22.12.2020 - 10:00 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

So gelingen die ersten Tage im Kindergarten: Tipps von der Expertin

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Herkunft, Sprache oder Akzent sind keine Akzeptanzhürde, findet eine erfahrene Oberpfälzer Kindergartenleiterin. Sie gibt Tipps, wie die ersten Tage im Kindergarten gelingen.

Jana Apfelbacher beobachtet, dass kleine Kinder andere kleine Kinder schnell in die Gruppe integrieren.
von Reiner Wittmann Kontakt Profil

In der Oberpfalz gibt es über 600 Kindergärten, Kitas und Horte. Sie kümmern sich um eine optimale Betreuung und Förderung des Nachwuchses. Zwar können junge Familien auch in der Region nicht auf einen freien Platz vertrauen, doch alles in allem werden sie die Situation als entspannter empfinden.

Das sieht auch die Fachaufsicht in der Oberpfalz so. Markus Roth, Pressesprecher der Regierung der Oberpfalz, meint: "Es ist bei uns sicherlich leichter, einen wohnortnahen Kindergartenplatz zu bekommen als in vielen Großstädten. Außerdem sind die Einrichtungen auch im ländlichen Bereich auf einem modernen baulichen Stand." Im konkreten Einzelfall ist jede Familie freilich mehr als gut beraten, die örtliche Situation frühzeitig zu prüfen. Ein Besuch der Webseite oder ein Anruf kann unter Umständen schnell für Klarheit sorgen.

Individuelle Entscheidung

Wer einen Kindergartenplatz für seinen Nachwuchs sucht, sollte aber nicht nur nach Verfügbarkeit von Plätzen oder Wohnortnähe entscheiden, empfiehlt Jana Apfelbacher, Leiterin des Kindergartens "Kunterbunt" in Weiden: "Für Kindergärten gibt es ja keinen Sprengel, so wie bei Schulen. Sie sind prinzipiell frei wählbar, haben allerdings unterschiedliche Schwerpunkte und Konzepte", gibt Apfelbacher zu bedenken, deren Einrichtung die Arbeiterwohlfahrt betreibt. Dabei gehe es nicht um besser oder schlechter, sondern um die Frage: "Was will ich für mein Kind? Welcher Kindergarten kommt meinen Vorstellungen am nächsten? Wie wichtig ist mir beispielsweise eine bestimmte religiöse oder weltanschauliche Orientierung?"

Zu Beginn der Kindergartenzeit komme es auf eine gute Absprache zwischen Eltern und Personal an. "Das ist das A und O, denn die Eltern sind die Fachleute für ihr Kind", betont die Erzieherin. "Wir reden mit den Eltern immer erst einmal darüber, wie man die ersten Tage gestalten will. Unser Vorschlag ist dabei, dass das Kind am Anfang nur stundenweise dableibt, dann von Tag zu Tag länger, je nachdem wie es ihm dabei geht. Die Eltern müssen sich für diese Phase Zeit einplanen, jederzeit erreichbar sein und das Kind vorzeitig abholen können, falls es weint. Dem Kind gelingt die Eingewöhnung schneller, wenn die Eltern loslassen können." Dieses gegenseitige Miteinander von Eltern, Kind und Kindergarten schaffe Vertrauen. Und darauf komme es an, denn "die Eltern geben ja das Wertvollste aus der Hand, was sie haben: ihr Kind!"

Als Neubürger und Nicht-Oberpfälzer müsse man sich keine Gedanken machen, dass Herkunft und Akzent Integrationshindernisse seien: "Kleine Kinder sind zu 100 Prozent tolerant. Diese Erfahrung machen wir täglich. Wir haben sehr viele unterschiedliche Nationalitäten und auch Kinder, deren Eltern aus anderen Gegenden Deutschlands stammen. Da gibt es keine Probleme. Wir behandeln alle Kinder gleich, und die Kinder stören sich auch nicht am ,Anderssein' anderer Kinder." Allerdings spüre man schon, wenn die Eltern häufig umziehen: "Diesen Kindern fehlen oft die Wurzeln. Sie haben keine Möglichkeit anzukommen", stellt Apfelbacher fest. Grundsätzlich sei es wichtig, sein Kind zu beobachten und den Kindergarten zu informieren, wenn sich dessen Verhalten verändere. "Das kann unterschiedliche Gründe haben und wir müssen Bescheid wissen. Auch positive Rückmeldungen helfen weiter."

Eltern sollten Kindern nicht alle Hindernisse aus dem Weg räumen

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Aufmerksamkeit schenken

Eines liegt Apfelbacher ganz besonders am Herzen: "Für Kinder ist nicht das Materielle wichtig, sondern dass ihnen die Eltern zuhören, wenn sie nach Hause kommen. Dass die Eltern ihnen Aufmerksamkeit schenken und Zeit mit ihnen verbringen. Dabei geht es nicht unbedingt allein um die Dauer, aber auf jeden Fall um die Qualität des Austausches und die Regelmäßigkeit." Liebe und Nestwärme könne man nicht kaufen. "Zufriedene Kinder, die Zuneigung erfahren, kommen aber mit Sicherheit viel besser durch das Leben. Wenn die Eltern dagegen mehr an PC und Handy kleben statt sich mit dem Nachwuchs zu beschäftigen, dann macht das etwas mit dem Kind."

Jedes Kind ist individuell. Doch Unterschiede, wie sie sich etwa durch die Sprache ausdrücken, stellen unter kleinen Kindern kein Akzeptanzproblem dar.

Eine Übersicht mit den Kindertagesstätten, -krippen, Kindergärten und -horten in der Region hat der Oberpfalz-Marketing-Verein zusammengestellt.

 

 

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