25.02.2021 - 09:26 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Serie "Natur Pur": Seltsame Enten im Weidener Flutkanal

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Immer wieder tauchen im Winter auf Waldnaab und Naab seltsame Enten auf. Was es mit den ungewöhnlichen Tieren auf sich hat, erklärt LBV-Mann Wolfgang Winter in der Serie "Natur Pur".

Hier schwimmen Gänsesäger, Männchen und Weibchen.
von Externer BeitragProfil

Von Wolfgang Winter

Nicht jedes Jahr, aber doch immer wieder im Winter, wenn andernorts Seen und auch langsam fließende Flüsse zugefroren sind, tauchen auf Waldnaab und Naab ungewöhnlich aussehende Enten auf.

Auffallend hell gefärbt, mit weißem Bauch, mit dunkelgrün-schwarzem Kopf die Männchen, die Weibchen mit einem braunen Kopf, dessen Federn hinten einen leichten Schopf andeuten. Und einem für Enten sehr schmalen langen Schnabel, dessen Spitze zu einem kleinen Haken abwärts gebogen ist: Gänsesäger!

Die Säger, von denen es in Europa mehrere Arten gibt, gehören zur Familie der Entenvögel, unterscheiden sich aber in manchen biologischen Einzelheiten gewaltig von ihren nahen Verwandten. Der auffälligste und bemerkenswerteste Unterschied ist wohl, dass sie sich von Fischen ernähren, die sie tauchend erjagen.

Gänsesäger, die etwas größer sind, als die häufigen Stockenten, liegen beim Schwimmen flacher im Wasser, als andere Enten, „schnittiger“ irgendwie. Sie brüten in Höhlen, die sie am Ufer suchen. Fündig werden sie dabei in hohlen Bäumen, aber auch in Felsspalten und Gebäude-Nischen. Häufig auch in Nistkästen, die speziell für sie aufgehängt werden.

Als einzige Säger-Art, brüten Gänsesäger in Süddeutschland und Nachbarländern. Sie besiedeln Seen und Flüsse im Alpenvorland und den Alpen, aber auch auf der Eger in Tschechien kann man sie im Sommer mit ihren Küken beobachten. Es handelt sich dabei aber um kleine Inselvorkommen am Rande ihres Verbreitungsgebiets. Ihr Siedlungsschwerpunkt in Deutschland liegt an der Ostseeküste und liegt damit am Rand ihres Hauptverbreitungsgebietes, das von Skandinavien über das Baltikum durch Osteuropa, über Zentralasien bis nach Japan und Kamtschatka am Pazifik reicht und sich in Nordamerika von Alaska bis zum Nordatlantik fortsetzt: ein breites Band rund um den Globus in kühlen und gemäßigten Breiten südlich der Arktis.

Im Winter, wenn nordeuropäische Seen und Flüsse zufrieren, tauchen sie als Gäste auf Bayerns Flüssen auf, so in den vergangenen Wochen auf dem Flutkanal mitten in Weiden, wo man die gut unterscheidbaren Männchen und Weibchen in wachsender Zahl bei der Jagd auf Fische beobachten konnte.

Aber schon spätestens Anfang März machen sie sich wieder auf den Weg in ihre Brutreviere.

Welches Tier frisst welche Zapfen im Winter?

Weiden in der Oberpfalz
Ein Gänsesägermännchen.
Ein Gänsesägerweibchen.
Die Serie:

"Natur Pur" von Wolfgang Winter

Wolfgang Winter ist beruflich wie privat viel in der Natur in und um Weiden unterwegs und engagiert sich beim Landesbund für Vogelschutz (LBV). Für unsere Leser berichtet er über Fundstücke beim Spaziergang am Wegesrand.

 

 

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