07.08.2018 - 18:15 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Auch Soldaten werden mal krank

Die Sanitätsräume in der Ostmarkkaserne sind in die Jahre gekommen. Jetzt wird für die medizinische Versorgung von über 1500 Soldaten ein neues Sanitätsversorgungszentrum gebaut. 2020 soll es in Betrieb gehen.

In 2020 soll das neue Sanitätsversorgungszentrum in der Ostmarkkaserne eröffnet werden. Am Dienstag war Baustellenbesichtigung mit Volkmar Weber (Bundesamt für Infrastruktur der Bundeswehr), Architektin Angelika Greßmann (dp architekten), Baudirektor Roman Beer und Architekt Gerd Demleitner (beide Staatliches Bauamt Amberg-Sulzbach), Oberstabsarzt Dr. Stephan Franz Heinz (Stellvertretender Leiter Sanitätsunterstützungszentrum Kümmersbruck), Projektleiter Bauingenieur Lukas Emmerich (STBA Servicestelle Weiden) und der Stellvertretende Leiter des Sanitätsversorgungszentrums Weiden, Oberstabsarzt Dr. Erwin Henemann.
von Stephanie Hladik Kontakt Profil

(shl) Oberstabsarzt Dr. Stephan Franz Heinz freut sich, dass das Projekt "so schnell über die Bühne geht". 3,1, Millionen Euro kostet es. 1558 Soldaten des Bundeswehrstandorts Weiden mit den Außenstellen Hof und Bayreuth werden hier künftig medizinisch versorgt. Das regionale Versorgungszentrum ist dem Sanitätsunterstützungzentrum Kümmersbruck unterstellt, dessen stellvertretender Leiter Heinz ist.

Die bestehenden Sanitätsräume hätten bereits 50 Jahre auf dem Buckel, sagte Heinz. "Das ist einfach nicht mehr zeitgemäß, deshalb haben wir uns für einen Neubau entschieden. In Weiden entsteht ein Sanitätszentrum der neuesten Art mit zwei Arztambulanzen (5 Untersuchungsräume, Arztzimmer, Audiometrie, Sonografie, Ergometrie und Notfallraum) und zwei Zahnarztambulanzen mit 3 Behandlungsräumen.

In Kaserne viel investiert

Bauherr ist das Bundesministerium für Verteidigung. Als dessen "verlängerter Arm" kümmert sich das Staatliche Bauamt Amberg-Sulzbach um die Bauausführung. "In der Ostmarkkaserne ist in den vergangenen Jahren viel saniert worden. Mit dem Bau des Sanitätszentrums sind wir in den letzten Zügen auf dieser Liegenschaft. Rund 9 Millionen Euro werden heuer umgesetzt", sagte Fachbereichsleiter, Baudirektor Roman Beer. Der eingeschossige Bau mit Satteldach besteht aus zwei parallelen Baukörpern in acht Metern Abstand mit einem Innenhof, erläuterte Architektin Angelika Greßmann von dp architekten Greßmann Söllner Partnerschaft mbB, Regensburg.

Klinkerfassade

Die Außenfassade erhält eine Klinkerverkleidung. "Bis September soll die Decke über dem Erdgeschoß eingezogen werden. Wir hoffen, dass wir den Bau noch winterfest bekommen", sagte Greßmann. Die Gesamtfläche umfasst 1350 Quadratmeter. Baufirma ist die Mickan General-Bau-Gesellschaft aus Amberg.

Auf das künftige moderne Arbeitsumfeld freut sich auch Dr. Erwin Henemann. Der Oberstabsarzt und Truppenarzt ist stellvertretender Leiter im Versorgungszentrum Weiden. "Es gibt momentan nur einen Behandlungsraum. Wir behandeln hier ganz normale Krankheiten wie in jeder anderen Hausarztpraxis auch." Auch kleinere Eingriffe seien möglich. Kompliziertere Fälle kämen ins nächste Bundeswehrkrankenhaus.

Die Sanierungen und Umbauten am Bundeswehrstandort Weiden sind noch nicht abgeschlossen. Im Zeitraum 2013 bis 2023 würden insgesamt 18 Millionen Euro investiert, sagte Baudirektor Beer. Als weitere Projekte stünden der Bau einer neuen Fahrzeughalle, die Kanalsanierung und eine neue Waffenkammer an. Auch eine neue Wache werde gebaut, wenn der Eingang in die seit Kurzem gesperrte Kasernenstraße verlegt wird, erklärte Beer. Spätestens dann bilde das Gelände auch optisch wieder eine Einheit.

Info:

Ärztliche Versorgung für Soldaten

In Deutschland gibt es 13 Sanitätsunterstützungszentren der Bundeswehr. Eines davon ist Kümmersbruck, mit einem Einzugsbereich von Feldkirchen bis Weiden. Insgesamt 128 Sanitätsversorgungszentren mit 20 kleineren Außenstellen leisten als Teileinheiten der Unterstützungszentren die ärztliche und zahnärztliche Versorgung der Truppe in der Fläche und repräsentieren mit ihren Ambulatorien die sogenannte "weiße Medizin". Die Sanitätsversorgungszentren werden von Fachärzten für Allgemeinmedizin geleitet, den Truppenärzten. Zur weiteren Unterstützung werden Hausärzte vertraglich in die Arbeit mit eingebunden.

Das Weidener Sanitätsversorgungszentrum zählt inklusive der medizinischen Fachangestellten 35 Mitarbeiter und versorgt 1558 Soldaten. Leiter ist Truppenarzt Dr. Helmut Bedö. (shl)

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