(vok) So oft kommt es nicht vor, dass in der Bayerischen Staatszeitung ausgerechnet ein doch recht strammer Sozialdemokrat, der immerhin 18 Jahre den Stadtverbandsvorsitz in Weiden inne hatte, und sich mit CSU-OB Hans Schröpf im Stadtrat große Rededuelle um die kommunalen Prüfberichte lieferte, mit großem Respekt gewürdigt wird. Bei Werner Schieder, der von 1990 bis 2008 dem Land- und noch für vier Jahre bis 2013 dem Bundestag angehörte, was dies der Fall. "Er macht aus seinem Herzen keine Mördergrube", war da über den Haushaltsexperten zu lesen. Scharfzüngig sei er, aber auch mit großer analytischer Streitkultur ausgestattet. Legendär sein auch für die Parteifreunde überraschender Auftritt im Haushaltsausschuss, als Schieder mit deftiger Kritik am damaligen Senatspräsidenten den Anfang vom Ende dieses Gremiums einläutete.
Er war aber auch "renitenter SPDler", der Kanzler Schröders Reformkurs als "esoterische Spinnerei" bezeichnete und den daraus resultierenden Niedergang der SPD vorhersagte. Und dann kommt wie zur Bestätigung ausgerechnet zum 70. Geburtstag die neueste Umfrage, die der SPD noch elf Prozent in Bayern gibt.
Ansonsten geht's dem Jubilar gut. Wieder gut, muss man wohl sagen, nachdem ihn der überraschende Tod seiner geliebten Sonja doch sehr schwer getroffen hat. Deshalb wollte er auch keine große Feier zum "Runden", beschränkte sich am Donnerstag auf ein Weißwurstfrühstück beim "Heinzelmann" mit den engsten politischen Freunden. Und am Wochenende ist ein Familientreffen angesagt. Schieder fühlt sich fit, macht Sport, geht auf Reisen und spielt seit fünf Jahren Klavier. Schließlich ist er noch Mitglied im Bezirks- und Unterbezirksvorstand seiner Partei. Ganz kann er's nicht lassen, meldet sich gelegentlich auch zu Wort. Gern scharfzüngig und analytisch.













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