Vor der Tür war am Samstagvormittag der rote Teppich ausgerollt. Im Obergeschoss schritten modisch wandelbare Balletteusen vom B.I.S.-Ballett trittsicher über den Catwalk. Der Laufsteg bei Hut und Mode Weidacher war kurz, fast familiär. Das Publikum: Ausschließlich weiblich. Modeinteressierte Kundinnen von Renate Weidacher-Herzig, die dem Haus schon lange Zeit die Treue halten.
"Der Herbst wird bunt", lautete die Botschaft. Farbenfroh von Pink bis Kürbis, von fröhlich bis frech. Die Modetrends für die Herbst- und Winterkollektion: Karos von Escada, die an die 70er Jahre und die Punkzeit erinnern. Daunenjacken von Bogner. Bequeme Hosen von Raffaela Rossi. Abendkleider von Mascara London. Vorgeführt wurden Erd-, Cognac- und Gewürztöne. Die Models Leo Koos, Lena-Maria Völkl, Sandra Bieniok, Franziska Eckl und Isabel von Günther präsentierten sich aber auch in Grau und Beige, stets clean und schlicht. Besonders, wenn sie die italienische Modemarke Peserico präsentierten, wo Understatement in diesem Jahr ein großes Thema ist. Hochwertig, mit Stil und Eleganz.
Das Publikum verfolgte die Fashion-Show bei Prosecco und Caipirinha. Ein Hingucker war besonders auch die Präsentation der Abendmode, ein Defilee aus Kleidern für Stadtball, Abschlussball, Hochzeit und Silvester. Jedes Kleid für sich war ein Highlight.
Wie Renate Weidacher-Herzig betonte, geht in der Damen-Hutmode heuer alles. "Modisch sind im Moment Herrenhüte und wie in den sechziger Jahren auch Schildkappen." Gerne gekauft: Strickmützen mit Fell oder Pailletten. Sportlich ist bei den Kopfbedeckungen alles erlaubt was gefällt. Wenn die Farben nur kräftig genug sind.
Die modischen Brillen waren Leihgaben der Firma Gufler. Gefeiert wurden übrigens 129 Jahre Hut und Mode Weidacher. "Wir führen seit 1889 nur Damenkollektion", erzählte die Inhaberin. "Gegründet wurde das Geschäft von meiner Urgroßmutter Margarete Diesel. Seitdem ist es immer in Frauenhand. Die Frauen dieser Familie haben das Geschäft weitergeführt." Inzwischen befinde sich mit Eva Herzig die fünfte Generation in den Startlöchern.


















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