10.09.2021 - 16:54 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Schulen bereiten sich mit Luftfilter und Hygieneplan auf das neue Schuljahr vor

Inmitten der Corona-Pandemie öffnen am kommenden Dienstag in Weiden und im Landkreis Neustadt/WN wieder die Schulen. Wie steht es um Luftfilter und Teststrategien? Wer darf am ersten Schultag mit dabei sein? Ein Überblick.

In den ersten Schulwochen müssen Schüler auch im Klassenzimmer eine Maske tragen.
von Katrin Pasieka-Zapf Kontakt Profil

Corona-Tests, Quarantäne-Regeln, Maskenpflicht und Aerosolkonzentration. Mit diesen Themen haben sich Schüler, Eltern und Lehrer, in Weiden und im Landkreis Neustadt/WN, wohl genau so intensiv beschäftigt wie mit einem regulärem Schulfach. Abwählen lassen sich diese Themen auch in diesem Jahr nicht. Was erwartet die Schüler am Dienstag, 14. September und gibt es in jedem Klassenzimmer einen Luftfilter?

Um das direkt zu beantworten: Nein. Bestückt wurden und werden die Klassenzimmer, die nicht ausreichend gelüftet werden können oder über keine rumlufttechnische Anlage verfügen. "Die Stadt Weiden hat im Rahmen der Förderprogramme bereits im vergangenen Schuljahr 103 Luftreinigungsgeräte beschafft", sagt Pressesprecher Norbert Schmieglitz. Als Sachaufwandsträger ist die Stadt für 18 Schulen mit 608 Fach- und Unterrichtsräumen zuständig. Derzeit läuft ein Vergabeverfahren. 309 Geräte würden demnach noch benötigt. "Nach der Realisierung sollten dann 67 Prozent der Klassenzimmer mit einem Luftfilter ausgestattet sein. Den größten Bedarf meldete das Kepler-Gymnasium an. 36 Geräte würden dort noch benötigt. Das Elly-Heuss-Gymnasium soll 33, die Europa-Berufsschule 31 Luftfilter erhalten.

Kreis prüft stationäre Anlagen

Fünf Geräte hat der Landkreis Neustadt bereits im vergangenen Schuljahr beschafft (vier Gymnasium Neustadt, eins Gymnasium Eschenbach). 50 weitere mobile Luftreinigungsgeräte sollen in den nächsten Wochen auf zehn Schulen verteilt werden. 12 Stück erhält das Berufliche Schulzentrum Neustadt, 10 das Gymnasium in Eschenbach. Einen Luftfilter erhält das Gymnasium Neustadt, wo "im Zuge der laufenden Generalsanierung eine zentrale, moderne Lüftungsanlage eingebaut wurde", erklärt Claudia Prößl, Pressesprecherin im Landratsamt. Der Landkreis greift auf eine Förderung von 50 Prozent, maximal 1750 Euro pro Klassenzimmer zurück. Neben den mobilen Luftfiltern wird derzeit in rund 110 Klassenzimmern der Einbau von stationären Anlagen geprüft.

Erster Schultag mit den Eltern

"Auf Hochtouren laufen die Vorbereitungen für das neue Schuljahr", sagt Christine Söllner, Schulamtsdirektorin im Schulamt Neustadt/Weiden. "Besonders die Grundschulen freuen sich auf die neuen Erstklässler." Für die Schuleingangsfeiern gibt es im Vergleich zum letzten Jahr neue Vorgaben. Musikalische Einlagen und die Ausgabe von Getränken und Speisen ist nicht möglich. "Dafür dürfen in diesem Jahr die Eltern, Geschwister und Angehörige die Erstklässler begleiten", sagt sie. "Der Mindestabstand ist einzuhalten." Wie viele Personen teilnehmen können, legt jede Grundschule selbst fest. "Die Eltern werden informiert", sagt Söllner.

Auf das neue Schuljahr bereiten sich auch die anderen Schule in Weiden und im Landkreis Neustadt/WN vor. Große Änderungen im Hygieneplan gibt es nicht. "Im Grunde beginnt das neue Schuljahr so, wie das alte aufgehört hat", sagt Anton Hochberger, Schulleiter am Gymnasium Neustadt. Das Einbahnstraßensystem und die zeitversetzten Pausen bleiben bestehen. Derzeit werden die neuen Stundenpläne erarbeitet. "Ganz normal, wie vor Corona", so der Schulleiter. Hochberger hofft, dass durch die Luftfilter und die Teststrategie der Präsenzunterricht so lange wie möglich durchgezogen wird.

Am ersten Schultag gelten folgende Regeln:

  • Maskenpflicht: Bis Freitag, 1. Oktober, gilt für alle Schüler eine inzidenzunabhängige Maskenpflicht im Inneren des Schulgebäudes und am Sitzplatz. Eine medizinische Gesichtsmaske ist ausreichend. "Damit soll das Risiko von Reiserückkehrern minimiert werden", so Christiane Söllner. Grundschüler dürfen statt einer medizinischen Maske auch eine Mund-Nase-Bedeckung benutzen. FFP2-Masken können laut Kultusministerium Lehrkräfte und Schüler ab 15 Jahren auf freiwilliger Basis tragen.
  • Corona-Tests: Die regelmäßigen Tests in den Schulen werden auch im neuen Schuljahr beibehalten. Ab der fünften Jahrgangsstufe bleibt es bei den bewährten Antigen-Selbsttests dann allerdings dreimal pro Woche. In Grundschulen und an Förderzentren soll nach einer Übergangsphase auf "PCR-Pooltestungen" umgestellt werden. Bei diesen Testungen werden zweimal wöchentlich Speichelproben der Schüler zusammengefasst und gemeinsam im Labor ausgewertet. Bis dahin kommen auch dort drei Mal pro Woche Selbsttests zum Einsatz. "Geimpfte und genesene Schüler sind von den Tests ausgenommen", sagt Söllner. Einen Überblick, wie viele Schüler und Lehrer bereits geimpft sind, liegt laut Schulamt nicht vor. Wer nicht getestet werden muss, soll in den nächsten Tagen ermittelt werden.
  • Quarantäne: Bei einem Infektionsfall muss nicht wie bisher die gesamte Klasse, sondern nur noch unmittelbare Kontaktpersonen in Quarantäne. Das ordnet das örtliche Gesundheitsamt in einer Einzelfallentscheidung an. Wie Kultusminister Michael Piazolo am Donnerstag mitteilte, wird die Quarantäne für enge Kontaktpersonen auf fünf Tage abgesenkt. Schüler können sich nach diesem Zeitraum freitesten. Für vollständig Geimpfte und Genesene gilt grundsätzlich keine Quarantänepflicht.

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Hintergrund :

Tests vor dem Schulstart

  • Erstklässler benötigen am ersten Schultag keinen Testnachweis, Eltern und Begleitpersonen werden gebeten sich testen zu lassen
  • Kultusminister Michael Piazolo bittet Eltern und Erziehungsberechtige ihre Kinder in der letzten Ferienwoche testen zu lassen
  • Infektionen können so vor Schulbeginn erkannt werden und in den ersten Tagen weitere Infektionen und somit Quarantäneanordnungen verhindern
  • PCR-Test und Schnelltests sind weiterhin kostenlos in Testzentren und Apotheken zu bekommen

 

 

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