07.06.2021 - 13:19 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Serie "Natur Pur": Moor- und Hängebirken in Weiden

Diesen Artikel lesen Sie mit
Alle Informationen zu OnetzPlus

Birken kennt jedes Kind: Das sind die Bäume mit der weißen Rinde. Doch dass es da gewaltige Unterschiede gibt, und welche besondere Birke es eine lange Zeit nur in der Weidener Moosloh gab, das weiß LBV-Mann Wolfgang Winter.

Zwischen Süd-Ost-Tangente und dem Flutkanal, auf dem Sport-Gelände der DJK, stehen zwei Birken nebeneinander: eine Moor- (links) und eine Hänge-Birke. Deutlich ist der Unterschied zwischen den hängenden Zweigen der Hänge-Birke und der aufrechten Krone der Moor-Birke zu erkennen.

Von Wolfgang Winter

Sie sind nahezu überall zu finden: auf trockenen Böden, in Mooren, mitten im Wald, und als Einzel-Bäume in der Feldflur, im Gebirge und an den norddeutschen Küsten. Und vielen ist schon von Kindesbeinen an bekannt, dass die Bäume mit der „weißen Rinde“ Birken sind.

Herrlich, wie das kräftige Grün in den filigran verzweigten Kronen der Birken im Wind scheinbar immer in Bewegung zu sein scheint; schon beim leichtesten Windhauch.

Fürchterlich, wie die unglaublich kleinen Pollen-Körner der Birkenblüten allergische Reaktionen bei vielen Menschen auslösen können, für die der beginnende Frühling dann nur noch Qual sein kann.

Schwere allergische Reaktionen

Birkenpollen sind, wie die der Hasel und vieler Gräser, sehr klein, und können schwere allergische Reaktionen hervorrufen. Die Pollen vieler anderer Baumarten sind deutlich größer und deshalb für Allergiker harmlos.

„Heimisch“ sind in Deutschland vier Birken-Arten: Die „Strauchbirke“ kommt nur in Mooren der Alpen und im küstennahen Mecklenburg-Vorpommern vor, sie wird nicht höher als eineinhalb Meter. Eine noch kleinere Art dieser Gattung, die Zwergbirke, ist in nährstoffarmen Mooren zuhause und kommt nur in Mooren des Voralpenlands vor. Bis 1985 gab es ein einziges außer-alpines Vorkommen in Bayern: In der Mooslohe. Unmittelbar am Stadtrand von Weiden hatte ein kleiner Bestand seit den Eiszeiten überdauert. Durch die Trockenlegung der Mooslohe wurde die Art 1985 außerhalb der Alpen ausgerottet.

Hänge- und Moorbirken

Die großen Birken, die Bäume, die 25 Meter hoch werden, sind meist Hängebirken. Sie kommen in ganz Deutschland vor. Es gibt aber auch eine sehr nahe Verwandte, die ihr sehr ähnlich sieht: die Moorbirke. Moorbirken kommen in den Alpen, im Deutsch-Böhmischen Grenzgebirge und in der norddeutschen Tiefebene vor.

Die Hängebirke hat ihren deutschen Namen wegen der langen, hängenden Zweigen; sie wird auch Sandbirke genannt, weil die jungen Zweige rau, „sandig“ sind. Die Moorbirke dagegen hat eine feste Krone, die Zweige hängen nicht, sondern ragen straff nach oben; ihre Zweige sind glatt oder fein behaart.

Borke unterscheidet sich

Auch die Borke der Bäume unterscheidet sich: während Hängebirken in deutlichem schwarz-weiß-Kontrast erscheinen, ist die der Moorbirken eher „dunkelgrau-hellgrau“ gefärbt. In und um Weiden kommen die beiden „baumförmigen“ Birken vor. Die Moorbirke vorwiegend in der Mooslohe, die Hängebirke „überall sonst“. Auch am Fischerberg kann man Moorbirken finden, auch in der Mooslohe kommen Hängebirken vor.

Das Holz dieser beiden Arten ist nicht zu unterscheiden, beide finden im Möbelbau, aber auch als „Kleinstteile“ wie z. B. als Rollmops-Spieße Verwendung. Die Blätter allerdings unterscheiden sich, wie die Borke und die Wuchs-Form, wenn auch nicht deutlich, sondern doch erkennbar: Die Blätter der Hängebirke erinnern an ein Dreieck, Moorbirken-Blätter dagegen sind oval.

Wolfgang Winter klärt über die Stunde der Gartenvögel auf

Weiden in der Oberpfalz
Hintergrund:

"Natur Pur" von Wolfgang Winter

Wolfgang Winter ist beruflich wie privat viel in der Natur in und um Weiden unterwegs und engagiert sich beim Landesbund für Vogelschutz (LBV). Für unsere Leser berichtet er über Fundstücke beim Spaziergang am Wegesrand.

Für Sie empfohlen

 

 

 

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.