Seit wann und warum es den Wochenmarkt in Weiden gibt

Weiden in der Oberpfalz
05.09.2022 - 18:30 Uhr
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Der Wochenmarkt in Weiden gehört fest zum Stadtbild. Doch wozu brauchte es den Markt, als er zum ersten Mal abgehalten wurde? Was war so besonders an ihm? Das haben die Ferienreporter Stadtarchivarin Petra Vorsatz gefragt.

Die Ferienreporter von Oberpfalz-Medien recherchieren mit Archivarin Petra Vorsatz zum Wochenmarkt.

Den Wochenmarkt gab es schon immer – könnte man meinen. Wer mittwochs durch die Fußgängerzone in Weiden läuft, sieht überall die Stände der Verkäufer. Im Gespräch mit Petra Vorsatz, der Leiterin des Kulturzentrums Weiden, erfahren wir mehr über die Geschichte des Weidener Wochenmarktes.

Bereits im Jahr 1530 gab es in Weiden schon Jahrmärkte, die dem heutigen Wochenmarkt ähnlich sind. Am Oberen Markt standen die Hafner, erklärt Petra Vorsatz: "Das waren Händler, die besonders schöne große, rote Schüsseln verkauften, von denen heute leider keine mehr bekannt sind. Ich bin schon länger auf der Suche nach welchen, aber die sind schwer zu finden."

Weiter ging es vor der Rathaus-Freitreppe. Dort standen die Salzkarren und Salzwägen. "Salz war damals fast so kostbar wie Gold. Es kam über die Flüsse von Regensburg nach Amberg und weiter nach Weiden", sagt Petra Vorsatz.

Auf dem Unteren Markt standen die meisten Marktbuden in Doppelreihen aufgestellt: Sattler, Seiler, Büttner, Drechsler, Moltermacher, Seifensieder und die Hutmacher – der Eisenhandel war sehr wichtig. Das ging bis herauf zum Rathaus. Stände für Naschkatzen gab es auch, zum Beispiel bei den Lebzeltern. Dort gab es süße Produkte und ein Schlückchen Honigwein zum Genießen.

Praktisches gab es auch: Von den Flaschnern, über die Kupferschmiede bis zu den Kesslern boten verschiedenste Händler ihre Waren an. Sogar eine Art McDonald's gab es damals, erklärt Petra Vorsatz: "Das waren die Garköche. Man brachte, sein eigenes Töpflein mit und der gewollte Eintopf wurde eingefüllt."

Zum Schluss spricht Petra Vorsatz über den den Unterschied zwischen Bauern- und Wochenmärkten: Auf Bauernmärkten ist alles selbst angebaut und auf Wochenmärkten werden auch Lebensmittel von außen dazu gekauft. Woher die Archivarin das alles weiß? Sie zeigt auf ein altes Buch: "Viele Informationen kommen aus einem 500 Jahre alten Schmöker mit besonderem Papier, das so ähnlich wie Stoff ist. Dieser Stoff hält sich sehr lange, wenn er nicht nass wird, nicht in der prallen Sonne liegt und nicht in zu hellem Licht aufbewahrt wird."

Hintergrund:

Das ist der Weidener Wochenmarkt

  • Zweimal wöchentlich: immer mittwochs und samstags von 7 bis 12.30 Uhr
  • On-Off-Beziehung: kam und ging durch Krisen und Friedenszeiten
  • Zurück in der Innenstadt: Rückkehr nach Einweihung der Fußgängerzone 1984
Hintergrund:

Das sind die Ferienreporter

Elsa Bach und Lena Gold gehören zum Team der Ferienreporter, die für Oberpfalz-Medien eine dreiteilige Serie über den Weidener Wochenmarkt recherchiert und verfasst haben. Beginnend mit diesem, werden die Artikel der Ferienreporter an diesem und den beiden kommenden Dienstagen im Neuen Tag sowie im Onetz veröffentlicht.

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