23.01.2019 - 16:37 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

SpVgg SV spielt mit Kunstrasen-Idee

Der B-Platz hinter der Mehrzweckhalle ist oft in einem schlechten Zustand. Kein Aushängeschild für das Fußballjugend-Leistungszentrum. Jetzt planen SpVgg SV einen Kunstrasen. Doch der könnte schnell im Abseits stehen.

Hier hört man das Gras wachsen.Der B-Platz von SpVgg SV Weiden. soll nach den Wünschen der Vereine einen Kunstrasen erhalten. Der Stadtrat diskutiert das Thema am Montag.
von Volker Klitzing Kontakt Profil

Von den Vereinen gefordert wird ein Kunstrasen schon seit längerer Zeit. Jetzt hat die Diskussion auch den Stadtrat in einer öffentlichen Sitzung erreicht. Dabei geht es am kommenden Montag (15 Uhr, großer Sitzungssaal) im Plenum um einen Antrag der Bündnis-Grünen, der die ökologische Neubewertung der Neuanlage "Kunstrasenplätze SpVgg" zum Inhalt hat. Zum Ende des ausführlichen Sachstandsberichts verweist die Verwaltung auf mehrere aktuelle Studien zum Thema. Deren Ergebnisse sollten vor einer Entscheidung abgewartet werden, empfiehlt die Verwaltung.

Nach Angaben der favorisierten Firma sind die Kunststoffrasenbeläge aus absolut unbedenklichem Polyethylen (PE) gefertigt. Problematischer ist das Einstreugranulat zu bewerten. Die Bandbreite reicht vom recycelten Altreifen (im schlechtesten Fall) bis zum natürlichen Kork-Granulat (im besten Fall). Letzteres ist beim Bauvorhaben von SpVgg SV vorgesehen. Die lebensmittelechte Lösung sei ohne jedes Risiko für Sportplatz sowie für Spieler und Umwelt. Das Kork-Einstreugranulat werde ausschließlich aus Resten der Korkstopfenproduktion hergestellt. Bei der vorgesehenen Elastikschicht handelt es sich um eine maschinell vorgefertigte Lösung, die nach allen deutschen und europäischen Normen zertifiziert und überwacht ist.

Trotzdem, so heißt es in dem Bericht weiter, ist aus ökologischer Sicht die Anlage eines Naturrasenplatzes in jedem Fall der Anlage eines Kunstrasenplatzes vorzuziehen. Selbst bei Züchtung eines "Einheitsrasens" handle es sich um ein zur Regeneration fähiges biologisches System. Unter anderem könne Regenwasser versickern und müsse nicht abgeleitet werden. Die dichten, wuchsstarken Sportrasengräser binden Schadstoffe wie Kohlendioxid und Schwefeldioxid. Dagegen bedeute die Anlage eines Kunstrasens eine großflächige und vollständige Versiegelung, in der Regel 7000 Quadratmeter. Weitere Aspekte sind das regelmäßige Bürsten und Reinigen der PE-Fasern. Das Einstreugranulat müsse regelmäßig aufgefüllt werden. Der brennbare Kunstrasen heize sich im Sommer ähnlich auf wie Hartplätze.

In der wasserrechtlichen Stellungnahme wird darauf hingewiesen, dass sich der B-Platz nicht mehr im Überschwemmungsgebiet befinde, wohl aber der C-PLatz. Dessen Fläche sei als Retentionsraum zu erhalten. Der Kunstrasenplatz muss entwässert werden. Der B-Platz müsse deshalb mit einem entsprechenden Unterbau wasserdurchlässig gestaltet und mit einem Drainagesystem versehen werden. In der Planung sei darzulegen, wie das Einstreugranulat vor Einleitung des Niederschlagwassers in das Grundwasser oder in die Schweinenaab zurückgehalten werden kann.

Schließlich sei noch zu bedenken, dass auch Granulate aus Kork schwimmfähig sind. Durch bauliche Maßnahmen müsse deshalb verhindert werden, dass diese sich durch Abschwemmung auf den umliegenden Flächen verteilen können. Zudem hafte das Granulat an der Kleidung und an den Schuhen. Ein Teil davon gelange durch Waschvorgänge in die städtische Kanalisation.

Zu den Kosten macht der Sachstandsbericht keine Aussagen. Nach NT-Informationen kostet ein Kunstrasenplatz mit rund 500000 Euro (je nach Ausführung) doppelt so viel wie ein Naturrasen. Dafür ist er wesentlich länger bespielbar und die Nebenkosten pro Stunde liegen deutlich niedriger.

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