Weiden in der Oberpfalz
26.06.2018 - 15:16 Uhr

Rainer Lehner vor Karrieresprung

Justizministerium: Weidener ist "der vorgesehene Kandidat" für den Posten des Amtsgerichtsdirektors

Rainer Lehner Ascherl, Christine [CA] (christine.ascherl@oberpfalzmedien.de)
Rainer Lehner

(ca) Oberstaatsanwalt Rainer Lehner wird aller Voraussicht nach neuer Direktor des Amtsgerichts Weiden. Er tritt damit die Nachfolge von Gerhard Heindl an, der kürzlich zum Präsidenten des Landgerichts ernannt worden ist. Regierungsdirektor Dr. Thomas Pfeiffer, Sprecher des bayerischen Justizministeriums, bestätigte am Dienstag die Personalie: Lehner sei "der vorgesehene Kandidat". Der Wechsel soll zum 1. August erfolgen.

Am Amtsgericht wird Lehner mit offenen Armen erwartet. Er ist dort alles andere als unbekannt: Von 2009 bis 2013 war der 57-Jährige bereits stellvertretender Direktor. Lehner freut sich auf die bekannten Kollegen. Ohnehin empfindet er es als Glück, dass er in seiner beruflichen Laufbahn seine Heimatstadt Weiden nie habe verlassen müssen: "Das Betriebsklima bei der Weidener Justiz ist hervorragend." Schon in seiner Probezeit war er als Richter am Landgericht in Weiden eingesetzt. Er war hier in fast allen denkbaren Positionen tätig: als Staatsanwalt, Gruppenleiter, Richter der Zivilkammer und Strafkammer und Betreuungsrichter.

All dies immer in Weiden. Nur geboren ist Lehner woanders: Zur Welt kam er in Mittenwald, wo sein Vater bei der Bundeswehr stationiert war. Das Abitur legte Lehner 1980 am Kepler-Gymnasium ab, studierte in Regensburg Rechtswissenschaften und trat 1990 in den Dienst der bayerischen Justiz ein. Lehner ist Vater einer Tochter, die Familie wohnt im Landkreis Neustadt/WN. Die Liebe zu den Bergen ist ihm offenbar trotzdem in die Wiege gelegt: Der 57-Jährige fährt leidenschaftlich gern in die Berge. Sommers wie winters. Er ist begeisterter Skifahrer und verbrachte zu Studentenzeiten wochenlang jeden Tag auf Pisten in den Alpen.

Das hätte sein Beruf in den letzten Jahren nicht mehr zugelassen: Als Oberstaatsanwalt bearbeitete Lehner seit 2013 die Schwurgerichtssachen und Todesermittlungsverfahren im Landgerichtsbezirk. Besonders eingeprägt haben sich dabei einige Fälle: etwa der Tod einer krebskranken Frau durch Pistolenschüsse ihres Mannes in den Naabwiesen oder der nächtliche Überfall auf eine junge Frau in Pressath in ihrer eigenen Wohnung. Aber auch der Tod eines neunjährigen Buben in Vohenstrauß ist Lehner als "fürchterliche Geschichte" in Erinnerung bleiben.

Lehner galt schon lange als Wunschkandidat für die Nachfolge Heindls. Die Zustimmung des Präsidialbüros lag bereits vor, als die Konkurrentenklage eines fränkischen Amtsgerichtsdirektors dazwischen funkte. Diese wurde inzwischen zurückgezogen. Anders ist dies bei der Besetzung des ebenfalls vakanten Postens des Vizepräsidenten des Landgerichts: In diesem Fall ist nach wie vor ein Konkurrenzstreitverfahren anhängig.



 
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