24.02.2020 - 15:55 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Auf den Spuren von "Schwarzfahrern"

Die neuen Räumlichkeiten der Zentralen Bearbeitungsstelle für Fahrgelddelikte im Weidener Bahnhof bieten jetzt ausreichend Platz für die Mitarbeiter. Zur Segnung reisen eigens Gäste aus München an.

Über endlich ausreichend Platz für die Mitarbeiter freuen sich der Leiter der Zentralen Bearbeitungsstelle für Fahrgelddelike, Richard Seidl (Zweiter von links), sein Stellvertreter Bernd Rauer (Vierter von rechts), Pater Benedikt (Dritter von rechts) und Leitender Polizeidirektor Uwe Landgrebe (Zweiter von rechts).
von Externer BeitragProfil

Im zweiten Stock des Bahnhofsgebäudes, dort wo früher in einer ärztlichen Praxis Untersuchungen durchgeführt wurden, werden nun "Schwarzfahrdelikte" untersucht. Die 13 Beschäftigten der Zentralen Bearbeitungsstelle für Fahrgelddelikte (ZBFD) der Bundespolizei, die bisher an anderer Stelle am Bahnhof Weiden sehr beengt untergebracht waren, sind nun in die neuen Büroräume eingezogen. Angegliedert ist die Dienststelle der ZBFD-Hauptstelle in Bärnau. Deren Leiter, Polizeihauptkommissar (PHK) Richard Seidl, war zur offiziellen Übergabe und Segnung zum Weidener Bahnhof gekommen.

Sein Stellvertreter und ZBFD-Chef am Weidener Bahnhof, PHK Bernd Rauer, hieß den Stabsbereichsleiter 1 der Bundespolizeidirektion München, Leitender Polizeidirektor Uwe Landgrebe, in der nördlichen Oberpfalz willkommen. Ebenso war der Leiter des Sachbereiches Kriminalitätsbekämpfung, Erster Polizeihauptkommissar Martin Ebenschwanger, dem der ZBFD unterstellt ist, von der Landeshauptstadt angereist.

"Ich habe als früherer Inspektionsleiter der Waidhauser Bundespolizeiinspektion die elfjährige Erfolgsgeschichte der ZBFD bis heute verfolgt und begleitet", sagte Leitender Polizeidirektor Landgrebe. Zu seiner damaligen Waidhauser Bundesbehörde gehören die Reviere Bärnau und Weiden, aus deren Personal sich teilweise die Sachbearbeiter für den riesigen Aktenberg rekrutierten.

Entscheidend für das schnelle Gelingen der Umbaumaßnahme sei Julia Thoma vom Sachbereich Baumaßnahmen der Bundespolizeidirektion München zusammen mit Ulrich Knorr vom Staatlichen Bauamt Amberg/Sulzbach gewesen. "Am 5. Oktober 2009 startete die zentrale Stelle für Fahrgelddelikte in Bärnau. Seit November 2014 hatte man zusätzlich neue Räumlichkeiten in Weiden angemietet, die aber sehr beengt und unzureichend waren. Seit Mitte Dezember 2019 sei die Zentrale Bearbeitungsstelle nun in den neuen Räumen am Bahnhof untergebracht.

Bundesweit sind laut Landgrebe die Fahrgelddelikte gestiegen. Ins Leben gerufen wurde die ZBFD mit dem Ziel, die Bundespolizeiinspektionen in Bayern bei der Sachbearbeitung von massenhaft auftretenden Delikten, wie eben den Schwarzfahrten, zu entlasten. Bundesweit existieren noch vier weitere, ähnlich strukturierte Stellen.

Seit der Gründung habe man an beiden ZBFD-Standorten die Straftaten von 254 000 Schwarzfahrern bearbeitet, das entspreche einem Durchschnitt von 25 000 im Jahr. Die höchste Geldstrafe sei für eine Person 28 800 Euro wegen vier Schwarzfahrten gewesen. Zwei Jahre und neun Monate war die höchste Haftstrafe, 3 Jahre und 10 Monate die höchste Verurteilung für einen Jugendlichen, was doch imposante Zahlen seien.

Bundespolizei-Seelsorger Pater Dr. Benedikt Röder aus Bayreuth segnete die neuen Diensträume und wünschte, dass ein guter Geist einziehen und ein gute Atmosphäre herrschen solle. ZBFD-Leiter PHK Seidl meinte, dass mittlerweile das Schwarzfahren, sprich: Erschleichen von Leistungen, ein großes Problem sei und seine Dienststelle derzeit einen riesigen Berg von über 13 000 Vorgängen vor sich herschiebe, die von den insgesamt 36 Beschäftigen in Bärnau und Weiden abgearbeitet werden müssen.

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