01.01.2020 - 11:13 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

"Slatec" live: Impro-Techno in "der Sünde"

Live und komplett improvisiert: Das ist die Musik von "Slatec". Zum Finale der "Sünde" in der Alten Hauptpost in Weiden wird es künstlerisch und düster. Und dann geht die Post ab.

Techno-Highlight in der Sünde: Mit seiner Band "Slatec" zaubert Roman Sladek an der Posaune eine düstere Stimmung, die zum Tanzen einlädt.
von Sophie MennerProfil

Zum letzten Mal im Jahr 2019 hieß es am Montag "Ich habe gesündigt." "Techno. Live. Improvisiert. Düster. Uff." So kündigte "das Sündikat" seine letzte Veranstaltung seiner Saison auf Facebook an. Das finale Highlight: "Slatec". "Eingefleischte Fans unseres Schmuddelvereins wissen es schon längst: Technoide Musik taugt uns unheimlich, und aus diesem Grund freut uns der diesjährige Act zum Finale sehr." Die Band um Roman Sladek, ebenfalls Bandleader der "Jazzrausch Bigband", machte am 30. Dezember die Abschlussparty des Pop-Up-Clubs "Die Sünde" in der alten Hauptpost in Weiden zu einer Abrissparty.

"Der Spaß an der Sache ist, dass wir komplett improvisieren", erklärt Sladek. "Einer fängt an, und nach zwei Stunden hören wir wieder auf, und am Ende kommt hoffentlich geiler Techno raus." Mit dem aufsteigenden Nebel aus der Maschine setzte auch Sladek an der Posaune ein. Die mystische Stimmung wurde verstärkt durch Stroboskop-Blitze – Musik, die einem herannahendem Gewitter gleicht: progressiv, dann wieder leichter. Die Band selbst formuliert es so: "Die musikalische Schwarmintelligenz treibt jeden in eine Techno-Extase". Zuvor trat die Band bereits in Jazz-Clubs oder Festivals in New York City oder Shanghai auf und spielten in bekannten Techno-Clubs in München oder Regensburg.

Techno-Highlight in der Sünde: Mit seiner Band "Slatec" zaubert Roman Sladek an der Posaune eine düstere Stimmung, die zum Tanzen einlädt.

Die Inspiration für ihren Auftritt in Weiden kam direkt von der Deko der Location. "Scheiß Billigflieger, scheiß Tussis, scheiß Kaffee" zitierte Sängerin Patricia Roemer die Zeilen, die auf den "Scheiß-Säulen" im Konzertraum stehen. Georg Stirnweiß spielte den Bass, Silvan Strauß das Schlagzeug und Samuel Wootton die Perkussion.

In Echtzeit schafften die Musiker auf der Bühne ein musikalisches Trip-Techno-Unikat, inspiriert vom Jazz. Eine Setlist gab es nicht. Dem Publikum schien es zu gefallen. Johlend und Pfeifend fieberte es den musikalischen Höhepunkten entgegen. Ein ganz besonderer Rave, der Techno-Freunde aller Altersklassen gemeinsam feiern ließ, angetrieben von klaren Tönen und blitzendem Licht.

Eine Zugabe, und dann, gegen 22.30 Uhr, war es vorbei mit der "Sünde 2019". "Der Main-Act heute Abend ist allerdings Lukas Höllerer mit seinem Team", bedankt sich Sladek. "Wir spielen heute Abend den letzten Auftritt, aber irgendwie wird es 2020 schon weitergehen."

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