26.04.2019 - 11:26 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Schulen legen Steine in Weg

Nicht nur an Freitagen, auch mitten in der Woche sind die Aktivisten von "Fridays For Future" unterwegs. Diesmal bei den Grünen im Postkeller. Da berichten sie nicht nur von Aktionen, sondern auch von Problemen – vor allem mit den Schulen.

Die "Fridays For Future"-Aktivisten Paula Willfurth (Dritte von links) und Lukas Pröls (Zweiter von rechts) informieren die Grünen (von links) Stephan Korb, Veit Wagner, Gisela Helgath, Daniel Härtel und Karl Bärnklau.
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Zunächst stellte Lukas Pröls die Organisation vor. So gebe es deutschlandweit ungefähr 400 Ortsgruppen, größer bekannt geworden im letzten Dezember durch Greta Thunberg; letztlich aber schon aktiv seit mehr als einem Jahr. Seit einem halben Jahr werden die Forderungen und das Programm, von Wissenschaftlern erarbeitet. So fordert "Fridays For Future" die Einhaltung der Ziele des Pariser Abkommens und des 1,5-Grad-Ziels. Besonderes Ziel für Deutschland ist unter anderem der Kohleausstieg bis 2030.

Paula Willfurth betonte die Überparteilichkeit der Bewegung, sodass das Gespräch mit allen politischen Parteien und Gruppierungen leichter sei. Sie berichtete von Schwierigkeiten, jeden Freitag genügend Mitstreiter zu motivieren und auch für eine abwechslungsreiche Veranstaltung zu sorgen. Weiterhin erzählte sie wie auch Lukas Pröls von Bremsmanövern und mangelnder Unterstützung der Lehrer und Schulen.

Am 24. Mai, dem letzten Freitag vor der Europawahl, werden europaweit Demonstrationen zum Klimaschutz stattfinden mit dem Motto „Wir sind die erste und letzte Generation, die durch die Umsetzung unserer Forderungen die Klimakatastrophe noch verhindern hilft“.

In der Diskussion zeigte sich, dass die Grünen-Forderungen mit denen von "Fridays For Future" übereinstimmen und nicht überall auf Gegenliebe stoßen. Nicht neu dabei, dass übergeordnete Behörden vermutlich Druck auf die Schulen ausüben; so werden etwa geplante Klausuren kurzfristig von den ersten beiden Unterrichtsstunden in die Zeit der Demo verlegt oder es werden in der Schule als Gegenpol attraktive Veranstaltungen während der Demozeit angeboten.

Klaus Bergmann meinte, man solle sich gut wappnen, denn die Herrschenden würden mit unfairen Mitteln arbeiten. Stephan Korb finde die Aktion gut, bot Unterstützung durch die Grünen an und erklärte, dass nur wirklich etwas passiere, wenn’s wehtue. Karl Bärnklau berichtete von den Reaktionen auf seinen Leserbrief; sie gäben das ganze Spektrum der Zerrissenheit dieses Themas wieder. Veit Wagner als ehemaliger Lehrer sprach von dem Dilemma, in dem sich Schüler und Lehrer mittlerweile befänden; man müsse eventuell andere Wege gehen. Sonja Schuhmacher zeigte sich froh, dass durch diese Bewegung vielleicht der Durchbruch bei der Abwendung der drohenden Klimakatastrophe noch möglich sei; und über eine Demo mit braven Leuten werde nicht berichtet. Gisela Helgath betonte, sie wolle, dass die Schule kritische Menschen erziehe, die auch zu zivilem Ungehorsam bereit seien. Andrea König bot an, Kontakte und Besuche von grünen Bundes- und Landtagsabgeordneten zu arrangieren. Mittlerweile gebe es schon "Parents For Future", deshalb regte Günter Stalinski auch ein "Grandparents For Future" an – Sonja Schuhmacher brachte sich direkt als Mitstreiterin ein.

In der anschließenden Kreisversammlung berichten die Stadträte Gisela Helgath, Karl Bärnklau und Veit Wagner über ihre Aktivitäten und Anträge im Stadtrat und in den Ausschüssen; vieles werde abgelehnt, manches komme aber Jahre später als Vorschlag einer anderen Partei wieder auf die Tagesordnung und werde durchgewunken – auch so funktioniere letztlich erfolgreiche grüne Arbeit. Christian Balke, Daniel Härtel und Falk Ponsold wurden einstimmig als weitere Fraktionsbeiräte gewählt.

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