In dem Stück „Was das Nashorn sah, als es auf die andere Seite des Zauns schaute“ von Jens Raschke geht es um einen Zoo im Konzentrationslager Buchenwald, den es tatsächlich gab. Während die Tiere ihr Leben genießen, werden die Menschen auf der anderen Seite des Zauns gequält und getötet. Die grausamen Vorgänge nimmt der Zuschauer mit den Augen des Bären wahr. Denn nur er wagt den Blick über den „summenden, brummenden Zaun“ und stellt unbequeme Fragen. Sein Gegenspieler ist der opportunistische Pavian: „Sei nicht zu neugierig, sonst geht es dir wie dem Nashorn.“
Bei der Aufführung des nicht einfachen Stückes setzte das Schauspiel-Ensemble um David Steeger und Christian Tranitz auf eine klare Inszenierung. Der Verzicht auf aufwendige Kostüme und Requisiten passte zum schlichten Bühnenbild. Im Zentrum stand eine Wand, die als Zaun und Projektionsfläche diente. Am Ende sprang der Bär durch die Wand und landete punktgenau am äußeren Bühnenrand. Auch die anderen Darsteller beeindruckten durch ihr präzises und professionelles Spiel. Eindringlich brachten sie die menschlichen Charaktere ihrer Tierfiguren zur Darstellung.
Anna-Lena Peter gab einen facettenreichen Bären, der sich mit den Grausamkeiten hinter dem Zaun konfrontierte. In der Rolle des Pavians führte Georg Hirmer eindrücklich vor, wie ein klassischer Wegschauer tickt. Die treue Frau an der Seite des heimlichen Bosses spielte Jara Middleton. Felix Weinberger überzeugte in seinem Part als opportunistisches Mufflon. Die Rolle der naiven Ehefrau übernahm Marina Benkner. Fatmanur Okudan und Jacqueline Band spielten zwei begriffsstutzige Murmeltiere. Die für das Stück unentbehrlichen Erzähler waren Claudia Abraham, Patrick Geier, Paul Schliermann, Sita Kraus und Verena Forster.














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