Bei der Mitgliederversammlung begrüßte Ortsvereinsvorsitzende Sema Tasali-Stoll als Referenten zu aktuellen Stadtthemen den designierten OB-Kandidaten der SPD, Jens Meyer. „Wir haben gut gearbeitet mit OB Seggewiß und der Stadt zu neuer Blüte verholfen,“ sagte Meyer und kündigte "spannende Dinge" in Weiden an. Bei den Renovierungsarbeiten am Alten Rathaus stünden noch die Trockenlegungen der Fundamente an, die früher auf tieferem Niveau lagen. Die Dachstuhleindeckung sei rot nach historischem Original. Zuschüsse flossen von der Denkmalpflege und dem Bezirk bei 700.000 Euro Eigenanteil. Der Ortsverein besichtigte das Gebäude im vergangenen Jahr.
„Bildung ist unser Gut in Deutschland, da wir keine Rohstoffe haben“, sprach der Redner im „Hotel Stadtkrug“ ein weiteres Kernthema an. Moderne digitalisierte Klassenzimmer und der Masterplan zu Schulsanierungen mit Bau einer Mensa an der Alberts-Schweitzer-/Berufsschule sowie Investitionen an der Pestalozzischule seien wichtige Vorhaben. Der favorisierte Neubau der Realschulen sei aufgrund der von politischen Mitbewerbern bevorzugten Generalsanierung nicht durchsetzbar gewesen.
Gerüchte, wonach Investor Fondara in finanziellen Nöten beim NOC sei, entkräftete Meyer. Vielmehr seien statische Berechnungsprobleme der Befestigung der bereits gefertigten Keramiksäulen der Grund der Verschiebung der NOC-Eröffnung auf den 26. September, wie der Bürgermeister aus einem Telefonat mit dem Geschäftsführer erfahren hatte.
Den Neubau des Verwaltungsgebäudes der Städtischen Wohnungsbaugesellschaft (SGW) neben dem Naab-Parkdeck hätte sich Meyer an anderer Stelle gewünscht, respektiere aber die Beschlüsse. Durch einen glücklichen Umstand mit dem Erwerb des Lohmer-Anwesens könne der Grüngürtel durchgängig erhalten bleiben. Die SGW müsse auch bezahlbaren Wohnraum bedienen.
„Wir brauchen die Wirtschaft als starker Partnern und für Arbeitsplätze“, sagte der Bürgermeister. Im Industriegebiet West IV könnten sich ab Frühjahr 2022 Betriebe ansiedeln. Der hochfreilegende Kreisverkehr sei dazu nötig, um Staus zu umgehen.
Mit drei Jahren Vorlaufzeit wurde der Wittgartendurchstich geplant und zu Ostern 2018 mit Sperrung der Bahnstrecke verwirklicht. Nach Ausschreibungen der Rampen im Herbst werden nun die Bauarbeiten fortgesetzt und 2019 erwartet Meyer den Innenstadtanschluss. Die Randfläche biete Potenzial beispielsweise für ein Multiplex-Kino, Naherholung mit dem wiederbelebten Siechenweiher und mögliche Gastronomie. Altlasten der Kohle-Kokerei der Stadtwerke sind zu beseitigen. Der Übergang an der Bahnhofstraße werde neu gestaltet. Meyer könnte sich dabei einen platzähnlichen Charakter vorstellen.
Im Turnerbundgelände nehme die Stadt die Planungen für neuen, bezahlbaren Wohnraum in die Hand, ebenso auf dem SV-Sportgelände an der Königsberger Straße, auf der eine mehrgeschossige Reihenhausbebauung vorgesehen wird. Die SpVgg/SV erhält dafür Sportplätze am Wasserwerk.
Eine dringend benötigte Dreifachturnhalle in Weiden werde an der OTH gebaut. Die Mehrzweckhalle kann dann zusätzlich Raum für andere Veranstaltungen anbieten. Oberpfalz-Medien und die Volksbank-Raiffeisenbank Weiden planen das Wohnbauprojekt Naabwiesen, in dem auch ein mehrgeschossiges Dienstleistungsgebäude angedacht wird. Auf Rückfrage zum Bau des Hochhauses (Tower) am Kolpingplatz erläuterte Meyer, dass der Investor keinen Bauantrag gestellt habe und die Stadt nicht in Vorleistung gehen könne. Auch Gutachten hinsichtlich der Beschattung der Altstadt seien hier zu berücksichtigen, die der Investor zahlen müsse.
Dies sind einige der Herausforderung für die Zukunft der Stadt, denen sich Jens Meyer stellen will. Er lud in diesem Zusammenhang nicht nur die Delegierten, sondern auch alle anderen Bürger zu Nominierungsversammlung für den SPD-OB-Kandidaten am 2. Februar ein. Als Ziele nannte Meyer, wieder den SPD-Oberbürgermeister, einen Bürgermeister und die stärkste Fraktion im Stadtrat zu stellen. Die Kandidaten der SPD-Stadtratsliste bilden ein breites Spektrum der Gesellschaft ab und werden später gewählt. Meyer dankte dem Ortsverein Stadtmitte für die geleistete Arbeit und Unterstützung.
Sema Tasali-Stoll erinnerte in ihrer Ansprache an markante Jahreszahlen, die sich mit Jubiläen 2019 jähren. Dazu zählte sie das Frauenwahlrecht unter SPD-Einführung vor 100 Jahren, die Zustimmung zur Annahme des Grundgesetzes der SPD im Bayerischen Landtag vor 70 Jahren, Willy Brandts Wahl zum Kanzler vor 50 Jahren und dem Mauerfall vor 30 Jahren.
Als Delegierten der SPD-Stadtmitte zur OB-Nominierungsversammlung am 2. Februar wurden gewählt: Sema Tassali-Stoll, Brigitte Schwarz, Christopher Birner, Anke Reiß und Tobias Nickl. Am 20. Februar besucht der Ortsverein die neue Palliativstation in Weiden.

















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