29.08.2019 - 10:31 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Sommerpause am Arbeitsmarkt

Die Haupturlaubszeit im August sorgt für einen saisonbedingten Anstieg der Arbeitslosenzahl im Agenturbezirk Weiden. 4194 Männer und Frauen waren im August bei der Agentur für Arbeit Weiden arbeitslos gemeldet, 595 mehr als im Juli.

Symbolbild.
von Externer BeitragProfil

Mit einer aktuellen Arbeitslosenquote von 3,5 Prozent liegt die Arbeitsagentur genau auf dem Vorjahresniveau. Auf einen goldenen Herbst mit vielen Einstellungen lassen die 2691 gemeldeten Arbeitsstellen schließen. "Der Urlaubs- und Ferienmonat August bewirkt auch am Arbeitsmarkt eine ruhigere Einstellungsphase bei den Unternehmen. So werden viele Personalentscheidungen auf September und Oktober vertagt. Zusätzlich melden sich insbesondere junge Menschen arbeitslos. Sie haben in den letzten Wochen ihre Schulzeit oder Ausbildung beendet und befinden sich auf der Suche nach einer Arbeitsstelle", informiert Claudia Wildenauer-Fischer, stellvertretende Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Weiden.

Allgemein blieb die Arbeitsmarktlage stabil. Die leicht angestiegene Jugendarbeitslosigkeit ist in erster Linie auf das Ende vieler betrieblicher Ausbildungen zurückzuführen. Wegen des bestehenden Fachkräftebedarfs haben diese Absolventen sehr gute Beschäftigungsaussichten auf dem regionalen Arbeitsmarkt. Ein Großteil der von Arbeitslosigkeit betroffenen Jugendlichen wird im September 2019 weiterführende Schulen besuchen oder eine Zweitausbildung beginnen und damit die Arbeitslosigkeit wieder beenden können. Soweit keine Weiterbildung geplant ist, werden diese jungen Fachkräfte rasch in eine Anschlussarbeitsstelle vermittelt werden können.

In den Bereichen Erziehung, Betreuung und bei befristeten Lehrkräften ist aufgrund der aktuellen Sommerferien ein vorübergehender Anstieg der Arbeitslosigkeit zu verzeichnen. Insgesamt meldeten sich in den vergangenen vier Wochen 1641 Personen arbeitslos. Zeitgleich konnten 1047 Männer und Frauen ihre Arbeitslosigkeit beenden. Vor allem junge Menschen unter 25 Jahre sind von Arbeitslosigkeit betroffen, insgesamt 567 Jugendliche das sind im Vergleich zum Vorjahr 16 Personen bzw. 2,7 Prozent mehr. Mit dem Beginn des neuen Schuljahres bzw. eines Studiums erwartet die Agentur einen deutlichen Rückgang in dieser Personengruppe. Auf der Suche nach einem neuen Arbeitgeber sind auch 1585 ältere Arbeitnehmer und 1055 erwerbslose Menschen, die seit mehr als einem Jahr arbeitssuchend sind. "Unsere Vermittlungsbemühungen konzentrieren sich auf Arbeitnehmer mit einem höheren Lebensalter. Sie weisen oftmals sehr gute fachliche Kenntnisse auf und sind sehr motiviert. Hier wandelt sich langsam die Einstellungsbereitschaft der Betriebe. Sie nutzen zunehmend dieses Fachkräftepotential, um ihren Personalbedarf zu decken. Zusätzlich stehen 763 arbeitslose Personen ausländischer Herkunft dem Arbeitsmarkt zur Verfügung", so Wildenauer-Fischer weiter.

Seit Einführung der Hartz-IV-Reformen werden arbeitslose Menschen mit Anspruch an die Arbeitslosenversicherung von der Agentur für Arbeit und hilfebedürftige Arbeitslose von den Jobcentern betreut. So werden 2169 arbeitslose Menschen mit Anspruch an die Arbeitslosenversicherung von der Agentur für Arbeit betreut (128 Personen mehr als im Vorjahr) und das Jobcenter ist im Berichtsmonat für 2025 hilfebedürftige Arbeitslose erster Ansprechpartner (minus 120). Für den Herbst erwartet die Arbeitsagentur einen aufnahmefähigen Arbeitsmarkt.

Aktuell umfasst der Stellenpool 2691 Arbeitsstellen, darunter 2565 sozialversicherungspflichtige Beschäftigungen. "Die beachtliche Zahl an Stellenangeboten spiegelt die gute Auftragslage der regionalen Wirtschaft wider", berichtet Wildenauer-Fischer. Einen intensiven Kontakt pflegt der Arbeitgeber-Service der Arbeitsagentur zu den Unternehmen in der Region. In den Gesprächen steht die Suche nach qualifizierten Fachkräften im Vordergrund. Zeitnahe Vermittlungsvorschläge, aber auch Förderprogramme der Arbeitsagentur und der Jobcenter werden rege nachgefragt. Ziel ist es, allen Arbeitsuchenden einen adäquaten Berufseinstieg zu ermöglichen, auch denBewerbern, die nicht alle geforderten Qualifikationsanforderungen erfüllen. Der Blick auf das Stellenangebot zeigt, dass sich der Personalbedarf in der Region über zahlreiche Branchen erstreckt. In den Produktions- und Fertigungsberufen sind aktuell 1021 Arbeitsstellen gemeldet, in der Branche Verkehr und Logistik, Schutz und Sicherheit 433 Stellen sowie im Bereich Gesundheit, Soziales, Lehre und Erziehung 333 Stellen.

