28.07.2021 - 16:26 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Stadt Weiden soll sich besser vermarkten: Ein Bürgermeister weiß auch, wie

Das Weiden-Logo mit den beiden Rauten ist 21 Jahre alt. Höchste Zeit, dass die Stadt ein neues findet – und ein pfiffiges Leitmotiv gleich dazu. Einen vielversprechenden Vorschlag gibt es bereits.

Das Rauten-Logo der Stadt Weiden – hier am Haupteingang des Neuen Rathauses – ist über 20 Jahre alt und ziert längst nicht mehr alle städtischen Einrichtungen.
von Ralph Gammanick Kontakt Profil

Oberes Tor, Unteres Tor, dazwischen die Altstadt, das Wohnzimmer Weidens, das Herz der Stadt. Ein Pfund, mit dem sie richtig schön wuchern könnte. Das meint nicht zuletzt Reinhold Wildenauer: "Wenn wir das nicht vermarkten, sind wir blöd." Der dritte Bürgermeister hat sogar einen Vorschlag, wie. Folgendes Leitmotiv könnte auf Jahre hinaus eine PR-Kampagne prägen: "Die Stadt der offenen Tore".

Zumal Wildenauers Geistesblitz im Stadtrat fraktionsübergreifend auf Begeisterung stößt. "Ein genialer Einfall", lobt etwa Rainer Sindersberger (FDP/Freie Wähler). SPD-Fraktionschef Roland Richter gerät auch angesichts der möglichen englischen Übersetzung ins Schwärmen: "City of open gates" – bestes städtisches Marketing, in das Weiden nun einsteigen könnte. Das Leitmotiv wäre vielseitig verwendbar, ergänzt Wildenauer: "Offene Tore für den Sport" für eine Laufveranstaltung, "Offene Tore für Kultur" für ein Konzert und so weiter. Auch Bürgermeister Lothar Höher erkennt das Potenzial, würde aber den großen Max Reger nicht ganz links liegen lassen.

Handlungsbedarf unbestritten

Dass es endlich etwas Neues braucht, eine große gemeinsame Überschrift für alle städtischen Aktivitäten und Einrichtungen – da sind sich die Stadträte jedenfalls einig. Das Stadt-Logo der roten und der grünen Raute ist inzwischen 21 Jahre alt und hat sich abgenutzt. Städtische Einrichtungen wie die Regionalbibliothek und die Musikschule werben längst mit anderen Bildmarken. Stadtsprecherin Roswitha Ruidisch zitiert eine Fachmeinung, wonach Marketingprozesse "heute alle 5 bis 7 Jahre durchzuführen" seien. Der Druck hat sich erhöht, nachdem der Landkreis Neustadt mit seiner "NEW"-Kampagne Erfolge feiert. Jedenfalls sei es höchste Zeit, zu handeln, findet die SPD als Antragsstellerin. Richter: "Wir habe irre Aktivitäten, aber wir müssen sie stärker zusammenführen, das Ganze unter eine Marke bringen." Der Genosse zitiert Alt-OB Kurt Seggewiß: "Weiden, stärke deine Stärken."

Nach Ruidischs Darstellung läuft der Prozess bereits. Seit 2018, als die Pressestelle eine neue Stadt-Homepage an den Start brachte. In Zusammenarbeit mit der OTH Amberg-Weiden entstehe gerade eine Studie, für die Bürgern Fragen gestellt werden wie "Was macht Weiden aus?", "Was sind die Stärken von Weiden?" oder "Warum lebst, arbeitest oder studierst Du gerne hier?" Nachdem im Zuge der Haushaltsberatungen die Mittel um 100.000 Euro gekürzt worden seien, werde es 2021 aber bei einer "Vorstudie" bleiben. Die Ergebnisse sollen in der Oktobersitzung des Stadtrats präsentiert werden.

CSU: Verwaltung beginnt mit dem Ende

Die Verwaltung habe "das Pferd von hinten aufgezäumt", kritisiert CSU-Fraktionsvorsitzender Benjamin Zeitler: "Die Gestaltung der Homepage kommt in dem Prozess eigentlich zum Schluss." Zudem sollte der Stadtrat auch erst darüber entscheiden. wenn die Haushaltsberatungen abgeschlossen sind, sprich: Wenn klar ist, dass die Stadt sich das Projekt auch leisten kann. Wobei Zeitler Ausgaben für mehr Personal infrage stellt. "Wir haben fünf oder sechs verschiedene Stellen, die für die Außenwirkung der Stadt zuständig sind. Wir sollten vorhandene Ressourcen durch mehr Zusammenarbeit nutzen." Dass grundsätzlich Handlungsbedarf besteht, räumt Zeitler gerne ein. Beim Marketing sei "noch viel Luft nach oben".

Probleme mit der Finanzierung erkennt die Kämmerin nicht. Weiden habe es ins Förderprogramm "Digitale Einkaufsstadt" geschafft und daher "recht üppig fließende Mittel" zur Verfügung. Die reichten gerade mal für den ersten Aufschlag, warnt Wolfgang Pausch (CSU), deckten aber nicht die ständigen Kosten in den Folgejahren. Dennoch wirbt Oberbürgermeister Jens Meyer für einen sofortigen Einstieg in die Markenbildung, für ein klares Bekenntnis des Stadtrats. Das gibt es am Ende auch – einstimmig – unter dem Vorbehalt der Finanzierbarkeit.

Da bleibt dann nur zu hoffen, dass Bürgermeister Wildenauer einen keinesfalls ernst gemeinten Tipp von Meyer nicht für bare Münze nimmt. ",Stadt der offenen Tore‘ – den Begriff kannst du ja schützen lassen und dann an die Stadt Weiden verkaufen."

Die Kampagne des Landkreises Neustadt

Neustadt an der Waldnaab

Die SPD stößt Marketingprozesse an

Weiden in der Oberpfalz
Das Logo der städtischen Musikschule.
Nicht nur die "Regi" emanzipiert sich mit ihrem Logo von der Stadt Weiden.
Auch der Stadtmarketingverein sollte eigentlich mit dem offiziellen Weiden-Logo werben.
Das Logo der Kulturbühne Weiden.

Wenn wir das nicht vermarkten, sind wir blöd.

Bürgermeister Reinhold Wildenauer über die Besonderheiten der Weidener Innenstadt

Bürgermeister Reinhold Wildenauer über die Besonderheiten der Weidener Innenstadt

 

 

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