02.06.2020 - 17:52 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Schätzlerbad Weiden: Mitglieder fordern Beiträge zurück

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Die Becken im Schätzlerbad sind leer und werden es in diesem Sommer auch bleiben. Badefreuden bietet ab 8. Juni nur der Weiher. Das ist einigen Mitgliedern im Schwimmverein zu wenig. Sie fordern ihre Beiträge zurück.

Die Becken im Schätzlerbad bleiben in Coronazeiten gesperrt. Nur im Weiher darf ab 8. Juni geschwommen werden. Auch die Liegewiesen dürfen genutzt werden.
von Stephanie Hladik Kontakt Profil

Viele Schwimmbäder in der Region öffnen im Angesicht der Corona-Pandemie erst gar nicht. Im Schätzlerbad will der Schwimmverein zumindest einen Teil des Geländes zugänglich machen. Badeweiher und Grünanlage haben, wie berichtet, in Abstimmung mit der Stadt ab 8. Juni täglich von 10 bis 20 Uhr geöffnet. Ein Kompromiss, der manch zahlendem Vereinsmitglied nicht weit genug geht.

So können zum Beispiel Petra und Hubert Schober aus Parkstein die Begründungen des Vorstandes nicht nachvollziehen, warum die Badesaison komplett ausfallen muss. Der Aussage, dass pro Tag nur mehr 3000 statt 8000 Besucher ins Bad kommen dürften, widerspricht das Paar in einem Schreiben an Oberpfalz-Medien. „Als exzessiver Nutzer des Bades – wir sind praktisch täglich vor Ort – können wir uns nicht entsinnen, jemals 8000 Besucher gezählt zu haben.“ Auch brauche es kein elektronisches Kassensystem, sagen sie. „Warum kann der Schwimmverein nicht Chips ausgeben?“ In der Regionalbibliothek würden Körbe ausgereicht, um einen Überblick über die Besucherkapazität zu erhalten.

Mitglieder nicht gefragt

Als Mitglied im Schwimmverein sei man nicht gefragt worden, ob „wir vielleicht ein paar Freiwilligendienste leisten könnten“. „Wir Mitglieder dürfen aber zahlen, ohne im Gegenzug jedwede Leistung zu erhalten.“ Schober würde sich als „faire Lösung wünschen, dass die Beiträge für 2021 erlassen werden“.

Das Abbuchen der Gebühren (Jugendliche zahlen z. B. 35 Euro, Erwachsene 70 Euro, Anm. d. Redaktion) ohne entsprechende Gegenleistungen und eine mangelnde Informationspolitik werden auch in den sozialen Netzwerken diskutiert. Dem Schwimmverein werde unter anderem unterstellt, sich zu bereichern. Vorwürfe, welche die Vorsitzende des Schwimmvereins, Ilona Forster, nicht nachvollziehen kann. „Wir sind ein Verein, und Mitglieder zahlen einen Beitrag. Den kann man nicht einfach zurückfordern. Das gilt auch für den Förderverein, durch dessen Mitgliedsbeiträge wiederum der Hauptverein unterstützt wird. Wir arbeiten hier alle ehrenamtlich und versuchen das Beste aus der Situation zu machen“, sagt sie auf Anfrage der Redaktion. Forster würde lieber heute als morgen das Bad komplett öffnen, doch seien die hohen Auflagen an Sicherheit und Hygiene nicht zu stemmen. „Ob wir Einlass-Chips ausgeben oder nur fünf Kinder ins Kinderbecken lassen, wir bräuchten in jedem Fall die doppelte Anzahl an Aufsichtspersonal. Dann hätten wir aber auch wieder mehr Kosten.“ Die Vorsitzende versteht den Unmut, ärgert sich aber auch über einen zunehmenden Egoismus mancher Mitglieder. Es vergehe kaum ein Tag, an dem sie sich nicht rechtfertigen müsse.

Keine Rückzahlung der Beiträge

In einer Mitteilung am Dienstag an die Mitglieder bittet die Vorsitzende um Verständnis und stellt noch einmal einige Dinge klar. Das Schreiben wurde gemeinsam mit Reinhard Meier vom Förderverein „Unser Schätzler“, der aktuell rund 600 Mitglieder zählt, verfasst. Darin heißt es unter anderem, dass die Mitgliedsbeiträge bereits im Februar abgebucht wurden. „Zu einer Zeit, als noch niemand ahnen konnte, wie fatal das Jahr 2020 für den Verein wird.“ Dem Wunsch nach Rückerstattung könne und werde man aber nicht nachkommen. „Wir sind ein eingetragener Verein, und die Beiträge beziehen sich auf die Mitgliedschaft im Verein. Dass die Mitglieder „das Schätzler“ kostenlos nutzen können, sei ein Bonus dieser Mitgliedschaft.

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Der Hauptzweck des Sportvereins diene der Förderung des Sports und nicht einer wirtschaftlichen Unternehmung. Die für heuer bereits beschlossene Erhöhung der Eintrittspreise werde nun erst 2021 umgesetzt, heißt es weiter. Hiervon ausgenommen seien jedoch die Mitgliedsbeiträge, die als Entgegenkommen vom Verein nicht angehoben würden. An die Mitglieder gibt die Vorsitzende die Devise aus: „In der Krise ist alles auf den Kopf gestellt. Wir müssen zusammenhalten. Unsere Mitglieder sind der Rettungsring für den Schwimmverein. Auf ihre Solidarität und Beiträge sind wir ausnahmslos angewiesen. Wir bedanken uns bei allen, die dafür Verständnis aufbringen.“

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