Das Berufsberatungsjahr beginnt mit 1. Oktober 2018 und endet am 30. September 2019. So haben die Arbeitgeber im Agenturbezirk in den zurückliegenden neun Monaten seit Beginn des Berufsberatungsjahres 2229 Berufsausbildungsstellen gemeldet. Das sind 27 Angebote oder 1,2 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Auf diese Stellen haben sich 1335 junge Nachwuchskräfte beworben. Von diesen Bewerbern haben 1179 bereits einen Ausbildungsplatz. Die Gruppe der Bewerber ohne Ausbildungsplatz umfasst 156 Personen. Auf diese kommen 809 unbesetzte Ausbildungsstellen oder 5,19 Angebote pro Person. Die rückläufige Entwicklung der Bewerber ist insbesondere auf die demographische Entwicklung mit leicht sinkenden Schülerzahlen zurückzuführen. Aber es sind bei den Jugendlichen und jungen Erwachsenen auch andere Tendenzen im Berufswahlverhalten und in der Lebensplanung erkennbar: Leistungsfähige Schüler besuchen nach dem mittleren Bildungsabschluss in nicht unbeachtlichem Umfang weiterführende Schulen. Teilweise wiederholen Jugendliche zur Notenverbesserung auch die letzte Jahrgangsstufe. Ein erfolgreich verlaufenes Betriebspraktikum führt sehr oft auch schon direkt zum Ausbildungsvertrag, so dass bei diesen Personen keine Bewerbereigenschaft vorliegt. Jugendliche und junge Erwachsene werden nur dann als Bewerber in der Ausbildungsstatistik der Bundesagentur für Arbeit dargestellt, wenn sie eine betriebliche Ausbildung anstreben, ausbildungsreif sind sowie auch Vermittlungsangebote der Arbeitsagentur wünschen. Laut Wildenauer- Fischer werden noch viele interessante Lehrstellen angeboten und das Beratungsangebot der Berufsberatung wird intensiv genutzt. Noch unentschlossene Bewerber sollten ihre berufliche Entscheidung nicht unnötig verzögern. Gute Chancen für einen Ausbildungsbeginn im September bieten die zahlreich gemeldeten Lehrstellen für Fachverkäufer, Kaufleute im Einzelhandel, Metallbauer oder Zerspanungsmechaniker. Der Arbeitgeber-Service der Arbeitsagentur informiert Betriebe zum Thema Fachkräfteakquise bzw. Weiterbildung unter der kostenfreien Service-Rufnummer 0800/4555520.

Unter dem Begriff Unterbeschäftigung werden grundsätzlich zwei Gruppen summiert: Zum einen die Arbeitslosen, zum anderen diejenigen, die nicht als arbeitslos gezählt werden. Damit sind auch alle die Personen erfasst, die im Sinne des Sozialgesetzbuches nicht als arbeitslos gelten oder in einem arbeitsmarktpolitischen Sonderstatus zu sehen sind. Dazu gehören beispielsweise Menschen, die sich in Weiterbildung oder Altersteilzeit befinden, aber auch Selbständige, die Existenzgründerzuschuss erhalten. Beim Ausweisen der Unterbeschäftigung geht es um die transparente Darstellung der tatsächlichen Beschäftigungssituation. Dazu die aktuelle Unterbeschäftigung (ohne Kurzarbeit) wie folgt: Im Berichtsmonat sind 4186 Menschen arbeitslos. Dazu kommen weitere 1519 Personen in Unterbeschäftigung. Damit gelten insgesamt 5714 Männer und Frauen als unterbeschäftigt. Das sind 325 Betroffene oder 6,0 Prozent mehr als im Vormonat, jedoch 21 oder 0,4 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Die Unterbeschäftigungsquote beträgt aktuell 4,7 Prozent.

Die Arbeitslosenzahlen im August.
Info:

Arbeitslosenquote in der Stadt Weiden

Die Arbeitslosenquote in der Stadt Weiden steigt im Berichtsmonat auf 5,5 Prozent. 1307 Personen sind arbeitslos, 193 Personen mehr als im Juli und 66 mehr als im Vorjahr. Dieser Anstieg betrifft insbesondere junge Menschen unter 25 Jahre und Frauen. "Auch im Stadtgebiet ist die Sommerflaute mit weniger Personaleinstellungen spürbar", so Wildenauer-Fischer. "Die 819 gemeldeten Arbeitsplätze bieten viele berufliche Offerten." Ein Blick auf die Rechtskreise zeigt, dass 572 Arbeitslose im Bereich der Arbeitslosenversicherung gemeldet sind, für 735 Personen ist das Jobcenter Weiden-Neustadt zuständig.

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