14.06.2018 - 10:36 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Risse sind gekittet

Am Kirchturm von St. Johannes in Weiden haben sich über Jahre Risse gebildet. Jetzt läuft die Sanierung der Außenfassade.

Statiker Ernst Georg Bräutigam, Stadtpfarrer Gerhard Pausch und Pfarrgemeinderatssprecher Alois Schröpf (von links) freuen sich, dass die Sanierung der Außenfassade am Kirchturm von St. Johannes gut voran geht.
von Stephanie Hladik Kontakt Profil

(shl) Das nächste Brautpaar im Juli wird kein Baugerüst durchschreiten müssen. In spätestens drei Wochen sollen die Renovierungsarbeiten am Turm der Pfarrkirche St. Johannes beendet sein, sagt Diplomingenieur Ernst Georg Bräutigam, Statiker aus Nabburg. Zum Pfarrfest am Sonntag habe man es leider nicht ganz geschafft.

Gemeinsam mit dem Bauherrn, Stadtpfarrer Gerhard Pausch, und Alois Schröpf vom Pfarrgemeinderat schaute er am Dienstag auf der Baustelle an der Regensburger Straße vorbei. "Die Schäden sind zum Glück nicht so gravierend gewesen, wie anfänglich befürchtet. Doch musste jetzt gehandelt werden", sagt Bräutigam. Und Pfarrer Pausch ergänzt: "Wir haben uns schon länger mit den Bauproblemen beschäftigt. Jetzt mussten wir handeln, sonst wäre es zu teuer geworden."

Witterungseinflüsse und Spannungschäden durch die Betondecken im Kirchturm haben über Jahre zu Rissen in der Fassade geführt. Der Bauexperte erklärt dies so: "Die Betondecken hat man damals - der Turm wurde 1952 errichtet - direkt bis an die Außenseiten gebaut. Da der Beton ,arbeitet', entstehen Spannungen zwischen ihm und der Wand. Der Putz reißt auf, Regenwasser kann eindringen, gefriert im Winter, taut wieder auf und lässt langsam den Putz bröckeln. Die Hohlstellen werden immer größer." Um hier Abhilfe zu schaffen hat die Baufirma Hermann Paul, Weiden, die Spalten freigelegt und mittels eines Metallgitters vom Stahlträger "entkoppelt". Durch das Gitter würden künftige Spannungen an den Wänden großflächiger abgeleitet. Pauschs anfängliche Befürchtung, die Schwingungen der Glocken könnten die Rissbildung verursacht haben, bewahrheitete sich nicht.

Ebenfalls behoben wurden die Schäden an einzelnen Dachplatten und an der Firstabdeckung auf dem Kirchendach. Diese hatten die Experten erst festgestellt, als das Baugerüst stand und sie einen Blick von oben auf den Glockenturm werfen konnten. Die Reparaturen führte die Firma Rank aus Weiden durch. "Ich denke, wir haben jetzt 12 bis 15 Jahre Ruhe", ist der Statiker zuversichtlich. Sobald der Putz getrocknet ist kann Malermeister Norbert Ringer, Weiden, mit dem abschließenden Anstrich der Außenfassade beginnen.

Die Kosten für die Renovierung, die Anfang Mai begonnen wurde, liegen bei rund 75.000 Euro, sagt Bräutigam. "45 Prozent der Summe wird über die Kirchensteuer finanziert, der Rest über Rücklagen der Pfarrei", erklärt Stadtpfarrer Pausch. Er freut sich, dass das Gotteshaus bald wieder in neuem Glanz erstrahlen wird.

Der Kirchturm wurde 1952 direkt an einen Profanbau angebaut, den NT-Verleger Dr. Hans Nickl errichten ließ. Er wollte hier die Druckerei für eine dritte Tageszeitung bauen. Dazu kam es nicht, und so kaufte die Diözese das Gebäude.

Die Risse sind gekittet. Jetzt muss der Putz gut austrocknen, bevor der Fassadenastrich kommt.

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