06.12.2019 - 10:39 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Seggewiß zu Kulturkritik: "Wir sind ein Oberzentrum"

Oberbürgermeister Kurt Seggewiß weist beim Helferfest zum Kinderbürgerfest die Vorwürfe Weidener Kulturschaffender zurück: „Weiden ist kein kulturelles Hinterzentrum, wir sind ein Oberzentrum.“

Das Helferfest für die Ehrenamtlichen des Kinderbürgerfests im Jugendzentrum feiern (von links) Bürgermeister Jens Meyer, Stadtjugendring-Vorsitzender Florian Vogl, Oberbürgermeister Kurt Seggewiß und Stadtjugendpfleger Ewald Zenger.
von Helmut KunzProfil

Seggewiß nutzte seinen Auftritt beim Helferfest für die Ehrenamtlichen beim Kinderbürgerfest im Jugendzentrum als Gelegenheit, die jüngste Kritik von Weidener Kulturschaffenden mit Nachdruck zurückzuweisen. „Die Stadt gibt jährlich vier Millionen Euro für die Kultur aus.“ Mehr an freiwilligen Leistungen gehe nicht.

Der Rathauschef zählte auf: Regionalbibliothek, Internationales Keramikmuseum, Volkshochschule, Maria-Seltmann-Haus, Jugendzentrum, Charity-Gig, "Dance Your Style"-Contest. „Die Leute, die hier heute mit uns feiern, vertreten 80 kulturschaffende Vereine in der Stadt.“ Seggewiß reagierte besonders auch auf den Vorwurf von LTO-Chef Wolfgang Meidenbauer, in Weiden gebe es keine Räume für Theateraufführungen mit kleineren Besucherzahlen.

„Warum ist er nicht in der Lage, mit der Caritas über die Augustinerkirche zu sprechen? Die steht leer. Er braucht doch einen Aufführungsort für 350 Besucher.“ Und man werde bestimmt auch regeln können, dass die Leute die Toiletten des benachbarten Klinikums nutzen könnten. „Da gibt es eine Querverbindung.“ All das sei lösbar.

Über die kulturelle Nutzung der NOC-Garage, wie Irene Fritz vorgeschlagen habe, habe man bei der Stadt tagelang diskutiert. Aber was sei das Ende vom Lied: Ausstellungen ja. Aber das Ganze dann überwachen? „Nein, das können die Künstler nicht. Dafür muss die Stadt halt jemanden einstellen.“ Nichts dürfe was kosten. „Heute ist da eine Ballettschule drin. Und die zahlt Miete.“

„Die Kunst will alles umsonst. Ich sage: Das geht nicht. Wir sind eine Stabilisierungskommune. Ich werde auf keinen Fall 40 Millionen Euro vom Freistaat an Stabilisierungshilfe aufs Spiel setzen.“ Erst vergangene Woche habe er sich in Nürnberg vom Finanzminister seinen 6,7 Millionen-Euro-Scheck abgeholt, damit Weiden seine Schulden begleichen und investieren könne. Das bekomme die Stadt nur, wenn sie bei den freiwilligen Leistungen spare.

An alle Weidener Vereine, welche die Max-Reger-Halle buchen wollten, sagte er: Jeder müsse die vom Stadtrat festgesetzte Miete erst einmal bezahlen, könne aber dann vom Oberbürgermeister die Hälfte wieder zurückverlangen. „Wir brauchen uns als Weiden nicht verstecken. Wir haben sehr viele Veranstaltungen.“

Schließlich kam doch noch Stadtjugendpfleger Ewald Zenger zu Wort. „Das Kinderbürgerfest ist das schönste Fest in Weiden.“ Sein besonderes Lob galt dem Organisationsteam. Da stecke viel Arbeit dahinter. „Es sind meistens immer dieselben.“ Umgesetzt worden sei die Organisation am dritten Juli-Sonntag durch den Stadtjugendring und den städtischen Bauhof. Sein Dank galt den Vertreten der 80 mitgewirkten Vereine. „Am Ende sitzen wir dann immer alle unterm Pavillon beisammen. Wenn alles gut rumgegangen ist, dann sind das Glücksmomente.“

Kulturschaffende stellen Rathaus miserables Zeugnis aus:

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