21.04.2021 - 11:01 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Serie "Natur Pur": Perfekte Tarnung der Waldschnepfe

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Sie verlässt sich so sehr auf ihre Tarnfarbe, dass sie erst im allerletzten Moment auffliegt, wenn Mensch oder Tier sich nähern. LBV-Mann Wolfgang Winter hat die Waldschnepfe "erwischt".

Das "Suchbild" von der brütenden Waldschnepfe ist am Rand der Mooslohe geglückt. Es zeigt deutlich, wie gut das Tier getarnt ist.

Von Wolfgang Winter

Das Gefieder von Waldschnepfen ist geradezu perfekt in die Umgebung eingepasst, in der sie auf Nahrungssuche gehen und ihre Brut aufziehen. Selbst wenn man wirklich nah dran ist, und sie tatsächlich bemerken sollte – was mir bisher ein einziges mal passiert ist – kann es schwer sein, sie wieder zu entdecken, wenn man den Blick kurz abwendet.

Regelmäßig bemerkbar machen sich die scheuen Waldbewohner lediglich durch ihren Balzflug, der ab März bis in den Sommer hinein am Abend zu beobachten ist: Ziemlich genau dann, wenn der erste Stern am Himmel zu sehen ist, gilt es an einem Waldrand oder auf einer Lichtung die Ohren zu spitzen. Zuerst hört man von weitem ein scharfes „Zibitz“, das beim Näherkommen kräftiger wird. Die Schnepfen fliegen nicht sehr hoch, und sind gut zu hören. Je näher, desto besser kann man das tiefe „Quorrquorr“ vernehmen, das dem Zibitz vorausgeht (nachzuhören auf www.lbv.de/ratgeber/naturwissen).

Entdeckt man die in Baumwipfelhöhe auffallend langsam fliegende Schnepfe, fällt auf, dass der lange Schnabel im Flug nach unten zeigt. Die Hauptnahrung dieses heimlichen Vogels sind Regenwürmer, ihr Lebensraum sind Wälder.

Hoher Humusgehalt, lockerer Boden und gleichmäßige Bodenfeuchte sind die Voraussetzung für zahlreiches Regenwurm-Vorkommen. Da Laub den Humus im Boden anreichert, ist das Vorkommen von Waldschnepfen an Laub- oder zumindest Mischwälder gebunden, wo sie ausreichend Nahrung finden können.

Schnepfen brüten in der Mooslohe aber auch in buchenreichen Beständen am Fischerberg. In Deutschland kommen Waldschnepfen vom Schwarzwald bis zu Lüneburger Heide vor. Ihr weltweites Verbreitungsgebiet reicht von den europäischen Antlantik-Inseln über den Ural bis zum Pazifik.

Das Nest ist eine in altem Laub oder trockenem Gras geformte und spärlich ausgepolsterte Mulde, in die stets vier Eier gelegt werden, aus denen nach drei Wochen Küken schlüpfen, die wenige Minuten nach dem Ei auch das Nest verlassen, um mit den Henne auf Nahrungssuche zu gehen

Waldgiraffen, Braunkehlchen oder die Mondraute: diese seltenen Tiere und Pflanzen sind es wert, dass sie beobachtet werden

Weiden in der Oberpfalz
Die Serie:

"Natur Pur" von Wolfgang Winter

Wolfgang Winter ist beruflich wie privat viel in der Natur in und um Weiden unterwegs und engagiert sich beim Landesbund für Vogelschutz (LBV). Für unsere Leser berichtet er über Fundstücke beim Spaziergang am Wegesrand.

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