10.01.2019 - 16:46 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Sie wärmt den Hintern und lädt den Akku

Die smarte Sitzbank. Gleich drei dieser modernen solarbetriebenen Sitzgelegenheiten wünscht sich die SPD in Weiden. Das kann bis zu 15000 Euro kosten. Eine sinnvolle Investition?

So sieht die erste smarte Sitzbank Bayerns aus. Sie steht seit Ende Oktober in Waldershof.
von Simone Baumgärtner Kontakt Profil

Kommentar zur IBench: Nicht alle sind begeistert

Weiden in der Oberpfalz

Wer am Puls der Zeit bleiben und sich als moderne Einkaufsstadt verstanden wissen will, braucht die smarte Sitzbank, argumentiert die SPD - und beantragt für die Sitzung des Finanzausschusses am Dienstag, 15. Januar, die Investition von 12000 Euro sowie die Aufstellung dreier solcher Bänke an gut frequentierten Plätzen in der Weidener Innenstadt. "Eine Bank soll auf dem Macerata-Platz, als ,Willkommengeschenk' für das NOC, befestigt werden", findet laut Antrag SPD-Stadtrat Florian Graf. Vielleicht gebe es finanzielle Unterstützung aus dem Topf der Städtebauförderung.

Eine smarte Sitzgelegenheit, neudeutsch eine IBench: Was ist das? Die Genossen und die Stadtverwaltung beschreiben sie als robuste solarbetriebene öffentliche Sitzbank mit vielen Möglichkeiten. So könne sie beispielsweise als W-Lan Hotspot, als Ladestation für Smartphones, als Leuchtobjekt, als eine Art Wetterstation und im Winter gar als beheizte Sitzmöglichkeit genutzt werden. Doch was hält die Stadtverwaltung davon?

•Die Wirtschaftsförderung meint: Smart-Benches steigern die Aufenthaltsqualität in der Innenstadt, die mit solch einem Mobiliar attraktiv gehalten werde. Obendrein könne so ein weiterer wichtiger Schritt in die flächendeckende öffentliche W-Lan-Abdeckung gemacht werden. Bestensfalls über das Bayern-W-Lan. Dank Energie- und Sim-Karten-Betrieb könnten die Bänke unabhängig vom verkabelten Netz an nahezu jedem Standort aufgestellt werden.

•Das Bauamt verweist erstens darauf, dass die Bänke mit Blick auf den Denkmalschutz in ähnlicher Farbe gehalten werden sollen wie die bereits vorhandenen oder ein zurückhaltendes, mattes Grau möglich wäre. Alles jedenfalls ohne Werbeaufdrucke. Zweitens sei wichtig, ob durch IBenches alte Bänke neue Plätze brauchen oder weichen sollen und inwiefern die smarte Sitzgelegenheit ebenfalls in den Wintermonanten entfernt werden kann, um dem Winterdienst die Arbeit zu erleichtern.

• Dem Ordnungsamt ist bei der baulichen Gestaltung wichtig, inwiefern die "Nichtnutzungsmöglichkeit als Liegefläche" gegeben ist.

Der Kostenpunkt für die Anschaffung dreier Bänke dürfte laut Stadtverwaltung bei rund 12000 bis 15000 Euro belaufen. Dazu kämen Unterhaltskosten von 3000 bis 5000 Euro pro Jahr. "Ausreichend Mittel sind im Haushalt vorhanden", meint die Stadtverwaltung. Fördergeld könnte aus dem Programm "Smart Service Stadt" angezapft werden. Grünes Licht für die smarten Bänke will die Stadtverwaltung dennoch nicht geben. Sie empfiehlt eine testweise Erprobung, zieht eine Leasing-Variante in Betracht. Aus zwei Gründen: Das Baudezernat entwickle ja gerade ein Gestaltungshandbuch für die Innenstadt, die Wirtschaftsförderung arbeite an einem Konzept zur Innenstadtentwicklung. Beides sei noch nicht fertig. Das letzte Wort in Sachen smarte Sitzbank haben nun die Mitglieder des Finanzausschusses.

So sieht die erste smarte Sitzbank Bayerns aus. Sie steht seit Ende Oktober in Waldershof.
So sieht die erste smarte Sitzbank Bayerns aus. Sie steht seit Ende Oktober in Waldershof.
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