07.11.2019 - 14:10 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

"Singing Witt" rockt Weiden

Beeindruckende musikalische Momente erlebten die Besucher beim achten gemeinsamen Konzert von „Singing Witt“ mit den Hofer Symphonikern in der ausverkauften Max-Reger-Halle.

von Redaktion ONETZProfil

Schon der traditionelle Beginn mit der Bayernhymne, zu der sich die Zuhörer erhoben und mitsangen, während die 33 in Rot oder Schwarz gekleideten Sängerinnen und ihre 17 Kollegen mit roten Schleifen oder Schals um den Hals auf der Galerie erschienen, ließ Großes erwarten.„Wir sind wieder da“, sagte Stefanie Zühlke-Schmidt und begrüßte das Orchester sowie Peter Kosmos am Piano.

Die staatlich anerkannte Chorleiterin und Geschäftsführerin des Bereichs Einkauf dirigierte den im Juli 2011 von ihr gegründeten Mitarbeiterchor der Witt-Gruppe und die Symphoniker temperamentvoll, konzentriert und wirkungsvoll bis in die kleinsten Nuancen. „Singing Witt“ zeigte sich erneut und in immer stärkerem Maße als stimmgewaltige Chorgemeinschaft mit höchsten musikalischen Fertigkeiten in Bezug auf die Exaktheit der Tonhöhe, die Feinabstimmung von Lautstärke und Klangfarbe, die gekonnte Veränderung in der Tonstärke und beim Tempo und mit hellen, klaren Einzelstimmen, die sich mit den etwa 40 Musikern der Hofer Symphonikern zu einem voluminösen Klangkörper verbanden. Das von Konzertmeister Lorenzo Lucca geleitete Orchester, bei dem Trompeter Pete Lawrence viele Stücke arrangiert und etliche selbst komponiert, überzeugte mit hoher Spielkunst, differenzierter Dynamik und exakter Intonation und passte sich den Gesangsbeiträgen gefühlvoll an.

Der von der Dirigentin versprochene aufregende „heiße Ritt“, seit drei Jahren in Planung, entpuppte sich als ein Feuerwerk mitreißender Stücke gemäß dem Programm-Motto „Classic, Pop und Hymns“. Der erste, klassische Teil begann gleich mit „Pauken und Trompeten“. Aus Carl Orffs Kantate „Carmina Burana“ erschollen der mächtige Chor zur Ehren der Schicksalsgöttin „O Fortuna“ und „Ecce Gratum“ mit den prägenden Stilmerkmalen des Mittelalters. Nicht weniger imposant erklangen berühmte Opernchöre von Giuseppe Verdi: der Prozessionschor „Gerusalem!“ aus „Die Lombarden“, das Gran Finale „Spuntato Ecco il di“ aus „Don Carlos“ und der weltberühmte Gefangenenchor „Va, pensiero, sull’ali dorate“ aus „Nabucco“, der den Chor in Schwingungen versetzte. Mit der schwungvollen, kapriziös-lockeren Ouvertüre „Die Italienerin in Algier“ von Gioachino Rossini wurde das Publikum in die Pause geschickt.

Andrea Lang, ehrenamtliche geschäftsführende Bevollmächtigte des Vereins „Donum Vitae“, dem der Erlös des Benefizkonzerts zugute kommt, das im Rahmen des 20-jährigen Bestehens stattfindet, bezeichnete es als Balsam für Herz und Seele, aber auch für die Vereinskasse. Bei 95-prozentiger staatlicher Förderung sei man auf etwa 30.000 Euro jährliche Spenden angewiesen, um kostenlos und auf Wunsch auch anonym Schwangerschaftskonfliktberatung anbieten zu können.

„Singing Witt“ kann auch Pop. Dezent vom Orchester und mit Geigenvorspiel begleitet, eröffnete „You raise me up“ von Brendan Graham und Rolf Lovland mit furiosem Finale den zweiten Teil. Ihm folgten der Song „The winner takes it all“ von Abba mit zusätzlichem Hintergrundchor und Freddie Mercurys mit großem Beifall bedachte, ungewöhnliche und Gänsehaut-Feeling hervorrufende „Bohemian Rhapsody“, eine Mischung aus Opernparodie und Hardrock, bei der Sandra Brehm, Ute Kneidl und Birgit Wartha mit Soli glänzten. Als Abschluss brachten Chor und Orchester Hymnen zu Gehör. „Was kann ein Chor mehr tun, als anderen Ländern damit die Ehre zu erweisen?“, fragte Zühlke-Schmidt unter Applaus. Die Idee stamme von ihrem Mann, die Komposition von Pete Lawrence. Im ersten Medley-Zyklus sang die Französin Cécille Gall erstmalig in ihrem Leben vor Publikum die „Marseillaise“, ehe Israels Hymne "Hatikvah" und Südafrikas „Nkosi Sikelel’i Africa“ folgten, wobei auch ein paar Beatles-Takte von „All you need is love“ eingestreut waren. Statt „God save the Queen“ vertrat im zweiten Teil Edward Elgars musikalisch anspruchsvoller Marsch „Pomp and circumstances Nr. 1“ Großbritannien und vermischte sich in einem Quodlibet mit der Bayernhymne und dem Deutschlandlied. Den Schluss bildete die von allen gesungen „Ode an die Freude“ aus Beethovens neunter Symphonie, die Europahymne, abgelöst von „Standing Ovation“, Beifallspfiffen und Jubelrufen.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Für Sie empfohlen

 

Aktuell und Wissenswert

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.