09.10.2019 - 17:09 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Realschul-Halle: Neuer Eingang löst Problem nicht

Vor der Sanierung der Realschulsporthalle war die Tür, die zum Hartplatz führt, kaum mehr als ein Notausgang. Bald soll dort aber auch ein Eingang für die Zuschauer sein. Das Hauptproblem wird damit jedoch nicht gelöst.

Ein neuer Eingang für Zuschauer. Sie müssen aber nach wie vor übers Spielfeld gehen. Vor dem Eingang soll noch ein Anbau entstehen.
von Volker Klitzing Kontakt Profil

Es war seit Anfang an ein großes Ärgernis in der Sporthalle der Realschulen. Die Zuschauer mussten vom Eingang über das Spielfeld laufen oder sich zumindest hinter einem Tor an der Wand vorbeischleichen, um zu den Tribünen zu gelangen. Mit der Sanierung sahen die Stadträte die Chance, diesen Missstand zu beheben. Die Tür, die von der hintersten Halle in Richtung Elly-Heuss-Gymnasium auf den Hartplatz führt, sollte für die Zuschauer genutzt werden und diese direkt auf die Tribüne führen.

Am Dienstag nun mussten die Mitglieder des Sportbeirates von der städtischen Hochbau-Chefin Jutta Häusler erfahren, die Sanierung sei zu weit fortgeschritten. Jetzt lasse sich die Tür nicht mehr versetzen. Die Folge: Die Zuschauer würden nun in diesem Eck das Spielfeld queren.

Offen ist derzeit noch, wie ein an dieser Stelle geplanter Anbau genutzt werden soll. Zur Klärung sollen die im Stadtverband für Leibesübungen zusammengeschlossenen Vereine über Fragebögen ihre Ansprüche und Wünsche äußern. Die Verwaltung hatte zwei Vorschläge unterbreitet. Die große Lösung beinhaltet auf 290 Quadratmetern ein kleines Foyer, Lagerflächen, Zuschauer-Toiletten, eine Kleinküche mit offener Theke und einen 80 Quadratmeter großen Multifunktionsraum für bis zu 20 Personen, der in der halb so großen Variante fehlt. Die Kosten belaufen sich auf 570000 beziehungsweise 260000 Euro.

In der Diskussion machte Bürgermeister Lothar Höher schnell deutlich, dass eine kleine Lösung ausreichend sei, vor allem, weil man an der FOS/BOS noch eine Dreifachhalle bauen wolle. "Die kommt, egal wie." Auf die Mitteilung, dass die Verwaltung und Vertreter der Fraktionen bereits auf Besichtigungstouren unterwegs waren, reagierte Hans Sperrer (CSU) verwundert. Er wisse weder von Fahrten noch von einer Arbeitsgruppe. Laut Häusler hat die CSU auf Einladungen nicht reagiert.

Zum Anbau stellte Sperrer fest, dass eine kleine Lösung mit Zugang und Toiletten ausreichend sei. Das sieht auch Matthias Loew (SPD) so, der noch daraufhin wies, dass die Küche auch für die Verköstigung bei Veranstaltungen im Freien genutzt werden könnte. Im Gegensatz zu den Politikern seien die Vereine für die große Variante, teilte Sport-Geschäftsführer Christian Meiler mit. Verwundert zeigte sich Traudl Geiner (Stadtverband), dass der SPD-Antrag zum Anbau nach einem Jahr Sanierungszeit komme.Sie warnte vor einer freiwilligen Leistung, die dem Sport möglicherweise wieder auf die Füße falle. "Dann geht der Schuss nach hinten los." Höher und Sperrer betonten zugleich, dass diese Gefahr nicht bestehe. Der Anbau sei keine freiwillige Leistung, sondern eine sinnvolle Ergänzung zur Aufwertung der Halle. Zuschüsse würden deshalb nicht gestrichen.

Nach Meinung von BLSV-Präsident Ernst Werner ist mit einer kleinen Lösung nichts erreicht. Ein Raum könnte für Pilates und Zumba genauso genutzt werden wie für den theoretischen Teil von Fortbildungen. Stadtverband-Präsident Reinhard Meier (Bürgerliste) verwies auf Gruppen, die keine Halle bräuchten. "Kampfsportlern zum Beispiel reicht ein Raum." Solche Einrichtungen wären auch bei einer neuen Dreifachhalle wichtig. Im aktuellen Fall meinte Meier: "Vielleicht könnte die kleine Variante etwas größer sein."

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