Weiden in der Oberpfalz
01.03.2020 - 11:04 Uhr

Schlagabtausch zwischen Weidener OB- und Stadtratskandidaten

Es ist die erste große gemeinsame Bühne im aktuellen Kommunalwahlkampf. Geschäftsführer Philipp Kaufmann moderiert am Samstag im City-Center das Politikergespräch mit drei Oberbürgermeisterkandidaten und drei weiteren Parteienvertretern.

Hochkarätig besetzt war die Politikergesprächsrunde am Samstag im City-Center: (von links) Rainer Sindersberger (Freie Wähler), Sonja Schuhmacher (Grüne), Jens Meyer (SPD), Moderator Philipp Kaufmann, Benjamin Zeitler (CSU), Christian Deglmann (Bürgerliste) und Reinhold Wildenauer (FDP). Bild: Kunz
Hochkarätig besetzt war die Politikergesprächsrunde am Samstag im City-Center: (von links) Rainer Sindersberger (Freie Wähler), Sonja Schuhmacher (Grüne), Jens Meyer (SPD), Moderator Philipp Kaufmann, Benjamin Zeitler (CSU), Christian Deglmann (Bürgerliste) und Reinhold Wildenauer (FDP).

Zwei Stunden lang nahmen sich die Politiker Zeit, ihre Vorstellungen von einer Zukunft Weidens darzulegen. Die Meinungen lagen nicht weit auseinander. In manchen Fällen aber doch.

Die OB-Kandidatin der Grünen, Sonja Schuhmacher, richtete ihren Fokus auf die Umwelt. Sie forderte einen abgasfreien Verkehr, kostenfreien ÖPNV für die Jugend sowie eine wachstumsfreie Wirtschaft, die nur das produziere, was die Leute auch wirklich brauchten. „Wir haben auch Wirtschaftsexperten in unserem Team. Wir wollen nicht, dass die Menschen der Wirtschaft nur als billige Arbeitskräfte und Konsumenten dienen. Wir wollen grüne Jobs schaffen. Die Wirtschaft muss dem Gemeinwohl dienen.“

Schuhmachers klares Nein zu Weiden West-IV, ihre Kritik an den Stadtwerken sowie ihre Schwarze-Null-Wirtschaftsthese riefen den Sprecher der Bürgerliste, Christian Deglmann, auf den Plan. „Die Ansage, dass ein Unternehmen keinen Gewinn mehr machen darf, halte ich für verwerflich. Altruistisch allein kann kein Unternehmer in die Zukunft investieren.“

Deglmann betonte: "Wir haben eine starke Stadtratsliste. Eine einzigartige Personalie.“ Jeder wisse, dass sich die Bürgerliste mit Schwarz wie Rot arrangieren könne. Er verstehe nicht, warum die Weidener Grünen gegen die Rodung des geplanten Industriegebiets seien. Der Wald sei Nutzwald und überreif. „Das sagen alle Gutachten.“ Dort Unternehmen anzusiedeln, sei ein hehres Ziel. "Wo hätten wir denn noch Alternativflächen? Nur noch hinterm Rangierbahnhof. Dort sind sie aber mit vielen Hindernissen und Altlasten verbunden."

In dasselbe Horn blies CSU-OB-Kandidat Benjamin Zeitler: „Ich möchte eine Lanze brechen für unsere Unternehmen. Die rackern sich ab, um unsere Region nach vorne zu bringen. Wir brauchen neue Gewerbeflächen, damit sich unsere Firmen weiterentwickeln können." In Weiden sei die Bürgernähe verlorengegangen. Die wolle er wieder zurückholen. Er bringe Erfahrung in wirtschaftlichen und sozialen Dingen mit. Er besitze Netzwerke bis in die Münchner Schaltzentrale und engagiere sich für Weiden. „Wir spielen auf Sieg. Alles andere wäre Augenwischerei.“

OB-Kandidat Jens Meyer stellte die Weidener SPD als verlässliche Kraft mit Gestaltungswillen dar. Schon 2006 sei er mit dem Wunsch schwanger gegangen, für das Amt des Oberbürgermeisters zu kandieren, habe aber als damals junger Ehemann seiner Frau zuliebe Kurt Seggewiß den Vortritt gelassen. Inzwischen wisse seine Gattin, aus welch politischem Holz er geschnitzt sei und trage seine Entscheidung mit. „Ich wollte Weiden schon immer weiterentwickeln.“ Und er habe eine Vision, wie Weiden 2026 aussehen solle.

