22.09.2019 - 10:21 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Schüleraustausch mit Israel an der FOS/BOS: Stärkung der "Schicksalsgemeinschaft"

Zu einem Empfang bat die Stadt Weiden israelische Austauschschüler und ihre Lehrer. Mit dabei war ein ganz besondere Gast.

Die israelischen Schüler sagen "Hallo" zur Stadt Weiden und zu Bürgermeister Lothar Höher (sitzend, links). Die beiden Schulleiterinnen Orly Geri (sitzend, rechts) und Gabriele Dill (vordere Reihe, Vierte von rechts) organisierten den Austausch. Professor Alexander Fried berichtete (vordere Reihe, Zweiter von links) berichtete von seinen leidvollen Erfahrungen in Konzentrationslagern.
von Redaktion ONETZProfil

Mit einem "Shalom" begrüßte Bürgermeister Lothar Höher die israelischen Schüler und deren Lehrer der Oded High School aus Tzoran-Kadima. Die 17 Gäste waren zum 10. Schüleraustausch mit der FOS/BOS in die "kosmopolitische Max-Reger-Stadt" gereist. Höher sprach von der besonderen Multikulturalität in Weiden, mahnte aber alle, stets gegen Rassismus einzutreten.

Für Gabriele Dill, Schulleiterin der FOS/BOS, sind diese Schulpartnerschaften extrem wertvoll und in Anbetracht der deutschen Geschichte besonders wichtig. Sie zeigte sich fasziniert von dem kleinen Land Israel, lobte die Weltoffenheit der Israelis und erzählte begeistert von früheren Exkursionen ins Land im Nahen Osten. Dill versprach den Schülern: "Das wird keine Erfahrung von einer Woche, sondern fürs ganze Leben."

Besonders stolz war Dill darauf, das Wort an Professor Alexander Fried weiter geben zu können . Fried ist Überlebender des Holocausts, war drei Jahre in verschiedenen Konzentrationslagern und überlebte den Todesmarsch von Crivitz nach Schwerin. Umso glücklicher war er, "in diesem Moment und zu dieser Zeit hier zu sein". Er appellierten an die Schüler, sich als "Schicksalsgemeinschaft" zu verstehen. Fried berichtete von seinen Erfahrungen, würdigte aber auch die Aufarbeitung der Geschehnisse in der deutschen Gesellschaft.

Die Schulleiterin der Oded High School, Orly Geri, bedankte sich mit ihren Lehrern Ilana Kira und Avigal Zoosman bei Höher für die Gastfreundlichkeit. Jeder Schüler durfte sich in das Gästebuch des Kulturzentrums eintragen.

Anschließend hatten die Schüler die Chance, sich auszutauschen oder Professor Frieds Erzählungen zu lauschen. Für die nächsten Tage stehen neben einer Führung durch die KZ-Gedenkstätte Flossenbürg, Ausflüge nach Nürnberg und München an. Am Dienstag treten die israelischen Gäste die Heimreise an. Dort bereiten sie sich auf den Besuch der FOS/BOS-Schüler in den Herbstferien vor.

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