17.05.2018 - 15:11 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Jeder sollte sie daheim haben

Es gibt Broschüren die werden gelesen oder auch nicht und dann ganz rasch entsorgt. Keinesfalls sollte man dies mit dem neuen Leitfaden für Pflegebedürftige und deren Angehörige tun

Viel Lob für den neuen Pflegeleitfaden gab es von Oberbürgermeister Kurt Seggewiß und Landrat Andreas Meier (stehend von links). Erstellt haben die Schrift (sitzend von links) AOK-Pflegeberaterin Gerti Späth und die Gleichstellungsbeauftragten von Landkreis und Stadt Brigitte Menzel und Monika Langner

von Siegfried BühnerProfil

(sbü) Für Landrat Andreas Meier steht fest "In jedem Haushalt sollte den neuen Leitfaden für Pflegebedürftige und ihre Angehörige vorhanden sein". Akribisch sei von den Vertreterinnen des Bündnisses für Familie Adresse für Adresse von Einrichtungen, Beratungs- und sonstigen Dienstleistungsstellen zusammengetragen worden, die für Pflegebedürftige und deren Angehörige wichtig sind, betonte der Landrat bei der Vorstellung des neuen Pflegeleitfadens.

Wichtige Impulse für die Broschüre hätte auch AOK-Pflegeberaterin Gerti Späth eingebracht. Pflegefälle können von heute auf morgen auftreten. Sie kündigen sich selten an. Manchmal ist es ein Unfall, manchmal die Folgen eines Gehirnschlags oder einer Operation. "Man ist erst einmal erschlagen" beschreibt der Landrat die Ausgangssituation. Wichtig seien in einer solchen Lage, dass man kompetente Ansprechpartner kennt. Und weil sich nicht alle in der digitalen Weltzurecht finden, sei "Gedrucktes" nach wie vor gefragt. Auch Oberbürgermeister Kurt Seggewiß schätzt den Nutzwert des Pflegeleitfadens, denn sie gebe einen guten Überblick alles Wichtige zur Pflege in der Region. Monika Langner, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Weiden, berichtete, dass sich im Pflegebereich seit der Erstauflage einer solchen Broschüre im Jahre 2014 sehr viel verändert habe.

Pflegeberaterin Späth erläutert, dass gegenüber der ersten Ausgabe viel Neues aufgenommen worden sei, unter anderem die verschiedenen Wohnformen für Pflegebedürftige und Tagespflegemöglichkeiten. Über Einzelheiten des Leitfadens informierte dann Brigitte Menzel, Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises Neustadt/WN. Aufgeführt sind alle Einrichtungen, die im Pflegefall wichtig sind. Licht wird auch ins Dickicht vieler Rechtsvorschriften und Verfahrensabläufe. Erklärt wird Bedeutung und Ablauf der Erstellung einer Vorsorgevollmacht. Besonders wichtig sei auch die Erläuterung der in der Pflegereform neu geregelten Pflegegrade. Beschrieben werden auch Systeme und Abläufe der Pflegebegutachtung sowie, in sehr ausführlicher Form, die Leistungen der Pflegeversicherung.

Die Möglichkeiten zur beruflichen Freistellung von Angehörigen im Pflegefall einschließlich Familienpflegezeit gehört ebenfalls zu den Themen. Hospiz- und Palliativversorgung runden den Themenkreis ab. Ab Ende Mai soll der neue kostenlose Pflegeleitfaden in den verschiedensten Einrichtungen von Stadt und Landkreis ausliegen.

Dazu zählen in Weiden das Bürgerinformationsbüro, Gleichstellungsstelle und Senioreninformationsstelle im Neuen Rathaus sowie das Maria-Seltmann-Haus. Im Landratsamt Neustadt kann die Schrift bei Grundsicherungsstelle, Betreuungsstelle, Wohngeldstelle und Gleichstellungsstelle abgeholt werden. Auch bei der Pflegeberatung der AOK in Weiden wird sie ausgegeben.

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