20.12.2019 - 16:05 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

"Regi"-Innenhof: Der Bevölkerung ein Juwel zurückgeben

Er gehört zu den schönsten Ecken in der gesamten Stadt. Der gemeinsame Innenhof von Regionalbibliothek und Keramikmuseum drängt sich für Veranstaltungen förmlich auf. Doch seit fünf Jahren ist dort nichts mehr los.

Still ruht der Innenhof von Regionalbibliothek und Keramikmuseum.Seit vor fünf Jahren ein Grundentgelt von 500 Euro pro Veranstaltungstag erhoben wurde, findet im ehemaligen Geheimtipp keine Kultur mehr statt. Jetzt hat der Stadtrat das Entgelt wieder gestrichen.
von Volker Klitzing Kontakt Profil

Das Stichwort hieß mal wieder Konsolidierung. Dazu gehören nicht nur Kosteneinsparungen, sondern auch neue Einnahmequellen auszuschöpfen. Und so trat zum 1. Januar 2015 die "Entgeltregelung Raumnutzung Regionalbibliothek" in Kraft. Diese legte fest, dass für die Durchführung von Veranstaltungen in den Räumen der "Regi" pro Tag 125 Euro Grundentgelt erhoben werden. Und für den Innenhof 500 Euro.

Das Problem: Seit diese Regelung gültig ist,wurde der Innenhof für Kulturveranstaltungen nicht mehr angemietet. In den fünf Jahren erzielte die Stadt keinerlei Einnahmen. Null. Ein Blick auf das Schmuckstück war nur vom Café der Regionalbibliothek aus möglich. Echte Konsolidierung sieht anders aus.

Das haben inzwischen auch die Verwaltung und der Stadtrat erkannt. In der Weihnachtssitzung wurde deshalb beschlossen, das Grundentgelt für Kulturveranstaltungen in der Regionalbibliothek mit Wirkung zum 1. Januar 2020 wieder zu streichen. Im Sachstandsbericht dazu heißt es, dass kulturelle Veranstaltungen die Stadt bereichern. Ein breites Angebot sei mittlerweile zu einem wichtigen Standortfaktor geworden. Dabei gehe es gar nicht so sehr um groß angelegte Veranstaltungen. Es sei eher die Subkultur, folgert die Verwaltung, an der die Besucher Gefallen finden. So galt der Innenhof der Bibliothek lange als Geheimtipp für besondere Veranstaltungen. Diese seien nicht auf große Gewinne ausgerichtet. Nach Abzug der Kosten, unter anderem für Werbung, Licht, Sound und Gema, bleibe den Künstlern oft wenig Spielraum für die eigene Gage. Da sie das volle Risiko tragen, würden zusätzliche Kosten für Raummieten das Budget sprengen.

Grünen-Fraktionschef Karl Bärnklau und SPD-Fraktions-Vize Hildegard Ziegler sprachen sich dafür aus, die Tür für Vorstellungen kultureller Art wieder zu öffnen. "Dieser schöne Innenhof muss wiederbelebt werden." Ganz umsonst geht's eh nicht. Bestehen bleibt die Erhebung eines Nutzungsentgelts in Höhe von 25 Euro pro angefangener Stunde, gerechnet ab Einlass. Für die Nutzung der Kleinen Galerie in der Regionalbibliothek werden 50 Euro pro Kalendermonat verlangt.

Der Innenhof der Regionalbibliothek diente auch für einen Weihnachtsmarkt als romantische Kulisse.

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