Was bedeutet "schnelles Internet" eigentlich?
Wenn es um schnelles Internet (mit mehr als 1000 Mbit/s) geht, spricht man von "Gigabit-Verfügbarkeit". Konkret bedeutet das: Einen 20-GB-Film in 4K in 3 Minuten herunterladen, wo es mit 100 Mbit/s eine halbe Stunde oder mit 16 Mbit/s 3,5 Stunden dauern würde – oder ein 2-GB-Fotoalbum in innerhalb von 16 Sekunden hochladen, wo es mit 100 Mbit/s 2,5 Minuten – oder mit 16 Mbit/s rund 17 Minuten dauert.
Wo in der Oberpfalz ist so schnelles Internet verfügbar?
Die Antwort lässt sich in aktuellen Daten (Dezember 2024/Januar 2025) für Privathaushalte im Gigabit-Grundbuch des Digitalministeriums finden – und sie überrascht nicht: Die kreisfreien Städte in der Oberpfalz sind beim Breitbandausbau deutlich besser aufgestellt als die Landkreise.
Besonders, wer in den Oberpfälzer Städten wohnt, hat eine gute Chance auf schnelles Internet – etwa in Regensburg mit einer Gigabit-Verfügbarkeit von 96,4 Prozent oder Weiden mit 94,7 Prozent. Auch die Stadt Amberg weist mit 94,5 Prozent eine sehr gute Versorgung auf. In ländlichen Regionen wie den Landkreisen Cham mit 43,9 Prozent und Amberg-Sulzbach mit 62,1 Prozent ist der Zugriff auf schnelles Internet hingegen noch ausbaufähig.
Und wie sieht es bei den Glasfaser-Anschlüssen aus?
Beim Glasfaserausbau bis ins Haus (FTTH/B), zeigt sich beim Blick in die Daten noch ein deutlicheres Stadt-Land-Gefälle: Während in den Städten Amberg (56,2 Prozent) und Regensburg (59,05 Prozent) bereits vergleichsweise viele Glasfaseranschlüsse bis in die Gebäude verlegt sind, liegen Landkreise wie Amberg-Sulzbach (10,9 Prozent) oder Neustadt/WN (10 Prozent) noch deutlich zurück. Die Stadt Weiden (29,05 Prozent) und die Landkreise Tirschenreuth (35,4 Prozent) und Schwandorf (23,7 Prozent) liegen hier im Mittelfeld.
Die VDSL/Vectoring-Technologie, genannt FTTC, ist in fast allen Oberpfälzer Gebieten gut ausgebaut: Die höchsten Ausbau-Werte erreichen die Städte Weiden (97,4 Prozent) und Regensburg (89,1 Prozent). Auch eher ländliche Gebiete wie die Kreise Neustadt/WN (77 Prozent) und Tirschenreuth (79,6 Prozent) sind hier vergleichsweise gut versorgt. HFC-Netze, also eine Kombination aus Kabel und Glasfaser, spielen besonders in den Städten eine wichtige Rolle – allen voran in Regensburg mit 88 Prozent und Weiden mit 93,5 Prozent. In ländlichen Regionen wie Cham mit 6,5 Prozent oder Amberg-Sulzbach mit 11,8 Prozent scheint diese Technologie fast irrelevant zu sein.
Und wie gut ist die Oberpfalz nun versorgt, wenn es um schnelles Internet geht?
Ein Indikator dafür kann auch das vom Heimatministerium verliehene Siegel „GigabitRegion“ sein, dass an Kommunen vergeben wird, in denen mindestens 90 Prozent der Adressen mit einer Bandbreite von mindestens 1 Gbit/s erschlossen sind. In ganz Bayern sind das 276 Kommunen, in der Oberpfalz 28 – darunter zum Beispiel Regensburg, Weiden, Steinberg am See (Landkreis Schwandorf), Bechtsrieth (Landkreis Neustadt/WN), Birgland (Landkreis Amberg-Sulzbach) oder Erbendorf (Landkreis Tirschenreuth).
Als Datenbasis nennt ein Sprecher des Ministeriums das Bayerische Breitbandzentrum (BBZ). Das BBZ erhebt die Gigabit-Versorgungslage für Bayern adressgenau, wogegen das Gigabitgrundbuch des Bundes die Versorgung auf Basis der Haushalte betrachtet, wobei mehrere Haushalte zu einer amtlichen Adresse gehören können. "Die vom Bund ausgewiesene Quote ist deshalb meist höher als bei Betrachtung auf Adressbasis", erklärt der Sprecher: Laut Bund sind in Amberg zum Beispiel mehr als 90 Prozent der Haushalte mit Gigabit versorgt, den Daten des BBZ zu Folge 82 Prozent der amtlichen Adressen.
Rechnet man die Anzahl der „GigabitRegionen" um, bedeutet das: In gut 13,42 Prozent der Adressen in bayerischen Kommunen haben die Bürgerinnen und Bürger Zugriff auf nahezu vollständige Gigabitversorgung, in der Oberpfalz sind es gut 12,39 Prozent. Der Bezirk liegt damit also im Schnitt – und hat noch eine ganze Menge Ausbau-Arbeit vor sich.
Verschiedene Arten von Glasfaser-Anschlüssen
- FTTH/B – Fiber to the Home/Building (Glasfaser bis ins Haus oder Gebäude): Glasfaserkabel werden direkt bis in die Wohnung (FTTH) oder zumindest bis ins Gebäude (FTTB) gelegt. Für Nutzer bedeutet das: Hohe Geschwindigkeiten, auch wenn mehr Menschen die Leitung gleichzeitig nutzen.
- FTTC – Fiber to the Curb (Glasfaser bis zum Verteilerkasten, Kupfer bis ins Haus): Das Glasfaserkabel reicht bis zum Verteilerkasten auf der Straße, das letzte Stück bis zum Haus läuft über bestehende Kupferkabel. Für Nutzer bedeutet das: Solide Geschwindigkeit, diese nimmt aber oft mit der Entfernung zum Verteiler ab.
- HFC – Hybrid Fibre Coax (Kabelnetz): Glasfaser (bis zur Straße) und Koaxialkabel (ins Haus) werden kombiniert. Für Nutzer bedeutet das: Hohe Geschwindigkeiten möglich, die Leistung kann je nach Anzahl der Nutzer aber schwanken.




















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