03.07.2018 - 16:40 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Sozialbürgerhaus eingerichtet

Das Sozialbürgerhaus ist gerade einen halben Tag alt. Bei den 80 Mitarbeitern stellt Dezernent Hermann Hubmann bei seinem Rundgang eine heitere, gelöste Stimmung fest: Sie wollen die seltene Chance nutzen, die Strukturen in einem neuen Dezernat 5 zu bestimmen und zu festigen.

Auf dieses Führungsteam bauen OB Kurt Seggewiß (Mitte) und Dezernent Hermann Hubmann (Zweiter von rechts): Sabine Dippold (Leiterin Amt für Wirtschaftliche Hilfen und Geldleistungen), Sabine Frischholz (Abteilungsleiterin allgemeiner Sozialdienst), Evi Fink (Abteilungsleiterin besonderer Sozialdienst), Beatrix Stiegler (ebenfalls Amtsleiterin Wirtschaftliche Hilfen und Geldleistungen) sowie Wolfgang Hohlmeier als künftiger Dezernent. Bild: gsb
von Josef-Johann Wieder Kontakt Profil

(wd) Kurz nach dem Mittagessen gibt es ein erstes Zusammentreffen. Wolfgang Hohlmeier, der künftige Leiter des neuen Dezernates 5 (ab März 2019), stellt sich vor. Und lernt die Mitarbeiter kennen. Er selbst ist bisher Geschäftsführer der Arge Fördern und Fordern, kennt aber ebenso das Rathaus, in dem er im Sozial- und Umweltamt war und die Verkehrsbehörde geleitet hat. Ab 1. August leitet er das Amt Soziale Dienste und Beratung. Eigentlich ist der leidenschaftliche Jäger, Jagdhorn-Bläser und Wohnmobilist noch bis zum Jahr 2023 als Geschäftsführer des Job-Centers bestellt, das nun einen Nachfolger sucht.

Mitarbeiter begeistert

Im großen Sitzungssaal des Rathaus dankte Oberbürgermeister Kurt Seggewiß allen an der Gründung des neuen Dezernates 5 (Familie und Soziales) beteiligten Mitarbeitern für die offene Unterstützung. "Was Sie alle auszeichnet, ist der Wille, die Veränderungen mitzugehen." Veränderungen seien immer unbequem und unangenehm. Es sei gelungen, die Mitarbeiter zu begeistern und auf den Weg hin zum Sozialbürgerhaus mitzunehmen.

Bis zum 1. März 2019 bleibe der bisherige Rechts- und Sozialdezernent Hermann Hubmann noch "Herr aller Reußen". Mit "Händchen und viel Fingerspitzengefühl" habe Hubmann die Weichen für die Aufteilung seines Dezernates gestellt. "Wir brauchen nicht nur eine fachliche Verbesserung im Dezernat 5, sondern auch die räumliche." Es fehlten Zimmer für Sozialpädagogen, für Nachwuchs- und Führungskräfte sowie für Besprechungen.

Raumnot im Rathaus

Obwohl in der Endausbaustufe das Sozialbürgerhaus das Rathaus verlasse und sich bei der Arbeitsagentur einmiete, gebe es im Rathaus selbst immer noch zu wenige Räume. "Wir haben großen Nachholbedarf."

"Der erste halbe Tag in der neuen Organisationsform ist überstanden. Der Kopf ist noch dran", betonte Hermann Hubmann. Er erinnerte sich an ein Gespräch mit Wolfgang Hohlmeier, der bereits im Frühjahr 2016 das neue Sozialbürgerhaus in München als probates Mittel bezeichnete, um die verkrustete Langzeitarbeitslosigkeit aufzubrechen. "Ich bin heim, habe gegoogelt und gestaunt über Chancen einer guten Zusammenarbeit von Sozialamt, Arge und Arbeitsagentur." Der erste Schritt hin zu einem Sozialbürgerhaus sei nun die Gründung des Dezernates 5.

Die betroffenen Mitarbeiter im Jugend- und Sozialamt hätten die einmalige Chance erkannt, an Organisation und Abläufen in ihren Ämtern mitzugestalten, "wo und wie wir besser und effektiver arbeiten können". "Ich habe den Willen zu Veränderungen gespürt. Wir müssen und wollen unsere Einstellung reflektieren." Gerade als Beamte im sozialen Bereich hätten die Mitarbeiter ihren Auftrag ernsthaft auszuführen. "Und wir tragen Verantwortung für unser Arbeitsklima und ein gutes Miteinander."

"Die Einrichtung des Sozialbürgerhauses hat ihren Reiz", gestand Wolfgang Hohlmeier. Es sei nämlich das Aushängeschild der Stadt, da dort in einem oft sicherlich nicht einfachen Umfeld unmittelbar "am Bürger" gearbeitet werde. Er betonte aber auch, dass klare Strukturen nötig seien, um die schwierige Arbeit meistern zu können. "Sie sind der wichtigste Part bei der Weiterentwicklung unseres Dezernates 5", gab der neue Leiter seinen Mitarbeitern mit auf den Weg.

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