13.09.2021 - 12:39 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Speed-Dating in Weiden: Jugend trifft Politik

Angst vor der großen Politik haben sie keine. Denn schließlich geht es um ihre Zukunft. 50 Jugendliche löchern namhafte Politiker aus der Region auf dem Bolzplatz des Jugendzentrums mit politischen und persönlichen Fragen.

Neun Bundestagskandidaten standen beim Speed-Dating am Bolzplatz des Jugendzentrums Weiden rund 50 Jugendlichen und Erstwählern Rede und Antwort.
von Silke WinklerProfil

Zum vierten Mal hatte der Stadtjugendring Weiden in Zusammenarbeit mit der gemeinnützigen GmbH „Arbeit und Leben in Bayern“ zum Speed-Dating geladen. Rund 50 Erstwähler und Jugendliche nutzten am Samstag die Gelegenheit, sich kurz vor der Bundestagswahl über die Direktkandidaten und deren Partei zu informieren. „Jeder Kandidat hat eine Minute Zeit, um sich und sein Wahlprogramm vorzustellen“, erklärte Theresa Weidhas von „Arbeit und Leben in Bayern“.

Nach der Vorstellungsrunde hieß es für Albert Rupprecht (CSU), Uli Grötsch (SPD), Manfred Schiller (AfD), Sascha Anton (FDP), Anne Droste (Die Grünen), Christian Weidner (Die Linke), Tobias Groß (Freie Wähler), Christian Wallmeyer (ÖDP) und Konrad Dippel (Parteilos), „bitte Platz nehmen und sich den Fragen der Jugend stellen“. Diskutiert wurde im 15-Minuten-Takt. Insgesamt sieben Mal wechselten die Jugendlichen den politischen Sitzkreis.

Die Erwartungshaltung der jungen Leute war hoch. „Das Speed-Dating ist für mich ein gefundenes Fressen. Ich bin politisch sehr interessiert und freue mich, dass ich mit Politikern darüber diskutieren kann, wie unsere Zukunft aussehen soll“, erklärte die 13-jährige Antonia Lingl. Dem Thema Zukunft entsprechend drehten sich die Fragen der Jugendlichen um Umweltschutz, Klimawandel und Bildungspolitik. Laut kritisiert wurde das Wahlalter. „Warum dürfen wir nicht wählen und ein 90-Jähriger schon“, fragen sich Lea Maria Kummer und Alex Eisenach. Die 17-Jährigen fordern daher nicht nur die Senkung des Wahlalters, sondern auch eine Obergrenze beim Wahlalter. Denn schließlich gehe es um ihre Zukunft.

Diskutiert wurde auch über die aktuelle Corona-Politik. Über die von manch einer Partei geforderte Rückkehr zur Normalität kann die 13-jährige Pia Nickl zum jetzigen Zeitpunkt nur den Kopf schütteln: „Die Pandemie ist noch nicht vorbei.“ Das habe sie auch in den entsprechenden Runden deutlich gesagt.

Dass man mit den Politikern so offen und auf Augenhöhe sprechen konnte, überraschte die jungen Leute. „Ich bin beeindruckt, wie gut die Diskussionen gelaufen sind“, freute sich Lena Labee, die in diesem Jahr zum ersten Mal wählen darf. Neben guten Gesprächen sorgten alkoholfreie Cocktails, Snacks und Live-Musik für beste Stimmung. Für die Organisation dankte Florian Vogel, Vorsitzender des Stadtjugendrings, dem Team um Johanna Grillenbeck vom Stadtjugendring.

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In sieben Sitzkreisen diskutierten Politiker und Jugendliche über Zukunftsfragen.

 

 

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