21.11.2019 - 15:45 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Regionalbischof besucht Michaelskirche

Regionalbischof Klaus Stiegler war anlässlich des Buß- und Bettags in der Michaelskirche zu Gast. In einer anschließenden Diskussion erläuterten er und Dekan Wenrich Slenczka die Kirche der Zukunft.

Regionalbischof Klaus Stiegler predigt von der Kanzel in der St.-Michaels-Kirche.
von Stefan NeidlProfil

Zum Buß- und Bettag hatte sich im evangelischen Dekanat Weiden hoher Besuch angekündigt: Klaus Stiegler ist seit 1. August Regionalbischof für den Kirchenkreis Regensburg.

In seiner Predigt von der Kanzel erzählte er den Hunderten Gläubigen von Jesus Gleichnis vom Feigenbaum im alten Israel. Drei Jahre lang wuchs er in der trockenen Erde und trug doch keine Früchte. Sein Besitzer sagte dem Gärtner: "Hau ihn ab!" So ähnlich laufe es in der heutigen Zeit: Fußballtrainer, Geschäftsführer, Politiker oder Schüler – wenn der Erfolg fehlt, muss das Konsequenzen haben. Unternehmen brauchen Gewinne und die Gesellschaft profitiert von den bezahlten Steuern.

"Gott sei Dank haben wir eine soziale Marktwirtschaft", sagte Stiegler. Denn der Staat kümmere sich auch um die Schwachen. So auch im Gleichnis: Der Gärtner bittet seinen Herrn, dem Feigenbaum noch ein weiteres Jahr zu geben. Er werde ihn düngen und pflegen. "Der Weingärtner war ein Liebhaber des Lebens, der die Hoffnung nie aufgab." Das sollen auch die Menschen werden: Liebhaber des Lebens. Der Gottesdienst wurde von Dekan Wenrich Slenczka und Dorothee Rühl geleitet.

Regionalbischof Klaus Stiegler und Dekan Wenrich Slenczka diskutierten unter der Moderation von Öffentlichkeitsreferentin Susanne Götte über ihre Vision der Kirche der Zukunft.

Stiegler kam an diesem Tag gerade aus dem Ankerzentrum in Regensburg. Trotz aller politischen Diskussionen verteidigte er vor allem angesichts der Wohnungsnot die Einrichtung. Es gäbe rechtliche Vorschriften, die oft nur eine Abschiebung zulassen. Vor Ort fänden die Menschen ärztliche und schulische Versorgung. Er war beeindruckt von der Empathie, die die zahlreichen Helfer dort zeigten.

Im Haus der Gemeinde erläuterten Stiegler und Slenczka unter der Moderation von Öffentlichkeitsreferentin Susanne Götte ihre Visionen für die Zukunft der Kirche. Kürzlich war in Regensburg ein öffentlicher Raum eingeweiht worden. Die Vertreter der Kirche mussten ihre Segnung im Vorprogramm unter Ausschluss der Öffentlichkeit vornehmen. "Das sagt viel über unsere Stellung in der heutigen Zeit aus", meint Stiegler. Er wolle mehr in die Arbeit mit Menschen investieren und die Kirche müsse moderner werden. "Kirche ist mehr als Gottesdienst."

Zum Abschluss zeigte Götte Stiegler und Slenczka eine Kiste mit diversen Sachen. Sie sollten einen Gegenstand auswählen, welcher für die Kirche im Jahre 2030 stehe. Stiegler wählte die Feder, um zu zeigen: Der Zugang zur Liebe Gottes solle leichter werden und man solle sich weniger Sorgen machen. Slenczka wählte die Lupe, um sich auf das Wesentliche zu konzentrieren und Dinge genauer erkennen zu können.

Zahlreiche Zuhörer lauschten Stieglers und Slenczkas Ausführungen über eine Modernisierung der Kirche.
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