17.04.2019 - 20:29 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

"Eine Schande fürs Josefshaus"

Das Weidener Josefshaus sorgt wieder mal für Ärger: Zum Taubendreck kommt nun nämlich Bauschutt- unmittelbar am Bürgersteig der Sedanstraße.

Immer an der Wand lang: Bauschutt, Eimer, Fliesen und viel Dreck am Eingang des Josefshauses. Das ganze garniert mit reichlich Taubenkot.
von Josef-Johann Wieder Kontakt Profil

Turkut Abatay will nichts sagen, nichts zum gescheiterten Abatay-Tower und zum Dauerärgernis, den Taubenkot vor dem Eingangsbereich des Josefshauses. Auch, dass seit inzwischen einigen Wochen die Bauarbeiter ihren Bauschutt, Fliesen- und Plastikreste, Farbeimer am Josefshaus, unmittelbar am Bürgersteig hinterlassen, will der Hausherr nicht kommentieren. Immerhin, ein knurrendes "das ist mein Grund, das geht niemanden etwas an", presst er dann doch auf Nachfrage heraus. Er hat offenbar keine Eile, die Missstände beseitigen zu lassen.

"Eine Schande für das Josefshaus, eine Schande für die ganze Stadt", schimpft ein Passant, der wieder mal versucht, den Bereich zu durchqueren, ohne dann die große Reinigungsaktion an seinen Schuhen starten zu müssen. Bau- und Taubendreck gehen nämlich inzwischen eine innige Beziehung ein. Eine Grenze zwischen Gehsteig und Privatgrund ist auf den ersten Blick auch nicht auszumachen, so bekommt die Stadt einen Teil des Ärgers ab, der bei den Anliegern und Passanten ständig wächst.

Nach Aufforderung durch die Stadt Weiden sagte der Besitzer des Josefshauses zu, "bei Bedarf die Reinigungsintervalle zu erhöhen", berichtet Rechtsdezernentin Nicole Hammerl und bestätigt damit, dass sich die Stadt intensiv mit dem "Problem" beschäftigt habe. Weitergehende Eingriffe seien der Stadt auch durch das Landesstraf- und Vollzugsgesetz nicht möglich. "Wir haben keine weitergehenden rechtliche Befugnisse." Zumal auch deshalb, weil nach Ansicht des Gesundheitsamtes durch den Taubenkot keine unmittelbare gesundheitliche Gefahr hervorgerufen werde. "Wir können nur an den Bürgersinn des Grundstückseigentümer appellieren." Was der Besitzer des Josefshauses vom Appell der Stadt hält, zeigt die Situation vor Ort.

Die Stadt lässt die Bürger jedoch nicht allein. Obwohl der Josefshaus-Eigentümer, - so wie jeder andere Bürger - für die Sauberkeit auf dem Bürgersteig entlang seines Grundstückes verantwortlich ist, macht dort inzwischen der Bauhof regelmäßig sauber. Dort, wo sich der Taubenkot "anhäuft", ist Abatay-Areal. Das Motto, dass jeder "vor der eigenen Haustür kehren" soll, nimmt Turkut Abatay nicht so genau. So macht er für die Negativ-Schlagzeilen, für die er mit seinem ungenehmigten Umbau des Josefshaus-Komplexes zu verschiedenen Wohnungen gesorgt hatte, die Weidener Medien und das Rathaus verantwortlich.

Auch Verpackungsreste konnten die Bauarbeiter nicht entsorgen. Sie fanden ein Plätzchen vor den Glastüren. Die Sanierungsarbeiten sind inzwischen auch im Erdgeschoss angekommen.
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