmerzensgeld an die Geschädigte zahlen.

Rechtsanwalt Tobias Konze, der diese als Nebenkläger vertrat, betonte, dass seine Mandantin „einen Schlussstrich ziehen“ wolle. Verteidiger Dr. Georg Karl forderte, eine geringere Strafe als die, von Frischholz beantragte, zu verhängen. Sein Mandant habe sich „nicht raus zu reden versucht“ und habe sich bei seinem Opfer entschuldigt.

Landgerichtspräsident Gerhard Heindl, Richter Oliver Gruber und die Schöffen entsprachen mit ihrem Urteil dem Antrag der Staatsanwaltschaft.

Bewährung für Angeklagte nach Wirtshausschlägerei

Weiden in der Oberpfalz

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