17.01.2020 - 13:11 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Sprachausbildung lockt tschechische Prominenz

Die Dolmetscherakademie in Weiden entwickelt sich immer mehr zur deutsch-tschechischen Begegnungsstätte. Anlass ist diesmal die Aushändigung von Sprachzertifikaten.

Ablolventen, Veranstalter und Ehregäste feiern den Abschluss der Ausbildung in Tschechischer Sprache.
von Siegfried BühnerProfil

Dass derzeit beim deutsch-tschechischen Verhältnis „die beste Situation in der Geschichte“ bestehe, betonte gleich der Gesandte der Botschaft der Tschechischen Republik, Milan Čoupek. Der Diplomat und ehemalige Generalkonsul war aus Berlin angereist, um den Absolventen der Ausbildung in tschechischer Sprache an der Dolmetscher-Fachakademie ihre Zertifikate zu überreichen. Schließlich ist es die Karls-Universität Prag, die diese Zertifikate ausstellt und die Prüfung abnimmt. Vergleichbare Abschlüsse gibt es in Deutschland nur noch in München und Berlin.

Čoupek war als Vertreter Tschechiens nicht alleine nach Weiden gekommen. Honorarkonsul Hans-Peter Schmidt und Michaela Šolcová vom Spracheninstitut der Universität Prag begleiteten den Diplomaten. Unter Hinweis auf den 30. Jahrestag der Grenzöffnung stellte Čoupek fest: „Die grenzüberschreitende Freundschaft hat begonnen, von den Bürgern getragen zu werden." Das Leben an der deutsch-tschechischen Grenze habe sich total verändert. Verwiesen wurde auf die lange Reihe von grenzüberschreitenden Partnerschaften, Jugend- und Vereinstreffen sowie Kunst- und Kulturveranstaltungen. Nur die Sprache sei als letzte Hürde geblieben. „Schlüsselvoraussetzung“ für Kommunikation sei aber die Sprache des Nachbarn. Auch deswegen stellte Čoupek abschließend fest: „Ich bin stolz auf die Absolventen“. Und er dankte bei Studiendirektorin Andrea Hielscher für die Organisation dieser Ausbildung.

Auch diesmal waren unter den 21 erfolgreichen Prüfungsteilnehmern der Fachakademie für Übersetzen und Dolmetschen sieben Polizeibeamte aus Oberfranken und der Oberpfalz. Als Sprecher der Polizeidirektionen gratulierte der Polizeipräsident von Oberfranken, Alfons Schieder. Für ihn gilt die Sprachausbildung als „Völkerverständigung“. Bei der Kooperation zwischen tschechischer und deutscher Polizei würden sich allerdings viele deutsche Kollegen auf die Deutschkenntnisse der Tschechischen Kollegen verlassen. Das sei „kein Ruhmesblatt für die bayrische Polizei“. An die Adresse der Absolventen sagte Schieder: „Es gibt aber einige, die unsere Ehre retten.“

Als Leiter des Staatlichen Berufsschulzentrums, zu dem auch die Dolmetscher-Fachakademie gehört, begrüßte Josef Weilhammer die Gäste in der Aula der Volkshochschule in Weiden. Bereits zum neunten Mal sei die Prüfung durch die Karls-Universität Prag abgenommen worden. Die Ergebnisse könnten sich sehen lassen, schließlich wären Sprachniveaus bei den Absolventen von A1 bis C1 erreicht worden. Als C1-Absolventin wurde Katharina Luber besonders geehrt. Weilhammer bedauerte, dass Tschechisch seiner Meinung nach zu Unrecht ein schlechtes Image als eine zu schwere Sprache habe. Bei anderen Fremdsprachen müssten die großen Hürden nur nicht am Anfang, sondern später überwinden werden. Weilhammer hält es für erforderlich, Jugendliche mehr zu überzeugen, Tschechisch zu lernen: „Tschechisch ist eine gute Grundlage auch für andere östliche Sprachen.“ Bürgermeister Lothar Höher stellte fest: „Die Sprache öffnet die Seele des Menschen und erschließt so neue Welten.“ Für die Musik sorgten Jana Jodlbauer und die "European Band".

Die Festansprache bei der Abschlussfeier der Sprachausbildung Tschechisch hält der Gesandte der Botschaft der Tschechischen Republik, Milan Čoupek.

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