02.12.2019 - 18:15 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Radler in Fußgängerzone herbremsen

Das ist in vielen Städten keine Selbstverständlichkeit: Radfahrer dürfen durch die Fußgängerzone fahren. Das Problem: Manche fahren nicht, sie rasen. Fußgänger fühlen sich immer stärker gefährdet. Was tun?

Wer wie vorgeschrieben langsam fährt, kann auch schnell mal ausweichen. Viele Radfahrer sind in der Fußgängerzone allerdings zu rasant unterwegs. Das macht Fußgänger rasend.
von Volker Klitzing Kontakt Profil

SPD-Stadträtin Brigitte Schwarz bringt das Thema im Hauptverwaltungsausschuss immer wieder zur Sprache, fordert Maßnahmen, um das schnelle Radfahren einzudämmen. Auf ihre jüngste Anfrage teilte Polizeihauptkommissar Hans Wurm mit, dass es im vergangenen Jahr zu 298 schriftlichen Verwarnungsgeldern gekommen sei. "Und dazu noch rund 100 Bargeld-Verwarnungen." In den ersten sechs Monaten dieses Jahres zeichneten sich rückläufige Zahlen an. Wurm berichtete von 97 schriftlichen Verwarnungen.

Einen direkten Fahrradbeauftragten gibt es aktuell bei der Polizei nicht. Trotzdem sind für das Frühjahr 2020 in Zusammenarbeit mit dem Verkehrsüberwachungsdienst Aktionen in der Fußgängerzone gegen zu schnelles Radfahren geplant, wie Wurm ankündigte.

Weitere Verbesserungen für Radfahrer und Fußgänger sind im Zuge des Wittgarten-Durchstichs im Kreuzungsbereich Königsberger-, Siechen- und Schweigerstraße vorgesehen. Nach gleichlautenden Anträgen von SPD und CSU soll hier zunächst eine provisorische Querungshilfe eingerichtet werden. Für eine endgültige Lösung sollen noch Untersuchungen in Abstimmung mit dem Münchener Planungsbüro Dragomir abgewartet werden. Wolfgang Pausch (CSU) regte an, den 150 Meter entfernten Zebrastreifen im Bereich Schweiger-/Fehrstraße zurück zu bauen.

In der Sitzung des Hauptverwaltungsausschusses lagen noch einige Anregungen der Grünen zum Thema Fahrradwege vor. So sollen Einbahnstraßen für Radfahrer in beide Richtungen freigegeben werden.Fraktionschef Karl Bärnklau kritisierte, dass hierüber zwar seit fünf Jahren immer wieder mal diskutiert werde, aber nichts geschehe. Rechtsdezernentin Nicole Hammerl verwies auf detaillierte Prüfungen, eine große Aufgabenfülle und begrenzte Personalressourcen. Allerdings wollte die Verwaltung unabhängig vom Antrag das Thema über die Wintermonate aufgreifen, sagte die Dezernentin. Danach werde man im Ausschuss berichten.

Keine Chance hatte die Forderung der Grünen, den Schutzstreifen in der Bahnhofstraße zwischen Johannisstraße und Josef-Witt-Platz rot einzufärben. Dieser sei gut abmarkiert und mit Fahrrad-Piktogrammen gekennzeichnet, so dass jedem Verkehrsteilnehmer klar erkennbar sei, dass dieser Bereich nicht beparkt werden dürfe.Die Rechtsdezernentin betonte, dass die unterhalts- und kostenintensive rote Einfärbung kritischen Stellen vorbehalten sei, wo eine erhöhte Aufmerksamkeit erforderlich sei. "Die Einfärbung soll daher nicht inflationär zur Anwendung kommen, damit deren sensibilisierende Wirkung erhalten bleibt." Hammerl kündigte an, den Bereich verstärkt durch den Verkehrsüberwachungsdienst kontrollieren zu lassen. Dieser kann auch gleich überprüfen, wer bei rot von der Bahnhofstraße rechts in die Fußgängerzone abbiegt. Das bleibt auch verboten.

Aus Sicherheitsgründen abgelehnt wurde eine weitere Forderung der Grünen, nach der Radfahrer in der Christian-Seltmann-Straße stadtauswärts bei rot über den Knotenpunkt mit der Sintzel- und Peuerlstraße fahren dürften. Klar wäre es für Radfahrer bequemer, wenn sie bei rot nicht abbremsen müssten, sondern den hangabwärts gewonnenen Schwung bergauf nutzen könnten.Allerdings, so Hammerl, seien Konflikte mit vorfahrtsberechtigten Fahrzeugen aus den Seitenstraßen vorprogrammiert.

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