Weiden in der Oberpfalz
15.01.2019 - 18:25 Uhr

Smarte Bank schnell vom Tisch

Im Onetz und in Leserbriefen war die smarte Sitzbank großes Thema. Im Finanzausschuss am Dienstag aber kommt es gerade einmal zu vier Wortmeldungen. Und zu einem einstimmigen Ergebnis.

Zunächst wollte die SPD drei Smart Benches in der Innenstadt installieren. Doch dann machte sie einen Rückzieher: zu teuer in der Wartung. Bild: Gabi Schönberger
Zunächst wollte die SPD drei Smart Benches in der Innenstadt installieren. Doch dann machte sie einen Rückzieher: zu teuer in der Wartung.

Florian Graf (SPD) nahm’s mit Humor. Zwei wichtige Abstimmungen, so seine Feststellung, sollte es am Dienstag im Finanzausschuss geben: die über den Brexit und die über die Aufstellung dreier solarbetriebener sogenannter Smart-Benches in der Innenstadt.

Diese seien zwar die Bänke der Zukunft, robust, geladen und trotzdem stromunabhängig, aber Graf kündigte trotzdem an, dass die SPD ihren eigenen Antrag ablehnen müsse.

Großes Erstaunen unter den Stadträten. Zur Begründung des ungewöhnlichen Vorgangs verwies der SPD-Stadtrat auf die Wartungskosten von 5000 Euro, die er abwechselnd als absurd und völlig verrückt bezeichnete. Anscheinend würden Kommunen in solchen Fällen immer besonders geschröpft. Graf hofft jetzt, dass Private in die Bresche springen und die eine oder andere Bank aufstellen. „Eine bessere Werbung gibt’s eigentlich nicht.“

Smart Benches sind öffentliche Sitzbänke, die unter anderem als W-Lan-Hotspots, als Ladestation für Smartphones oder als beheizte Sitzmöglichkeit dienen können. Aus Sicht der Wirtschaftsförderung würde das Projekt die Aufenthaltsqualität in der Innenstadt fördern.

Wenn aber schon die SPD ihren eigenen Antrag ablehnte, wollten die anderen Fraktionen nicht vorpreschen. So sprach zwar CSU-Fraktionschef Wolfgang Pausch von einer reizvollen Idee und einer guten Anregung, aber er erkannte bei dem Projekt nicht unbedingt die erste Priorität. Auch er würde sich wünschen, wenn ein Privater die Überlegung aufgreift. In Städten, in denen es die Bänke bereits gibt, seien immer Sponsoren beteiligt, wusste Reinhold Wildenauer (Bürgerliste). „Vielleicht wäre das was fürs NOC.“

Für die Grünen befürchtet Fraktionssprecher Karl Bärnklau vor allem Vandalismus. Der SPD sprach er sein Kompliment aus, dass sie ihre Meinung geändert und die Ablehnung des eigenen Antrags empfohlen habe. So kam es denn auch. Einstimmig sprachen sich die Mitglieder des Finanzausschusses gegen die Anschaffung der Bänke aus. Hinweise der Verwaltung auf Fördermöglichkeiten sowie auf eine Erprobungsphase oder eine Leasing-Variante spielten in der Diskussion keine Rolle.

Weiden in der Oberpfalz10.01.2019
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