03.04.2020 - 14:17 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Schule daheim: Wenn das Kinderzimmer zum neuen Klassenraum wird

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Seit nunmehr drei Wochen haben Schulen wegen des Coronavirus' geschlossen. Dank des Internets werden die Schüler dennoch mit Aufgaben versorgt. Erledigt werden sie daheim. Mehr oder weniger gern. Und wie geht's in den Osterferien weiter?

Neue Umgebung, gewohnte Arbeitsmaterialien: Daheim versuchten in den vergangenen Wochen zig Schüler so wie hier eine Erstklässlerin in Weiden, ihre Wochenpläne auch ohne Lehrer abzuarbeiten.
von Redaktion ONETZProfil

An diesem Samstag beginnen die Osterferien. Tatsächlich? Da gibt es von Schule zu Schule verschiedene Ansätze.

Waltraud Jäger, stellvertretende Schulleiterin und Mathelehrerin am Elly-Heuss-Gymnasium wird trotzdem an die Oberstufenschüler Aufgaben verschicken. Sigrid Bloch, Chefin des Kepler-Gymnasiums, dagegen meint: „Ferien sind Ferien“. Auch die Schulleiterin der Sophie-Scholl-Realschule, Susanne Genser, möchte Kindern und Eltern in den Ferien Raum geben. Was die Zeit danach angeht, müssten sie und ihre Kollegen flexibel sein und „den besten Plan stricken“.

Die Grundschulen

Doch was ist bislang an den verschiedenen Schulen gelaufen? „Wir müssen die Schüler dort abholen, wo sie jetzt stehen und entstandene Lücken schließen“, rät Johannes Arndt, Schulleiter der Clausnitzerschule. Bislang haben die Kinder Wochenpläne mit Aufgaben abgearbeitet. Auch an der Grundschule werde mit Mebis und E-Mails gearbeitet. Doch der Schulleiter versteht auch Eltern, für die es nicht einfach ist, die Kinder zu Hause zu betreuen. „Deshalb gibt es in den Ferien wahrscheinlich nur freiwillige Aufgaben.“

Die Realschulen

Als Susanne Genser, Schulleiterin der Sophie-Scholl-Realschule Weiden, den Satz „Wir vermissen die Schule“ hörte, staunte sie nicht schlecht. Doch tatsächlich scheint die Schule mancher Realschülerin zu fehlen. Dabei ginge es jedoch eher um die fehlenden sozialen Kontakte als um den Schulunterricht selbst. Denn dieser fand, zwar in abgewandelter Form, trotzdem weiter statt. „Über die Plattform Mebis, via E-Mail oder auch mal mit einem Video bekommen die Schüler Aufgaben und Erklärungen“, informiert die Schulleiterin. Komme von den Schülern keine Antwort, würden sich die Lehrer auch telefonisch melden.

Obwohl alle gut miteinander vernetzt sind, sei das für jeden eine schwierige Situation, findet Genser. Der Arbeitsumfang würde sich nun zum Beispiel auf den ganzen Tag verteilen. „Da kann es schon vorkommen, dass ein Lehrer um Mitternacht eine Mail von einem Schüler bekommt“, berichtet die Direktorin. Trotz der aktuellen Umstände gab es viel positive Rückmeldung von Schülern und Eltern zur aktuellen Form des Schulalltags.

Die Gymnasien

Eher in Grenzen hält sich die Rückmeldung am Elly-Heuss-Gymnasium, berichtet die stellvertretende Schulleiterin Waltraud Jäger. „Vor allem gute Schüler nutzen das Angebot.“ Sie selbst schickt all ihren Schülern Arbeitsblätter, Musterlösungen und Hausaufgaben per Mail. „Manchmal mache ich auch ein Audio dazu, um etwas zu erklären“, erzählt die Mathelehrerin. Die Schüler können sie zudem per E-Mail oder telefonisch erreichen.

Am Kepler-Gymnasium heißt es für Q11 und Q12 zurzeit Mebis statt Abivorbereitung im Klassenraum. „Sie haben seit Beginn der Oberstufe die Zugangsdaten und kennen sich damit aus“, versichert Rektorin Sigrid Bloch. Der Weg über E-Mail gehe natürlich auch. Für die 5. bis 10. Jahrgangsstufe gebe es ein Info- und Elternportal. „Wir sind weiter am Experimentieren, um neue Wege für den Unterricht zu finden“, sagt Bloch. Ein Kollege habe bei einer kleineren Klasse das Videochatten getestet und war wohl begeistert. „Es ist schön, die Schüler wiederzusehen.“

Und nach den Ferien?

Auch über den Neustart, wenn die Schulen wieder öffnen, macht sich Kepler-Chefin Bloch Gedanken, kann aber noch nichts konkret sagen: „Wir werden uns dazu erst in der zweiten Ferienwoche zusammensetzen.“

Im Bild in der Krise: Auf die Plätze, fertig - nix los

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