Rainer Sindersberger (Freie Wähler) machte eine gewisse Politikverdrossenheit aus. Der neue Stadtrat werde in seiner Mischung ein völlig anderer sein. Das mache ihm Angst. „Wir brauchen Konsens, um diese Stadt weiterzuentwickeln.“ Er setze auf die Stadtwerke in allen Bereichen der Daseinsvorsorge. Auf „eigenen Strom und eigenes Wasser zum Wohl unserer Bürger.“ Er sei ein Mann von Verlässlichkeit. Vielen seiner Stadtratskollegen mangele es an der nötigen Rhetorik. Es nütze nichts, gute Ideen zu entwickeln, wenn es niemanden in der Partei gebe, diese auch richtig präsentieren zu können.

FDP-Stadtrat Reinhold Wildenauer: „Ich bin seit zwölf Jahren Einzelkämpfer.“ Mit Christoph Skutella hoffe er nun auf eine Verstärkung. „Ich denke schon, dass wir Chancen haben. Christoph verkauft sich sehr gut im Landtag.“ Er selbst sei ein 24-Stunden-Mann, der sportlich und musikalisch unterwegs sei. „Ich bin begeistert, wenn ich etwas für diese Stadt tun kann. Und es gebe noch vieles zu tun, was in der Vergangenheit in Schubladen verschwunden sei. „Wir brauchen ein Multikplex-Kino.“

Hochkarätig besetzt war die Politikergesprächsrunde am Samstag im City-Center: (von links) Rainer Sindersberger (Freie Wähler), Sonja Schuhmacher (Grüne), Jens Meyer (SPD), Moderator Philipp Kaufmann, Benjamin Zeitler (CSU), Christian Deglmann (Bürgerliste) und Reinhold Wildenauer (FDP). Bild: Kunz
Hochkarätig besetzt war die Politikergesprächsrunde am Samstag im City-Center: (von links) Rainer Sindersberger (Freie Wähler), Sonja Schuhmacher (Grüne), Jens Meyer (SPD), Moderator Philipp Kaufmann, Benjamin Zeitler (CSU), Christian Deglmann (Bürgerliste) und Reinhold Wildenauer (FDP).
Hochkarätig besetzt war die Politikergesprächsrunde am Samstag im City-Center. Bild: Kunz
Hochkarätig besetzt war die Politikergesprächsrunde am Samstag im City-Center.
Hochkarätig besetzt war die Politikergesprächsrunde am Samstag im City-Center. Bild: Kunz
Hochkarätig besetzt war die Politikergesprächsrunde am Samstag im City-Center.
Hochkarätig besetzt war die Politikergesprächsrunde am Samstag im City-Center: (von links) Rainer Sindersberger (Freie Wähler), Sonja Schuhmacher (Grüne), Jens Meyer (SPD), Moderator Philipp Kaufmann, Benjamin Zeitler (CSU), Christian Deglmann (Bürgerliste) und Reinhold Wildenauer (FDP). Bild: Kunz
Hochkarätig besetzt war die Politikergesprächsrunde am Samstag im City-Center: (von links) Rainer Sindersberger (Freie Wähler), Sonja Schuhmacher (Grüne), Jens Meyer (SPD), Moderator Philipp Kaufmann, Benjamin Zeitler (CSU), Christian Deglmann (Bürgerliste) und Reinhold Wildenauer (FDP).
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Hochkarätig besetzt war die Politikergesprächsrunde am Samstag im City-Center.
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