13.08.2019 - 17:56 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Selbstbedienung im städtischen Garten

Rote Tomaten bekommt Margit Wildbrett-Drechsler eigentlich nie zu Gesicht. "Die sind immer schon vorher weg. Und die Zucchini werden auch schon klein geerntet." Das zeigt ihr: "Der Garten kommt gut an."

Sie sorgen schon mal für das nächste Jahr vor: (von rechts) Thomas Huber, OB Kurt Seggewiß, Björn Scheffczyk und Bürgermeister Jens Meyer setzen Erdbeerpflanzen der Sorte Korona.
von Jutta Porsche Kontakt Profil

Gemeint ist der städtische Garten an der alten Stadtmauer im Max-Reger-Park. Was die Stadtgärtnerei da geschaffen hat, kann sich sehen lassen. Margit Wildbrett-Drechsler und ihre Kollegin Uschi Weidner kümmern sich unter der Regie von Gärtnermeister Thomas Huber vorwiegend um dieses bunte Fleckchen Erde, auf dem alles Mögliche wächst und gedeiht, das den Bürgern Freude machen soll.

Eröffnet wurde die Erntesaison 2019 am Dienstagnachmittag von Oberbürgermeister Kurt Seggewiß. Der wünschte sich, dass möglichst viele Bürger von diesem Angebot Gebrauch machen. Nicht nur von Paprika, Gurken und Co. "Es wäre schön, wenn sich die Bürger auch an unseren Apfel- und Birnbäumen bedienen würden." Sonst würden die Früchte ungenutzt verfaulen. "Da tut mir das Herz weh."

Beim Gemüse jedenfalls ist das nicht der Fall. Kohlrabi und Brokkoli sind bereits abgeerntet. Aber die Beete sind noch längst nicht leer. Mangold, Gurken, verschiedene Salate, Grünkohl und jede Menge Kräuter warten noch auf Abnehmer. Dazu zählt unter anderem Angelika Michel, die ganz in der Nähe wohnt und öfter mal die Beete gießt. „Wir gießen manchmal zu viel“, gesteht dagegen Andrea Schild-Janker, deren kleine Tochter die Pflanzen gerne mit Wasser versorgt und so nebenbei die Kräuter kennenlernt. Petersilie, Maggikraut, Borretsch und Thymian sind bei den Bürgern beliebt.

„Wenn man abends feststellt, dass fürs Essen noch eine Paprika fehlt, kann man ja schnell mal hier vorbeischauen“, schmunzelt Bürgermeister Jens Meyer. Er hat den städtischen Garten im Frühjahr 2018 eröffnet und will jetzt wissen, wie er sich entwickelt hat. Auch der Chef der Stadtgärtnerei, Björn Scheffzcyk, und der Leiter des Stadtplanungsamtes, Friedrich Zeiss, machen sich ein Bild von dem bunten Gemüseangebot und lassen sich den ein oder anderen Tipp für Zuhause geben.

Die Anlage wurde in diesem Jahr noch einmal erweitert. Drei neue Hochbeete sind hinzugekommen, ein Insektenhotel und sogar Austernpilze werden heuer gezogen. Im Herbst werden dann Beerensträucher und Weinreben gepflanzt. Erdbeerpflanzen haben die prominenten Gäste noch am gleichen Tag eingesetzt.

„Die Bürger können hier wieder ein Gefühl für die Natur bekommen und mit eigenen Händen den Boden bearbeiten“, sagt Seggewiß. Die Zusammenarbeit der Stadtgärtnerei mit den beiden Realschulen und mehreren Grundschulen soll dazu beitragen, dass Kinder und Jugendliche sich mit Obst und Gemüse beschäftigen und so zugleich Lebensmittel besser wertschätzen. Thomas Huber betont: „Unser Gemüse wird nur organisch gedüngt. Wir betreiben hier ökologischen Anbau.“ Wer da nicht zugreift, ist selber schuld.

Reiche Ernte im laufenden Jahr:

Von Austernpilzen bis Zucchini

Auch wenn das Erntefest erst im Herbst gefeiert wird. So manches Gemüse ist früher reif und deshalb langen die Weidener Bürger bereits seit einigen Wochen im städtischen Garten zu. Geerntet wurden bis jetzt nach Schätzung von Thomas Huber etwa 10 Stück Kohlrabi, 4 Kilo Tomaten, 3 Kilo Paprika, 50 verschiedene Salate, 20 Zwiebeln, 10 Mangoldblätter, 25 Gurken, 15 Brokkoli, 5 Blumenkohl, 15 Zucchini und 10 Chilipflanzen.

Noch nicht erntereif sind: Rote Beete (etwa 15 Pflanzen), Hokkaido und essbare Zierkürbisse (5 Pflanzen), Grünkohl (10 Pflanzen), Knollensellerie, Blauer Rosenkohl (20 Pflanzen), Kartoffeln (etwa 30 Pflanzen) und Austernpilze.

Pflanzaktion im städtischen Obst- und Gemüsegarten.
Zum Start der Erntesaison hat Oberbürgermeister Kurt Seggewiß (Vierter von rechts) in den städtischen Garten an der Stadtmauer eingeladen. Die Hochbeete bescheren reiche Beute zum Nutzen der Bürger wie Angelika Michel (links).
Tipps von der Fachfrau Margit Wildbrett-Drechsler holt sich Stadtplaner Friedrich Zeiss.
Gut versteckt und doch entdeckt: Oberbürgermeister Kurt Seggewiß hat in den Sträuchern an der Stadtmauer eine Mini-Tomate aufgespürt.
So idyllisch hat das Fleckchen an der Stadtmauer in den 30er Jahren ausgesehen, als die Naab noch vorbeifloss. Gärtnermeister Thomas Huber hatte zwei historische Bilder ausgegraben, um die Ansichten zu zeigen. Inzwischen ist an dieser Stelle wieder ein Naturidyll entstanden.

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