Weiden in der Oberpfalz
27.07.2026 - 10:15 Uhr

Schwebende Vase setzt neuen Akzent im Keramikmuseum

Mit der Installation „Confluence“ der nigerianischen Künstlerin Ngozi-Omeje Ezema erweitert das Internationale Keramik-Museum in Weiden seine Sammlung zeitgenössischer Keramik. Am Sonntag wurde das Kunstwerk offiziell vorgestellt.

Das Rätsel um die schwebende Vase im Treppenhaus des Internationalen Keramik-Museums Weiden ist gelöst. Das Werk trägt den Titel „Confluence“ und gehört zur Serie „Boundless Vases“ der nigerianischen Künstlerin Ngozi-Omeje Ezema.

Die Installation besteht aus keramischen Elementen, die an transparenten Schnüren aufgehängt und zu einer offenen Vasenform verbunden sind. Die Vase erscheint dadurch nicht als geschlossenes Gefäß, sondern als fragile, schwebende Form im Raum. Für Ngozi-Omeje Ezema steht das bewegliche Objekt für ein Leben in Balance, während die einzelnen Keramikelemente dessen Zerbrechlichkeit symbolisieren.

Die Rolle der Frau

Mit ihrer Werkreihe „Boundless Vases“ löst die Künstlerin die Keramik aus ihrer traditionellen Gebrauchsfunktion und überführt klassische Gefäßformen in zeitgenössische Installationen. Ezema, die 2009 ihren Masterabschluss erwarb und sich in ihrer künstlerischen Arbeit unter anderem mit der Rolle der Frau in der afrikanischen Zivilgesellschaft auseinandersetzt, erweitert damit den Blick auf das Medium Keramik.

Der Titel „Confluence“ bedeutet „Zusammenfluss“. Für das Internationale Keramik-Museum Weiden setzt die Arbeit einen internationalen Akzent innerhalb der Sammlung zeitgenössischer Keramik und eröffnet neue Perspektiven auf die Vase als künstlerische Ausdrucksform der Gegenwart.

Ein eindrucksvolles Ganzes

Am Sonntag wurde das Kunstwerk enthüllt. Herzog Franz von Bayern hatte das Werk für das Museum erworben. Die Realisierung wurde durch Sondermittel aus der Fraktionsreserve der CSU-Landtagsfraktion ermöglicht. „Wir als Stadt sind sehr stolz auf dieses Haus“, sagte Oberbürgermeister Benjamin Zeitler bei der Matinee. Das Museum bringe Menschen zusammen und sei ein wichtiger kultureller Treffpunkt für die Region.

Mit einem Augenzwinkern verglich Stephan Oetzinger (CSU) den Aufwand für die Präsentation von „Confluence“ mit einer Installation des Verpackungskünstlers Christo. Zugleich beschrieb er die scheinbare Leichtigkeit des Werks: An feinen Fäden schwebende Keramikteile fügen sich zu einem stimmigen und eindrucksvollen Ganzen.

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